Archiv für November 2010

Raumhafen Adamant – Ratschlag 15

Montag, 29. November 2010
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

15

Alpha schüttelte noch immer verwundert den Kopf und lief, ohne auf die anderen Reisenden zu achten, durch den Ring des Raumhafens. Beta hielt Gamma an der Hand, der beständig versuchte, sich loszumachen und weitere Süßigkeiten bei den Standbetreibern zu schnorren. Sie passierten auf dem Weg zur technischen Abteilung einen der Pylone für große Passagierschiffe und eine Flut von unterschiedlichsten Fluggästen strömte aus den Schleusen. Im Nu waren sie von eiligen Mitgliedern verschiedenster Spezies umgeben.

„Ich muss irgendwas falsch gemacht haben“, seufzte Alpha und blieb stehen, um verwundert an der Flanke einer Luolmar hinaufzusehen, die ihre beiden quengelnden Kinder quer über dem Panzer trug. „Was ist denn hier los?“, fragte er und wedelte mit der Hand.

Bevor Beta antworten konnte, stieß der Scanner einen kurzen Signalton aus und alle drei Klone sahen auf das Anzeigegerät.

„Aha!“, sagte Alpha.

„Oho“, sagte Beta.

„Pieps!“, sagte Gamma und klatschte in die Hände.

Beta folgte der Richtung, in die der Scanner zeigte und musterte die Wesen dort. Alpha schwenkte den Scanner langsam umher, bis er erneut piepste. So vehement es ihnen bei den meist größeren Passagieren möglich war, arbeiteten sie sich durch die Menge und folgten der Duftspur, die der Scanner aufgenommen hatte.

Nach einigen Minuten waren sie aus dem gröbsten Pulk heraus und kamen schneller voran. Alpha schaltete das Piepsen aus, damit ihr Ziel sie nicht kommen hörte, und wurde schneller. Beta hatte Mühe, mit Gamma an der Hand nachzukommen, aber wenn sie ihren Bruder jetzt im Wust der Passagiere verloren, käme er vielleicht zu schaden. Bei diesem Gedanken stach ihm die Furcht wie ein Messer ins Herz. Sie alle waren bereits fast fünf Jahre alt und würden ihr vorgesehenes Todesalter bald erreicht haben.

Nicht jetzt, schalt er sich und schloss zu Alpha auf, der nun bestimmt auf einen hochgewachsenen, älteren Menschen deutete, der an einem Stand ein Getränk in einem Trinkbeutel kaufte. Er trug eine lange, stahlgraue Robe und das wenige Haar, das ihm noch in einem Kranz am Hinterkopf verblieb, hatte die gleiche Farbe. Er zahlte mit Adamantbereil und aktivierte die kleine Antigrav-Tasche wieder, die wie ein treuer Hund hinter ihm herfuhr.

„Der da ist es“, sagte Alpha und Beta sah dem Mann skeptisch hinterher. „Sieht mir nicht nach jemandem aus, der Drogen nimmt.“

„Das werden wir gleich herausfinden“, sagte Alpha und lief wieder los.

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Milkam schreckte aus einem kleinen Schlummer hoch, als Mo’krat sagte: „So, jetzt kann’s losgehen.“

Der K’schigote hatte eine Analyse nach der anderen über die Daten auf dem TRAD laufen lassen, bis er sicher war, die Verschlüsselung knacken zu können.

Sareils Körper hatten sie derweil an die Energieversorgung der Station angeschlossen, um seine uralte Batterie zu laden, und sein Geburtsmitling schaffte es, auch ohne bewegliche Gesichtszüge sichtbar zu schmollen.

Milkam stand auf und trat zu dem K’schigoten. Sareil versuchte dasselbe, aber das dicke Kabel war nur einen Meter lang und hielt ihn an der Wand. Es brauchte einige Versuche, bis er mit den klammerartigen Händen den Stecker gelöst hatte.

Milkam ignorierte sein blechernes Motzen und sagte: „Dann los!“

Mo’krat aktivierte diverse Programme und die Buchstaben und Grafiken auf dem Bildschirm fingen an, zu wandern, sich zu verändern, heller und dunkler zu werden. Ein sehr beeindruckendes Schauspiel, auch wenn Milkam keine Ahnung hatte, was da geschah. Sareil offenbar schon, denn er rief jetzt: „Achtung, es destabilisiert sich!“

„Ich weiß“, gab Mo’krat barsch zurück und fing an, weitere Programme zuzuschalten.

„Das ist eine Negativschleife“, bellte Sareil.

„Ich weiß!“, grollte Mo’krat.

„Den Zwischenpuffer! Sie müssen den Zwischenpuffer …“

„Ich weiß!“, schrie Mo’krat nun so laut, dass seine Backensäcke bis zum Platzen gefüllt waren und Milkams Audiosensoren sich pfeifend überluden. Als das Geräusch nachließ, erstarben auf dem Bildschirm die letzten Zeichen.

„Was ist passiert?“, fragte er erschrocken.

„Unser Freund hier hat Mist gebaut, das ist passiert“, maulte Sareil und stapfte wütend auf und ab. „Er hat eine inversdestruktive Rückkopplungsschleife übersehen!“

„Nein, hat er nicht“, blaffte Mo’krat zurück. „Das war ein semiintelligenter Kolfato-Graumfleu-Virus mir integrierter Versus-Logik.“

Sareil blieb stehen und sein ausdrucksloses Robotergesicht wandte sich langsam dem K’schigoten zu. „Ein was?“

„Pah!“, gab Mo’krat nur zurück. „Laien.“

„Heißt dass, es ist alles weg?“, fragte Milkam betrübt.

Mo’krat gab ein stolzes Flöten von sich. „Keineswegs. Ich konnte einen Teil der Daten retten.“

Der K’schigote rief sie auf und Milkam starrte verwundert auf die Liste, die sich vor ihm ausbreitete. „Das kann doch nicht sein!“

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Tera wich langsam von den Fässern zurück und bog hinter einige Kisten ab, die weniger explosiv waren. Narbatur folgte ihr, hielt dabei jedoch den Blick auf den Frachtgleiter gerichtet. Die Kisten wurden anscheinend achtlos abgeladen. Und hier war keine Spur von irgendeiner Drogenküche. War das hier nur ein Zwischenlager? Kam die Amokdroge vielleicht sogar von einem anderen Planeten? Bei den Mengen, die in letzter Zeit auftauchten, müsste das Zollnetz aber ein massives Loch haben. Wobei es durchaus vorstellbar war, dass eine großzügige Beteiligung am Gewinn ein solches Loch riss.

Er stieß mit dem Rücken gegen Tera. Obwohl – Tera war weder so groß, noch so schwer … und sie trug auch keine Panzerung!

Narbatur wirbelte herum und schlug sofort zu. Die Wache, die offenbar ebenfalls rückwärts gegangen war, drehte sich ebenfalls herum und somit direkt in seinen Schlag hinein. Der muskulöse Grilbenier taumelte und wollte seine Laserpistole hochreißen, aber da sprang ihn Tera an und entrang ihm die Waffe. Flugs glitt sie hinter ihn, presste den Lauf an die Schläfe des Mannes und legte ihm einen Arm um die Kehle. Er verfügte über keine einzige dunkle Markierung, was Narbatur verriet, dass er das Leben in vollen Zügen genoss. Hoffentlich hing er dann auch entsprechend daran.

„Keinen Mucks“, forderte Narbatur und rieb sich die Fingerknöchel. Der Verbrecher nickte langsam. Narbatur kam etwas näher und flüsterte: „Wo kommen die Drogen her?“

„Was für Drogen?“, fragte der Grilbenier, aber Narbatur brauchte kein PSI einzusetzen, um zu erkennen, dass er log.

„Erschieß ihn!“, befahl er Tera und erst als er es bereits gesagt hatte, befiel ihn die Angst, die Menschenfrau könnte glauben, er meine es ernst.

Aber sie zwinkerte ihm über die Schulter des Grilbeniers zu und sagte: „Okay.“

„Nein, halt!“, keuchte der Grilbenier. „Ich weiß nicht wo sie herkommen. Sie werden hier angeliefert, manchmal auch im Laden, und wir verteilen sie dann an die Zwischenhändler.“

„Reicht uns das?“, fragte Narbatur mit seinem fiesesten Lächeln.

„Nein“, beschied Tera und ließ die Laserwaffe kurz aufsummen.

„Ehrlich, mehr weiß ich nicht. Aber … aber es heißt, dass Taugrom die Drogen geschenkt bekommt. Von einem geheimen Gönner!“

„Geschenkt?“, fragte Narbatur. Er schüttelte den Kopf. Es half nichts, er würde den Verbrecher psionisch sondieren müssen. Einbruch und Geiselnahme hatte er schon auf dem Kerbholz, da kam es darauf jetzt auch nicht mehr an.

Er begann sich zu konzentrieren, sah dem verängstigten Mann tief in die Augen … und verlor eine Haarsträhne, als ein Laserstrahl knapp an seinem Kopf vorbeisauste und in eine Kiste einschlug.

„Sie haben uns entdeckt“, rief Tera erschrocken und hieb dem Grilbenier die Waffe ins Genick. Der Mann sackte zusammen.

„Ach was“, sagte Narbatur spitz und warf sich nach vorne, riss Tera mit, als hinter ihm das charakteristische Trillern eines abgefeuerten Schalldruckgewehrs erklang. Eine Flut tödlicher Schallwellen wälzte sich durch den Raum, ließ Kisten zu Splitter zerbersten, brachte Fässer zum Platzen und hielt genau auf sie zu.

Dreieichcon – ein Rückblick

Freitag, 26. November 2010
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Traditionell endet in Dreieich bei Frankfurt die Saison der großen Cons, weswegen immer noch einmal groß aufgefahren wird, dieses Jahr aufgrund des zwanzigsten Jubiläums besonders groß. Auch das Ulisses-Team war am 20. und 21. November zahlreich vor Ort, mit Spielleitern, Ehrengästen und den Jungs und Mädels vom Verkaufsstand, denen die exklusive Con-Neuheit, Die Sieben Gezeichneten, regelrecht aus den Händen gerissen wurde, was angesichts des schieren Umfangs des Buches keine Leichtigkeit darstellt.

Jeden Besucher empfing zunächst eine Con-Überlebens-Tüte mit Geschenken, unter anderem dem DSA-Abenteuer Ein Stein im Nebel von Mike Antonowitsch und Volker Weinzheimer und das prall gefüllte Programmheft, von dem es hier eine PDF-Version gibt. Mit der Con-Tasse konnte man das ganze Wochenende Kaffee trinken, es gab aber auch die edle Meister-Tasse und das 20-Cons-Jubiläums-T-Shirt für vorangemeldete Spielleiter.

Am Samstagabend wurde der Sieger des DSA-Autorenwettbewerbs 2010 gekürt. Unser Glückwunsch geht an Roman Bering für sein Abenteuer Grab des Grauens, der sich gegen 52 Konkurrenten mit einem überzeugenden Ergebnis von 65 von 80 möglichen Punkten durchsetzte. Die genauen Platzierungen findet ihr hier.

Die Alveraniare boten drei Spielrunden an: Zyklopensprung von Christian ‘Mythrael’ Hötting, Spitzohren sind immer böse von Ingo ‘Famerlor‘ Mittas und Die Rückkehr der Schwäne von Chris ‘Xeledon’ Gosse. Viele Spieler versuchten ihr Glück, in die Runden zu gelangen, doch leider konnten wir nicht allen einen Platz bieten (dafür müssten wir mit 15 Spielleitern anreisen). Auch die Myraniare waren mit Christian ‘Icemna‘ Saßenscheidt, Jürgen ‘Quoran‘ Roth und Alex ‘Phraisopos‘ Spohr vor Ort. Pathfinder-Freunde wurden von den Spielleitern der Pathfinder Society gut versorgt.

Viele Workshops fanden zum Thema DSA statt. In Von Schlangen und Skorpionen (Alex Spohr, Tilman Hakenberg, Marc Jenneßen) und Rattenschatten – die Ränke des Namenlosen (Uli Lindner) konnten die Fans Informationen kommender Projekte erhalten und Ideen einbringen, ebenso in der Produktübersicht DSA 2011 – Wohin geht die Reise? von Thomas Römer und Verlagsleiter Mario Truant. Chris Gosse mit dem Werkstattbericht Wege der Alchimie sowie Thomas Römer und Patric Götz mit  Uthuria – die Expedition beginnt gaben Einblicke in den Entstehungsprozess und aktuellen Arbeitsstand der Spielhilfen. Die Diskussionsrunden zu den Themen Hochelfen – wie mystisch soll’s denn sein? oder DSA: Sandbox oder Story? waren gut besucht, es wurde angeregt debattiert. Uli Lindner stellte die Box Die Dunklen Zeiten vor, den sehr erfolgreichen Meilenstein der jüngeren DSA-Geschichte.

Abgerundet wurde das Workshop-Programm durch Christian Lonsings Workshop Abenteuerspiel – die Zukunft des Tischrollenspiels?, zwei Myranor-Workshops von Jörg Raddatz und Heike Kamaris zu den Themen Myranische Mächte und Kreaturen Myranors, die Präsentation des kommenden DSA-Computerspiels “Satinavs Ketten” und die große Podiumsdiskussion zum Thema Cons in Deutschland – gestern, heute und morgen.

Wer Romane mag, konnte sich bei einigen Lesungen Auszüge aus den neusten Werken verschiedener Schriftsteller anhören und mit ihnen diskutieren. Markus Heitz las aus Collector, dem großen Roman im Justifiers-Universum. Thomas Finn brachte seinen Thriller Weisser Schrecken mit, Karl-Heinz Witzko bot Work in Progress, einen noch in Entstehung befindlichen Roman, und Florian Don-Schauen las aus dem DSA-Roman Tie’Shianna – der Untergang der Hochelfen.

Dreieich ist auch immer ein gutes Pflaster für Tabletop-Spieler. Hier fanden die 5. Offizielle Deutsche Meisterschaft 2010 Warmachine & Hordes statt sowie die 12. Deutsche Armalion-Meisterschaft, in der zwölf tapfere Heerführer ihre Armeen in die Schlacht befahlen.

Insgesamt war die Veranstaltung gut besucht, es hatten sich viele Spieler eingefunden, um den 20. Dreieichcon zu begehen und bekamen für ihren Eintritt auch einiges geboten.

Mein persönliches Fazit des Cons fällt außerordentlich positiv aus. In meiner Spielrunde Die Rückkehr der Schwäne am Samstag hatten alle Beteiligten viel Spaß. Ich hatte wieder einmal sehr viel Glück mit den Spielern und ihren Helden, es passte wirklich alles zusammen. Mein Dank gilt den Spielern Jonathan, Doro, Jannis, Dennis, Michael und Fabian! Auch der Werkstattbericht Wege der Alchimie war nach meinen Empfindungen ein Volltreffer, denn die vorgestellten Details aus dem Arbeitsprozess stießen auf allgemeine Zustimmung, so dass ich mehr denn je zuversichtlich sagen kann, dass wir mit der Spielhilfe auf einem sehr guten Weg sind.

Alle, die den Dreieichcon leider nicht besuchen konnten, möchte ich den Aventurischen Boten 144 ans Herz legen, der in Kürze erscheinen wird und in dem sich ebenfalls ein Werkstattbericht zu Wege der Alchimie findet.

Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, auch nächstes Jahr vorbeizuschauen, dann merkt Euch bitte folgende Links. Dort wird es stets Neuigkeiten geben – auch Nachberichte des diesjährigen Cons:

Roman Bering gewinnt DSA-Autorenwettbewerb

Mittwoch, 24. November 2010
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Am 21.11. wurden auf dem Dreieichcon die Sieger des diesjährigen Ulisses-Autorenwettbewerbs gekürt. Wir freuen uns, die Gewinner auch hier bekanntzugeben.

Vorweg zu den Modalitäten: Nachdem 20 Einsendungen sich für die Finalrunde qualifiziert hatten, bewerteten die vier Juroren Thomas Römer, Uli Lindner, Moritz Mehlem und Chris Gosse jeden dieser Beiträge anhand der Kategorien Umsetzung des Dungeon-Themas, Präsentation und Sprache, Regelkenntnis und –umsetzung und Hintergrund. Insgesamt gab es für die Abenteuer viermal 20 Punkte zu erzielen, maximal sieben für die Dungeon-Kategorie, fünf für die Präsentation sowie je maximal vier für Regeln und Hintergrund.

Den ersten Platz errang Roman Bering mit seinem Abenteuer Grab des Grauens. Die Ausarbeitung einer Gruft, in der ein untoter Zauberer umherspukt, fand durchgehend die Anerkennung aller Juroren und erreichte hervorragende 65 Wertungspunkte.

Mit 63 Punkten knapp geschlagen geben musste sich Michael Rost mit dem Abenteuer Das Vermächtnis der Kophtanim, in dem er Regeln und Rituale der erst kürzlich erschienenen Box Die Dunklen Zeiten als Kernelement verwendete.

Auf Rang 3 darf sich Dominic Hladek mit 61 Punkten über die Bronzemedaille freuen. Der Fluch des Abu’l Mayy spielt in einem alten tulamidischen Palast, in dem sich unheimliche Wesenheiten eingenistet haben.

Auch den Platz 4 möchte ich gesondert hervorheben, da die beiden Abenteuer, die sich diesen Rang teilen, mit 60 Punkten  nur um Haaresbreite eine bessere Position verpassten. Diesen Platz teilen sich Aşkın-Hayat Doğan mit Des Wandelbaren Schicksal, das die Heldengruppe in die zerstörte Magierakademie von Tuzak schickt, und Niklas Forreiter mit Die Wirkung des Perainiums, bei dem die Helden auf eine rätselhafte Suche geschickt werden.

Auch zu den übrigen Abenteuern ließe sich Einiges berichten, fanden sich doch viele schöne Ideen und gelungene Ausarbeitungen auch auf den weiteren Plätzen. Manchmal verhinderten nur einzelne Aspekte eine bessere Platzierung. Aus diesem Grund sammeln wir Juroren nun Lob und Kritik, Ratschläge und Tipps und werden in der nächsten Zeit unsere Rückmeldungen an die Einsender verschicken – bitte habt ein bisschen Geduld, 53 Beiträge sind echt kein Pappenstiel! Außerdem können sich einige Autoren Hoffnung machen, in einer Printpublikation zu erscheinen – auch in diesem Fall melden wir uns in der nächsten Zeit.

Die Ergebnisse des Autorenwettbewerbs 2010

  1. Roman Bering – Grab des Grauens (65)
  2. Michael Rost – Das Vermächtnis der Kophtanim (63)
  3. Dominic Hladek – Der Fluch des Abu’l Mayy (61)
  4. Aşkın-Hayat Doğan – Des Wandelbaren Schicksal (60)
    Niklas Forreiter – Die Wirkung des Perainiums (60)
  5. -
  6. Nicole Euler – Gefährliche Träume (56)
  7. Miriam Connely- Begraben unter Staub (54)
    Fabian Talkenberg – Nachtschwarze Tiefen (54)
  8. -
  9. Stephan Schlößer – Was im Dunkeln lauert (53)
    Oscar Wetzel / Julia Lena Richter – Fluch des Goldes (53)
  10. -
  11. Lutz Licht – Auf der Suche nach einem Heiligen (52)
    Sebastian Rosada / Tobias Auerhahn – Brackwasser (52)
  12. -
  13. Rouven Stretz – Stumme Zeugen (51)
  14. Tjorven Müller -  Tsatuarias Erbe (50)
  15. Annette Juretzki – Krötengold (48)
    Johannes Hennersperger – Höhle mit Aussicht  (48)
  16. -
  17. Bernard Klitzke – Wissen ist Macht (47)
  18. Bojana Kalanj / Bernhard Bornatowicz – Prinzessin Zuleika (46)
  19. Stefan Zeller – Transformationen (44)
  20. Christoph Vogelsang – Verbrannte Ere (42)

Erstrunden-Teilnehmer alphabetisch sortiert

  • Stefan Albiez    Das Wertvollste überhaupt
  • Michael Berens            Bei Nacht und Nebel
  • Benni Briesemeister      Vaterliebe
  • Christian Fischer          Die Helden des Fürsten
  • Bernd Göwe    Das Lied vom Widderkönig
  • Hendrik Humberg        Wahnsinn der Seele
  • “Jadoran”         Der Schlüssel zum Erfolg
  • Marc-André Karpienski / Markus Lütkemeyer            Turm über Kopf
  • Alexander Klee            Aus der Dunkelheit
  • Julian Klippert  Gedankenspiele
  • Peter Knorr     Echsisches Erbe
  • Kai Lemberg    Schatten des Berges
  • Sven Lotz        Begraben
  • Patrick Mahl    Der Tempel der drei Winde
  • “Merlin Emrys” Die Travienhorthöhle
  • Robin Mithoff   Unterm Eis
  • Thorsten Möller           Die Kammern des Schweigens
  • Frank Polenz    Verlassene Hallen
  • Marc Rammelmüller     Neu-Dere
  • Fried Rathing   Namenlose Kälte
  • Deniz Rogowski           Tunnelmonster
  • Robert Roth     In der Tiefe
  • Dennis Rüter    Im Namen Zulhamids und Zulhamins
  • René Schaal     Der Frost der Äonen
  • Gundel Schmidtbauer   Brunnen in der Tiefe
  • Clarissa Schnabel         Der Ghul von Svegan
  • Gudrun Schürer           Die entsprungene Braut
  • Nicolas Shuttleworth    Durch den Brunnen
  • Norbert Steigenberger Eine lange Nacht
  • Stefan Tomaschitz        Brajans Licht, Tairachs Blut
  • Markus Weisenhorn     In den Ruinen von Yash’Hualay
  • Julian Zebisch   Verbotene Kunst
  • Björn Zimmermann      Bergwacht

Co-Juror Moritz hat auf seinem Blog ebenfalls eine kurze Betrachtung des Wettbewerbs veröffentlicht.

Außerdem gibt es ein Video zur Preisverleihung:

Raumhafen Adamant – Ratschlag 14

Montag, 22. November 2010
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

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„Hände hoch, Mädel“, wiederholte die schnarrende Stimme des Halbmenschen, der die zweiköpfige Patrouille führte. Seine grobschlächtige Gestalt und die goldenen Venen, die sich unter der hellen Haut abzeichneten, wiesen darauf hin, dass er Phulbinerblut – oder besser Edelmetall – in seinen Adern trug.

Tera bedeutete Narbatur mit einer Geste, die durch die Kisten vor den Blicken der Patrouille verborgen blieb, außer Sicht zu bleiben und trat in die Gasse. Sie hob die Arme und Narbatur brauchte einige Sekunden, um sich von dem Anblick, den ihre schlanke Figur dabei bot, loszureißen. Er linste zwischen den Kistenstapeln an der Wand hindurch. Der zweite Wachmann sah dem ersten zum verwechseln ähnlich. Zwillinge vermutlich. Beide trugen einfache Arbeiteroveralls am stämmigen Körper und klobige Schalldruckgewehre in den Händen. Diese Waffen waren wegen ihrer Tendenz, eine Menge Kollateralschaden zu verursachen, auf Adamant verboten. Er könnte die beiden auf der Stelle einlochen … aber das würde die Leute im Innern der Halle alarmieren und sie fänden nie heraus, was der Lastgleiter hier abgeliefert hatte. Also wartete er noch ab, während die Patrouillenbrüder sich einen wollüstigen Blick zuwarfen und näherkamen.

„Was macht ein hübsches Mädchen wie du in einer schmutzigen Gasse wie dieser?“, fragte der vordere und lachte grunzend.

Narbatur musste ein Aufstöhnen unterdrücken. Tera machte einen Schritt vor, um die beiden abzufangen, bevor sie um die Kisten herum waren und Narbatur sehen konnten. Der schloss kurz die Augen, lauschte, und konzentrierte sich ganz auf seinen Körper. Hörte das Blut rauschen, während Tera erklärte: „Muss mich verlaufen haben. Ich suche einen Schönheitssalon.“

Narbatur spürte, wie die Kraft, die ihn seit seiner Jugend begleitete, in seine Gliedmaßen floss und ihn schneller, stärker, geschickter machte.

„Hast du doch gar nicht nötig!“, sagte der hintere Bruder und der vordere setze hinzu: „Ich bin sicher, wir finden was Besseres, was du in der Zeit machen kannst.“

„Sowas zum Beispiel?“, fragte Tera und aus dem Augenwinkel sah Narbatur sie vorschnellen. Der vordere Bruder keuchte schmerzerfüllt auf. Narbatur unterdrückte einen Fluch und war schnell wie eine Grenzzeitwelle um die Kisten herum, so dass der Halbphulbiner keine Zeit hatte, über seinem verdrehten Arm ganz in sich zusammenzusinken.

Narbatur nutzte den gekrümmt dastehenden als Trittbrett, sprang in die Luft und trat dem zweiten Bruder gegen den Kopf, als dieser gerade die Waffe hob. Er ging mit einem Sprühregen goldenen Bluts aus dem Mund zu Boden. Narbatur wirbelte sofort herum, sichelte dem anderen die Beine unterm Körper weg und schlug ihn noch im Fallen ebenfalls K.O.

„Man, du bist schnell!“, staunte Tera beeindruckt und Narbatur ließ einige flirrende Tritte in die Luft schnellen, bevor er die Energie wieder freigab. „PSI“, erklärte er stolz und bückte sich, um die Waffen aufzuheben, an die Wand zu lehnen, und mit einem weiteren Tritt zu zerschmettern. Nur leider taten sie ihm nicht den Gefallen, zu brechen. Er trat noch einmal zu, wieder ohne Effekt, und seufzte dann.

„So kann man einen guten Eindruck versauen“, erklärte er mit einem verlegenen Lächeln und zuckte mit den Schultern.

Tera trat vor, besah sich die Gewehre kurz und trat dann zu. Mit lautem Krachen brachen sie durch und Spulen und Relais regneten heraus. „Alles eine Frage der Statik“, erklärte sie mit einem koketten Lächeln und wies dann auf den Kistenstapel: „Wollen wir?“

Narbatur musterte die Frau einen Augenblick, gefangen in einer Mischung aus Bewunderung und verletztem Stolz, dann nickte er und machte sich daran, den Stapel zu erklimmen. Wenig später ließ er sich nach einem kurzen Blick durch die halbdunkle Lagerhalle auf der Innenseite leise zu Boden fallen. Tera folgte ihm, elegant wie eine Katze, und gemeinsam näherten sie sich der Mitte der Halle, in der mit auf- und abschwellendem Summen der Gleiter schwebte. Er stand unter einer grellen Lampe und einige Mukfeli luden leise murrend unbeschriftete Kisten ab. Die kräftigen Wesen trugen die großen Plastikbehälter mühelos auf ihren langen Armen und ihre Hornplatten schimmerten im Licht der Lampe. Wann immer sie eine Kiste aufgestapelt hatten, ließen sie sich auf alle viere fallen, und eiltem einem Affen ähnlich zurück. Um ihre dicken Hälse lagen blinkende Bänder, die zweifelsohne mit dem Steuerarmband des in lange, rote Gewänder gekleideten K’schigoten verbunden waren, der neben dem Gleiter stand.

Tera stupste Narbatur an und wies auf die Fässer, hinter denen sie sich gerade versteckten. Große Warnaufdrucke wiesen sie als brandgefährlich, giftig und explosiv aus.

Er blickte sich um und sah überall in der Halle immer wieder kleine Gruppen dieser Fässer zwischen den Kisten stehen. „Oh Mist!“

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Beta wies triumphierend auf eine junge Menschenfrau, die gerade von zwei kräftigen Sicherheitsmännern abgeführt wurde. Sie warf sich wütend in die Antigrav-Schellen, die ihre Hände über dem Kopf hielten, und wären ihre Beine nicht mit einer kurzen Kette zusammengebunden gewesen, hätte sie vermutlich wild um sich getreten. Sie hatte sogar etwas Schaum am Mund.

Alpha nickte und gab zu: „Du hattest Recht, das ist wirklich eine von ihnen.“ Er holte das kleine Kästchen hervor, schaltete es ein und nahm den Scanstift in die Hand.

„Dann wollen wir mal!“ Er hielt zielstrebig auf die Frau zu. Beta folgte ihm auf dem Fuße, sah sich aber nach Gamma um. Er entdeckte ihn einen Augenblick später an einem kleinen Stand für Gebäck. Die pausbäckige, alte Vulbrinaverkäuferin lehnte sich eben über die Kante, um ihm über den haarlosen Kopf zu streichen und ihm einen Keks zu schenken. Gamma war überall auf der Station bekannt wie ein bunter Hund und nutzte es schamlos aus, dass er als eine Art Ziehsohn des Kommandanten bekannt war. Und man konnte ihm nicht einmal böse deswegen sein.

„Aus dem Weg, Kleiner“, hörte er die dröhnende Stimme des menschlichen Sicherheitsmannes. Er hatte die großen, dunklen Augen, die man oft bei Bewohnern der Dunkelmilch-Kolonie fand.

„Sonderermittlung“, verkündete Alpha mit dem Brustton der Überzeugung, trat an die Frau und hielt ihr den Scanstift unter die Nase.

Die andere Wache, ein untersetzter Boldimot, ließ zwei seiner acht Tentakeln vorzucken und zog Alpha aus dem Weg, als die Gefangene beide Beine hochriss, um ihn zu treten. Kopfüber an den Beinen gehalten baumelte Alpha im Griff des Sicherheitsmannes und las in aller Seelenruhe das Ergebnis ab.

„Seltsam“, sagte er, wurde abgestellt und sowohl Haupt- als auch Nebenkopf des Boldimot wurden missbilligend geschüttelt und setzten das gallertartige Fleisch seines zähen Körpers in Bewegung.

Beta eilte zu ihm und zerrte ihn aus dem Weg, damit die Sicherheitsleute ihre Gefangen wegführten konnten.

„Was ist seltsam?“, fragte er dann. Gamma kam unterdessen wieder zu ihnen geschlendert, den Mund voll, die Lippenfasern von Zuckerguss verschmiert, und erklärte: „Die nette rote Frau hat mir ein Gebäckstück, rund, mit verflüssigtem und erkaltetem Zucker … aus Rüben oder Zuckerrohr durch auskochen … erhitzen über 100 Grad … Maßeinheit …“

Beta nahm Gamma bei den Schultern und schüttelte ihn ein bisschen. „Gamma! Kaskade!“

Sein Bruder blinzelte einige Male verwirrt, war aber aus der gefährlichen Assoziationskette befreit und fing sofort wieder an zu lächeln. „Das war leeeecker!“, erklärte er und rieb sich den Bauch.

Beta seufzte und tätschelte ihm die Wange, um sich dann zu Alpha umzudrehen, der noch immer die Anzeige des Gerätes studierte. „Alles da, erhöhte Stresshormonwerte, Inhibitionsgrenzensenkung … diese Frau hat definitiv die neue Droge genommen.“

„Aber?“, fragte Beta und Alpha sah auf.

„Aber keine Spur von den Sahtpheromonen!“

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Narjanka schlug die Tür zu und genoss für einen Augenblick den typischen Geruch eines neuen Gleiters. Er wurde stark vom Aroma des Hochleistungsklebers geschmälert, mit dem die reparierten Teile angebracht wurden, aber an Tagen wie diesen musste man das Glas halbvoll sehen.

Dann schnaubte er, als ihn das Verhalten seines Kollegen wieder einholte. Der Junge war zu einfach mit einem hübschen Gesicht um den Finger zu wickeln. Es war Irrsinn, da einfach so einzusteigen, gerade jetzt, wo die Lage so aufgeheizt war.

Narjankas Kommunikator piepste in schneller Folge und das rote Signallicht, das er für Gosens Anrufe programmiert hatte, erhellte das Gleiterinnere. Na klar, wann, wenn nicht jetzt.

Narjanka hob das Gerät so an, dass die Holokamera ihn gut erfasste, atmetet durch und meldete sich.

„Gosen hier“, erklärte der Kommandant überflüssigerweise, denn sein Gesicht wurden kristallklar auf den Holoschirm von Narjankas klobigem K’schigotengerät übertragen.

„Ich möchte, dass Sie sich einer Sache annehmen, die mir gewaltig stinkt“, kam er gleich zur Sache.

„Rufen Sie sich die Berichte der Girbals auf, darin finden Sie Informationen zu einem tödlichen Überfall. Damit scheint ein abtrünniger Sicherheitsmann in Verbindung zu stehen, Alimaajas, Sie kannten ihn glaube ich?“

Narjanka nickte: „Sind uns hier und da über den Weg gelaufen. Was hat er angestellt?“

Gosen musterte ihn kurz nachdenklich, dann sagte er: „Planquadrat 14-7 mit einer Bombe in die Luft gesprengt.“

Narjanka pfiff an seinen Hauern vorbei. Das passte so gar nicht zu einem Vulbrina, und zu Alimaajas schon gar nicht. Der Mann war immer so hilfsbereit und um andere besorgt gewesen.

„Ja, ganz recht“, sagte Gosen und ahmte seinen Pfiff nach. „Wo ist Segler?“

Narjanka bemühte sich, nicht schneller zu atmen und den Blick weiter auf den Schirm zu halten. „Er ist schnell was holen … wegen dieses anderen Falls.“

Gosen zog eine Augenbraue hoch, zuckte dann aber mit den Schultern und befahl: „Holen Sie ihn und bewegen Sie Ihren überbezahlten Hintern. Sie suchen mir diesen Kerl hier – der steckt da mit drin, und ich will wissen, wie!“

Gosen drückte einen Knopf und während eine Zeichnung von einem Fleutar auf dem Bildschirm erschien, wurde die Verbindung beendet.

„Leck mich am Hauer“, stieß Narjanka erfreut aus. „Diesen Mistkerl kenne ich doch!“

Finalisten des Autorenwettbewerbs ausgewählt

Donnerstag, 18. November 2010
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Schon seit Sonntag Abend stehen die Finalisten des Autorenwettbewerbs fest und wurden bereits über ihr Weiterkommen informiert. Insgesamt haben es 20 Abenteuer in die Endrunde geschafft und werden bis zur Preisverleihung auf der Dreieich-Con noch einmal durch die Jury genau unter die Lupe genommen.

Im Finale stehen:

  • Annette Juretzki – Krötengold
  • Askin-Hayat Dogan – Des Wandelbaren Schicksal
  • Bernard Klitzke – Wissen ist Macht
  • Bojana Kalanj und Bernhard Bornatowicz – Prinzessin Zuleika
  • Christoph Vogelsang – Verbrannte Erde
  • Dominic Hladek – Der Fluch des Sultans Abu l’Mayy
  • Fabian Talkenberg – Nachtschwarze Tiefen
  • Johannes Hennersperger – Höhle mit Ausgang
  • Lutz Licht – Auf der Suche nach einem Heiligen
  • Michael Rost – Das Vermächtnis der Kophtanim
  • Miriam Connely – Begraben unter Staub
  • Nicole Euler – Gefährliche Träume
  • Niklas Forreiter – Die Wirkung des Perainiums
  • Oscar Wetzel und Julia Lena Richter – Fluch des Goldes
  • Roman Bering – Grab des Grauens
  • Rouven Stretz – Stumme Zeugen
  • Sebastian Rosada und Tobias Auerhahn – Brackwasser
  • Stefan Zeller – Transformationen
  • Stephan Schlößer – Was im Dunkeln lauert
  • Tjorven Müller – Tsatuarias Erbe

Die Preisverleihung wird am Samstag erfolgen, der genaue Ort und die Zeit werden spätestens auf der Con per Aushang bekannt gegeben.

Alle übrigen Teilnehmer sind in der ersten Runde ausgeschieden, hier nehmen wir keine genauere Platzierung vor. Teilweise war die Entscheidung auch sehr knapp und es finden sich manche schöne Abenteuer darunter. Den Autoren steht es frei, ihr Abenteuer für den Privatgebrauch als Download zu veröffentlichen. Wir hoffen, dass viele davon Gebrauch machen und ihre Werke auf verschiedenen Plattformen anbieten – der Orkenspalter hat beispielsweise schon seine Bereitschaft angekündigt, die in der Vorrunde ausgeschiedenen Beiträge zu hosten. Die auf diese Weise veröffentlichte Abenteuer nehmen keinen Einfluss auf das offizielle Aventurien.

Pathfinder auf der Dreieichcon

Mittwoch, 17. November 2010
pathfinder-auf-der-dreieichcon

Dreieich ist mittlerweile für viele Spieler ein festes Event auf dem Weg in die Vorweihnachtszeit und dieses ohnehin freudige Ereignis wollen wir in diesem Jahr auch den Pathfinder-Fans besonders versüßen.

Darum bieten wir gleich sechs Pathfinder-Runden bei erfahrenden Spielleitern an und bieten so bis zu 36 Spielern die Möglichkeit, Pathfinder kennen zu lernen und/oder zu spielen.

Die Abenteuer stammen aus dem Vorrat der Pathfinder Society, für Qualität und Konformität ist also gesorgt, egal ob ihr euch nun mit einer mysteriösen Feenseuche herumschlagt, die auch auf Menschen übergreift (Die bleiche Plage), einer verschollenen Expedition auf der Suche nach Artefakten nachforscht (The Rebel’s Ransom) oder einen Kleriker in ein Land schmuggelt, in dem jede Form von Gottesanbetung verboten ist. Am Nachmittag darf sich dann eine andere Gruppe erneut um die bleiche Plage kümmern während eine andere sich auf die Suche nach einer in Rahadoum verschwundenen Gruppe macht und dabei auf ein uraltes Übel stößt. Die letzte Gruppe schließlich wird ausgesandt, um ein Schriftstück in ihren Besitz zu bringen, mit dem der Shadow Lodge eine ordentliche Breitseite verpasst werden kann.

Abwechslungsreiche Abenteuer erwarten euch also in Dreieich. Wie immer gilt: Wer zuerst kommt, darf Heldentaten vollbringen.

Das Pathfinder-Programm:

Offizielle Ulisses Support-Runden – Pathfinder Society


Die Bleiche Plage (Offizielle Ulisses Support Runde)

System: Pathfinder RPG
Beginn:
Samstag 12 Uhr
Dauer:
5 Stunden
Spieleranzahl:
4 bis 6
Spielleiter:
Stefan Reschke (Pathfinder Society)
Charaktere:
Charaktere müssen den Richtlinen des Pathfinder Organized Play entsprechen. Können hier KOSTENLOS runtergeladen werden: paizo.com
Vorgefertigte Charaktere stehen zur Verfügung.
Komplexität: mittel
Zeit und Ort:
Golarion

Pathfinder Society Scenario #43 – The Pallid Plague:

Reports from Andoran’s Darkmoon Vale indicate that a new plague is causing the deaths of untold fey. The Pathfinder Society sends you there to aid the nymph queen in stopping the plague and finding and destroying its source. When the plague spreads to the human population of Falcon’s Hollow, the need to find a cure grows more frantic. Can you save the many denizens of Darkmoon Vale from certain death?
Written by Mark Moreland
This product is a Pathfinder Society Scenario designed for 1st to 7th level characters (Tiers: 1–2, 3–4, and 6–7).


The Rebel’s Ransom (offizielle Ulisses-Supportrunde)

System: Pathfinder RPG
Beginn:
Samstag 12 Uhr
Dauer:
5 Stunden
Spieleranzahl:
4 bis 6
Spielleiter:
Nenad Petrovic (Pathfinder Society)
Charaktere:
Charaktere müssen den Richtlinen des Pathfinder Organized Play entsprechen. Können hier KOSTENLOS runtergeladen werden: paizo.com
Vorgefertigte Charaktere stehen zur Verfügung.
Komplexität: mittel
Zeit und Ort:
Golarion

Pathfinder Society Scenario #2-03: The Rebel’s Ransom

The Ruby Prince of Osirion sends you to the Parched Dunes to find what became of a secret Pathfinder expedition sent there to recover artifacts for the Ruby Prince himself. What you find there may very well end the Pathfinder Society as you know it.
Written by Jason Bulmahn
This product is a Pathfinder Society Scenario designed for 5th to 9th level characters (Tiers: 5–6 and 8–9).


The Heresy of Man – Part I: The First Heresy (offizielle Ulisses-Supportrunde)

System: Pathfinder RPG
Beginn:
Samstag 12 Uhr
Dauer:
5 Stunden
Spieleranzahl:
4 bis 6
Spielleiter:
Hendrik Nord (Pathfinder Society)
Charaktere:
Charaktere müssen den Richtlinen des Pathfinder Organized Play entsprechen. Können hier KOSTENLOS runtergeladen werden: paizo.com
Vorgefertigte Charaktere stehen zur Verfügung.
Komplexität: mittel
Zeit und Ort:
Golarion

Pathfinder Society Scenario #2-06: The Heresy of Man—Part I: The First Heresy

For more than 2 millennia, the nation of Rahadoum has lived under the Laws of Man that decreed “let no man be beholden to a god.” While this has led to relative peace without religious strife, it has left the nation devoid of divine healing and magical methods to provide succor to those ravaged by disease or injury. When a new and mysterious plague begins ravaging the coastal villages of Rahadoum, you are sent by the Pathfinder Society to escort a cleric of Sarenrae into the heart of the plague in order to protect a secret Pathfinder research project. Getting there means smuggling the cleric in as contraband and when the Pure Legion, Rahadoum’s defense against religion, get wind of your arrival, you must fight not only to protect the cleric, but to keep yourselves from being executed for violating the First Heresy.
The First Heresy is the first scenario in the The Heresy of Man campaign arc. Pathfinder Society Scenario #2-07: The Heresy of Man—Part II: Where Dark Things Sleep is the sequel.
Written by Greg A. Vaughan and Kevin J. Wright
This product is a Pathfinder Society Scenario designed for 5th to 9th level characters (Tiers: 5–6 and 8–9).


The Heresy of Man – Part II: Where Dark Things Sleep (offizielle Ulisses-Supportrunde)

System: Pathfinder RPG
Beginn:
Samstag 17 Uhr
Dauer:
5 Stunden
Spieleranzahl:
4 bis 6
Spielleiter:
Hendrik Nord (Pathfinder Society)
Charaktere:
Charaktere müssen den Richtlinen des Pathfinder Organized Play entsprechen. Können hier KOSTENLOS runtergeladen werden: paizo.com
Vorgefertigte Charaktere stehen zur Verfügung.
Komplexität: mittel
Zeit und Ort:
Golarion

Pathfinder Society Scenario #2-07: The Heresy of Man—Part II: Where the Dark Things Sleep

When a Pathfinder team in the godless nation of Rahadoum disappears, the Pathfinder Society sends the PCs to investigate. Deep beneath the sands of the small village of Wadi al-Hesr, a long imprisoned evil—responsible in part for the destruction of an ancient empire—now stirs and threatens the entire region with a deadly plague. Can the Pathfinders survive a sinister game of cat-and-mouse and escape with their lives?
Where Dark Things Sleep is the second scenario in the The Heresy of Man campaign arc. It is the sequel to Pathfinder Society Scenario #2-06: The Heresy of Man—Part I: The First Heresy and is followed by Pathfinder Society Scenario #2-09: The Heresy of Man—Part III: Beneath Forgotten Sands.
Written by Greg A. Vaughan and Kevin J. Wright

This product is a Pathfinder Society Scenario designed for 5th to 9th level characters (Tiers: 5–6 and 8–9).


The Sarkorian Prophecy (offizielle Ulisses-Supportrunde)

System: Pathfinder RPG
Beginn:
Samstag 17 Uhr
Dauer:
5 Stunden
Spieleranzahl:
4 bis 6
Spielleiter:
Nenad Petrovic (Pathfinder Society)
Charaktere:
Charaktere müssen den Richtlinen des Pathfinder Organized Play entsprechen. Können hier KOSTENLOS runtergeladen werden: paizo.com
Vorgefertigte Charaktere stehen zur Verfügung.
Komplexität: mittel
Zeit und Ort:
Golarion

Pathfinder Society Scenario #2-08: The Sarkorian Prophecy

When a novice Pathfinder in the Grand Lodge of Absalom discovers an account of a long lost prophecy which may hold the key to defeating the Shadow Lodge, a team of brave agents heads into the heart of the Worldwound to recover the document. Not only do the forces of the Abyss and the demon-tainted environment stand in their way, but so does a rival team of Pathfinders set on recovering the Sarkorian Prophecy first.
Written by Mark Moreland
This product is a Pathfinder Society Scenario designed for 7th to 11th level characters (Tiers: 7–8 and 10–11).

Raumhafen Adamant – Ratschlag 13

Montag, 15. November 2010
raumhafen-adamant-ratschlag-13

Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

13

Alpha hielt den dünnen Scanstift in die Luft wie ein Schwert und rief: „Heureka!“

Dabei zog er leider das Kabel an dem Scanner so straff, dass es den Analysekasten von der Behandlungsliege zog und Beta vorhechten musste, um ihn aufzufangen.

Er warf seinem Bruder einen vorwurfsvollen Blick zu und fragte: „Und damit können wir jetzt die Droge aufspüren?“

„Falsch!“, rief ihm Alpha triumphierend entgegen. „Damit können wir die Pheromone aufspüren, die mit dem Missbrauch der Droge einhergehen!“

„Und das nützt uns wie genau?“, fragte Beta und drückte seinem Bruder den Kasten in die Hand, der ihn an seinem Overallgürtel befestigte.

„Wir suchen uns jetzt jemanden, der die Droge in sich trägt, damit wir die Auswirkungen studieren können. Endlich mal wieder ein echter Forschungsauftrag!“

Beta verzog das Gesicht. Wenn sein Bruder so etwas sagte, bedeutete das immer Ärger.

Milkam glaubte, sein schadenfrohes Grinsen müsse so breit sein, dass es jeden Moment seine eingeschränkte Mimik platzen ließe.

„Du hast mich fast zu Tode erschreckt“, beschwerte sich Sareil zum wiederholten Male. „Ich dachte, der Sicherheitsmann wäre zurückgekehrt, um den Job zuende zu bringen.“

„Jaja“, sagte Milkam und richtete sich wieder auf. „Jetzt komm raus, damit wir uns dieses TRAD vornehmen können!“

„Ich bin sicher, man kann diesen Körper …“, setzte Sareil an, verstummte dann aber und kroch aus dem Kopf des modernen, aber völlig demolierten Roboterkörpers in den Nährstoffbehälter hinüber. Milkam musste ein gehässiges Lachen unterdrucken, als er das durchsichtige Röhrchen von dem teuren Körper abschraubte, in die Ecke ging und ihn in den klobigen, viereckigen Kopf von Sareils neuem Körper steckte. Wobei neu nun wirklich das letzte Wort wäre, mit dem man diesen Körper beschreiben würde. Die ehemals silberne Lackierung war an diesem knapp anderthalb Meter hohen Klotz schon weitgehend abgeblättert und darunter kam die stumpfgraue Grundierung zum Vorschein. Auf kastenförmigen Beinen saß ein kastenförmiger Körper und darauf ein kastenförmiger Kopf mit einfachen Sensoren und einem Mund, der nur aus einem leuchtenden Strich bestand. Milkam hatte das Ding von einem Schrotthändler erstanden, eigentlich als Ermahnung daran, dass es immer noch schlimmer kommen konnte. Dass sein Bruder jetzt gezwungen war, dieses Ungetüm zu bewohnen, bis der Ersatzkörper eintraf, war süße Ironie.

Sareil glitt in den Kopf hinein und Milkam schraubte das Röhrchen ab. Doch nichts geschah. Natürlich, dachte er und schlug sich vor die Stirn. Einschalten!

Er beugte sich vor, hob den Arm des Roboterrelikts an und legte den dort verborgenen großen Kippschalter um.

Ein lautes Summen erklang und der Körper zitterte einige Male, während das System sich mit Piepsen und Rattern initialisierte. Dann hob er die Hände mit den Greifklammern vor die gelben, scheinwerferartigen Augen und eine blechern klingende Stimme sagte: „Das ist ein Scherz, oder?“

„Keineswegs. Das ist der einzige sahttaugliche Körper den ich auf die Schnelle auftreiben konnte.“

„Es gibt auf ganz Adamant keinen besseren Körper?“, fragte sein Bruder empört und ungläubig zugleich.

„Doch, Dutzende. Aber du kannst dir keinen davon leisten und ich werde keinen KEB dafür ausgeben. Nenn es ausgleichende Gerechtigkeit.“

„Ich nenne es Schikane! Was ist mit dem Kebill-Ersatzkörper?“

„Ist beantragt. Kommt sicher bald. Ich warte ja auch erst seit vier Jahren auf meinen!“, feixte Milkam und klopfte dem laufenden Viereck auf den Kopf. „Wenigstens hat er schon direktes Feedback.“

„Ja, aber es fühlt sich an, als wenn man in einer Turbine sitzt.“

„Du kannst gerne auch in einem Nährstoffbottich warten, bis sich etwas Besseres ergibt?“

Jetzt hob sich das flache Gesicht und Sareil sagte wütend: „Nein, wir müssen Girbal rächen.“

„Du meinst natürlich, bei der Aufklärung des Mordfalls helfen, nicht wahr?“, sagte Gosen streng. Er war unbemerkt in die technische Abteilung gekommen und stand jetzt, die Beine schulterbreit, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, aufrecht vor ihnen.

„Wenn dir das lieber ist“, gab Sareil barsch zurück.

„Das ist es mir in der Tat. Denn sonst müsste ich euch beide wegen Verdacht auf Planung einer Straftat und Vigilantismus festnehmen lassen.“ Er schüttelte leicht den Kopf.

„Sicher, alles streng nach Gesetz“, schaltete sich Milkam ein und trat zum Kommandanten. „Du bist sicher wegen der Bombe hier?“

„In der Tat. Ein erster mündlicher Bericht tut Not, irgendwie muss ich dem Konsortium ja das Raumschiffgroße Loch in der Außenhülle erklären. Das alles zerstreut die Sicherheitsbedenken der Verantwortlichen beim Rat nicht eben.“

Miklam zuckte mit den Schultern. „Wir haben die Bombe da nicht hingelegt.“

Er berichtete dem Kommandanten, was vorgefallen war und Milkam tat es ihm gleich. Als er alles erfahren hatte, nickte Gosen einmal knapp und streckte die Hand aus. „Das TRAD!“

Sareil wollte widersprechen, es an sich nehmen, aber zum ersten Mal seit vier Jahren war Milkam schneller als sein Bruder, und er genoss es! Mit einer raschen Bewegung hob er das TRAD auf und reichte es Gosen, der es anschaltete und auf den Bildschirm blickte.

„Verschlüsselt“, sagte er, wenig überrascht und reichte das TRAD an Milkam zurück, obwohl auch Sareil die Klammer danach ausstreckte.

„Mo’krat soll sich das mal ansehen. Das ist jetzt eine offizielle Ermittlung und ich ernenne euch zu Laienermittlern. Das gibt euch praktisch keinerlei rechtliche Befugnisse, aber ich kann euch auf dem Laufenden halten. Ich werde zwei meiner Männer drauf ansetzen!“

Milkam nickte und winkte seinem Bruder, der sich langsam und mit steifen Gliedern in Bewegung setzte. „Ich brauche Öl“, beschwerte er sich und Milkam las im Gehen eine Ölflasche auf.

„Gleich im Fahrstuhl“, sagte er mit unverhohlener Schadenfreude.

Narbatur glitt über die Motorhaube des Gleiters, dessen Hinterteil nun einen erkennbar anderen Farbton hatte, und stieg ein. „Man sieht fast nix“, sagte er und versuchte den Spott aus seinem Tonfall zu halten.

Narjanka sah ihn einen langen Augenblick an, wollte eben etwas sagen, da ging eine der hinteren Türen auf und Tera glitt mit einer anmutigen Bewegung hinein.

„Ich bin da, kann losgehen“, sagte sie und wies schräg in den Himmel über der Stadt Versammlung, in dem immer wieder Gleiter und Shuttles vorbeischossen. „Vielleicht warten wir oben? Dann sehen wir besser, wohin sie sich aufmachen.“

„Was wird das denn, Mädchen?“, grollte Narjanka und drehte sich zu ihr um.

„Ich komme mit“, betonte die Erdenfrau, verschränkte die Hände vor der Brust und zog einen süßen Schmollmund.

Ich glaube, ich bin verliebt, dachte Narbatur entzückt.

„Das glaube ich kaum“, sagte Narjanka und wollte aussteigen, vermutlich, um die Frau aus dem Auto zu ziehen, aber da rief sie: „Da, das ist der Laster!“

Narjanka fluchte, ließ sich wieder in den Sitz fallen. „Raus!“, rief er noch einmal, aber die Frau aktivierte stattdessen die Antigrav-Sicherung. „Fahr zu“, mahnte Narbatur grinsend, der sich über eine Gelegenheit freute, weiter mit der Frau zu flirten. „Sonst sind sie weg.“

Narjanka fluchte erneut, ließ den Gleiter dann aber abheben, um sich in einiger Entfernung hinter den Laster zu setzen.

„Die haben Ihren Gleiter aber schnell wieder hingekriegt“, kommentierte Tera von der Rückbank und Narbatur musste ein Lachen unterdrücken.

„Dünnes Eis, Kleine“, grollte Narjanka und flog einen Bogen um ein großes Versammlungsgebäude. Er ließ sich etwas zurückfallen, um dem Fahrer des graublauen, unbeschrifteten Frachtgleiters nicht aufzufallen. „Hat mich einen Großteil meiner Ersparnisse gekostet.“

„Die Farben sind nicht ganz …“ , setzte die Frau an, aber Narbatur bedeutete ihr mit einer Geste, das Thema ruhen zu lassen. Sie lächelte ihn breit an und ließ sich wieder in den Sitz fallen.

Sie folgten dem Gefährt einige Zeit über den Planeten hinweg, bis es schließlich über der Smaragdstadt zu sinken begann. Die Wohnsiedlung glich von oben einem Spiegelei. In der Mitte lagen die ansehnlichen, teuren Wohnhäuser, darum lag ein größerer Rand einfacher, billigerer Wohnstätten ohne Schmuck und am Rand war sie ausgefranst, wo noch immer unablässig gebaut wurde. Der Frachter hielt auf ein solches Randgebiet zu und kam neben einer Lagerhalle zum stehen, in der vermutlich Baumaterial zwischengelagert wurde. Narjanka flog darüber hinweg, und landete zwei Straßen weiter. Bis sie, die unerschütterliche Bauarbeiterin noch immer im Schlepptau, an der Halle ankamen, war von dem Frachtgleiter nichts mehr zu sehen, aber aus dem Inneren erklangen Geräusche. Es wurde offenbar abgeladen.

„Ich fordere einen Durchsuchungsbefehl an“, verkündete Narjanka und zog seinen Kommunikator, um dann zu wispern. „In der Zwischenzeit kannst du das Mädchen da loswerden.“

„Lass sie doch. Ich habe ein gutes Gefühl bei ihr“, widersprach Narbatur. Immerhin hatte sie ihm bereits das Leben gerettet.

„Wo das Gefühl herkommt, wissen wir doch wohl beide“, sagte der Hakhasu und warf einen deutlichen Blick auf seinen Schritt. „Was glaubst du machen die mit uns, wenn wir hier eine Zivilistin mit reinschleppen?“

„Jetzt entspann dich mal. Die Frau kann auf sich selbst aufpassen.“

„Mag sein, aber du nicht mehr, wenn sie in der Nähe ist.“ Damit wandte sich Narjanka ab und begann zu telefonieren.

„Vielleicht sollten Sie wirklich besser …“

„He, Sie können jede Hilfe brauchen, die Sie kriegen können. Außerdem …“ Sie hob ein Bein an und machte im Stehen einen Spagat an der Außenwand der Halle, wobei sie ein sehr hübsches Bein entblößte. „Bin ich flexibel.“

Narbatur klappte den Mund wieder zu und nickte wie betäubt, während sie das Bein wieder absetzte. In diesem Moment kam Narjanka zurück. „Ein Sonderermittler Kkim ist jetzt wohl für den Fall zuständig und hat unser Gesuch abgelehnt. Er sieht keine Gefahr im Verzug und rät uns, einen Richter zu bemühen. Verdammte Jasa Apokato! Man hat nichts als Ärger mit ihnen.“

Narbatur überging den latenten Rassismus des Hakhasu. Seine Spezies war seit langer Zeit mit den Jasa Apokato verfeindet, da blieb so etwas nicht aus.

„Dann schauen wir einfach mal so rein“, schlug Tera vor. „Nur mal rasch einen Blick reinwerfen. Muss ja keiner wissen.“

„Das ist Hausfriedensbruch.“

„Da hat er Recht“, bekräftigte Narbatur seinen Kollegen.

„Aber vielleicht können wir herausfinden, was die da drin machen. Was der Dicke mit der Sache zu tun hat.“ Sie warf einen prüfenden Blick auf den Hakhasu, ob er den Köder schluckte. Er tat es nicht. „Das bleibt ein Verbrechen, und damit könnten wir dem Mistkerl ein Schlupfloch bieten.“

„Oder ihn festnageln“, widersprach Narbatur, durch dessen Adern bereits das Adrenalin der Vorfreude pulsierte. Endlich mal wieder etwas Aufregendes machen!

„Nein, wir fahren jetzt aufs Revier und beschaffen uns von anderer Stelle einen Durchsuchungsbefehl.“

„Bis dahin sind die längst weg“, wandte die Frau ein. „Wir müssen sie in flagranti erwischen!“

„Wo?“, fragte Najanka, dem die irdische Redensweise nicht vertraut war.

„Auf frischer Tat“, erklärte Narbatur. „Komm, wir steigen da jetzt ein.“

„Mach was du willst“, grollte Narjanka und wandte sich ab. „Ich verschwinde. Wenn du in dein Unglück rennen willst, bitte.“

Narbatur sah seinem Kollegen nach und zögerte. Dann sah er zu der Frau, die auf ein offen stehendes Fenster über ihnen deutete. Ein Kistenstapel lehnte davor an der Wand und bot einen perfekten Einstieg an. Narbatur drehte sich ihr zu und sah Narjanka dabei noch wütend um die Ecke davonstapfen.

„Alter Dickkopf“, sagte er tadelnd und wies zum Fenster. „Nach Ihnen.“

Tera blickte auf ihr Kleid, sah ihn dann verschmitzt lächelnd an und winkte tadelnd mit dem Zeigefinger. Er lachte und machte sich daran, die Kisten zu ersteigen. In dem Augenblick erklang eine laute Stimme: „He! Hände hoch!“

Ulisses auf dem Dreieichcon (20.-21.11.2010)

Samstag, 13. November 2010
ulisses-auf-dem-dreieichcon-20-21-11-2010

Am 20. November öffnet das Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen seine Tore für alle Rollenspieler, Fantasy- und Science-Fiction-Fans. Der Dreieichcon ist eine Institution im deutschen Convention-Kalender, und deswegen wird auch Ulisses-Spiele zahlreich und vielfältig vertreten sein. Gäste erhalten das DSA-Promo-Abenteuer T7 Ein Stein im Nebel, vorangemeldete Spielleiter dürfen sich auf ein Gratis-Shirt freuen.

Die Alveraniare Ingo Famerlor Mittas und Christian Mythrael Hötting bieten Abenteuer an, am Samstag wird außerdem Chris Xeledon Gosse eine Heldengruppe im Abenteuer Die Rückkehr der Schwäne in den Hohen Norden schicken.

Workshops gibt es beinahe am laufenden Band. Alex Spohr, Marc Jenneßen und Tilman Hakenberg geben Einblicke in das Aranien hinter dem Schleier und die geplanten Publikationen zu diesem Thema. Florian Don-Schauen, Uli Lindner und Thomas Finn widmen sich dem Thema Hochelfen und ihrer Darstellung. Thomas Römer und Patric Götz stellen die kommende Uthuria-Expedition vor. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, kann sich von Uli Lindner beraten lassen, der die diesjährige Ratcon-Neuheit Die Dunklen Zeiten vorstellt. Christian Lonsing betrachtet das Prinzip der Abenteuerspiele – die Zukunft des Tischrollenspiels?, Uli Lindner fragt Spieler nach Wünschen und Ideen für Rattenschatten – die Ränke des Namenlosen und Chris Gosse berichtet aus der Werkstatt von Wege der Alchimie. Was 2011 so geplant ist, erläutern Mario Truant und Thomas Römer, und letzterer fragt die Spieler: DSA: Sandbox oder Story?

Für Termine und weiterführende Beschreibungen schaut bitte auf der Workshop-Seite nach.

Auf der beliebten Podiumsdiskussion am Samstag Abend wird das Thema Cons in Deutschland – gestern, heute & morgen erörtert. Seitens Ulisses wird Verlagsleiter Mario Truant teilnehmen, von der Ratcon-Orga kommen Ingo Mittas und Uli Kneiphof zu Wort.

Tabletop-Spieler kommen auf ihre Kosten bei der offiziellen Warmachine Hordes Meisterschaft und der Deutschen Armalion Meisterschaft, die beide Samstag stattfinden. Und Lesungen erfreuen die Roman-Fans: Florian Don-Schauen liest passend zum Workshop-Thema aus seinem kürzlich erschienenen Roman Tie’Shianna – der Untergang der Hochelfen. DSA-Autor Thomas Finn stellt seinen Thriller Weißer Schrecken vor und Markus Heitz liest aus Collector, dem Roman der Justifiers-Welt.

Last but not least: aller Wahrscheinlichkeit nach wird an unserem Verkaufsstand erstmalig das Buch Die Sieben Gezeichneten verkauft werden. Alle Abenteuer der Borbarad-Kampagne in einem Band mit edlem Design.

Maskenspiele im Horasreich

Donnerstag, 11. November 2010
maskenspiele-im-horasreich

Auf dem diesjährigen Ratcon (10.-12.09.2010) wurde der Titel-Wettbewerb für die Horasreich-Anthologie ausgerufen. Es gab über 200 Einsendungen mit größtenteils ernsten Einsendungen, teilweise auch mit humorvollen Vorschlägen.

In mehreren Runden und durch mehrere Gremien – den Autoren der Anthologie, den Horasreich-Experten Andree Hachmann und Frank Bartels und zuletzt der DSA-Redaktion und dem Kernteam – wurden die Titelvorschläge erörtert. Die Entscheidung fiel sehr schwer, da das Horasreich, wie es in Reich des Horas präsentiert wird, unglaublich facettenreich ist, so dass man es kaum mit einem einzigen Begriff umschreiben kann. Renascentia erfüllte am ehesten noch diese Kriterien, doch entschieden wir uns gegen Fremdwörter, sondern suchten nach einem leichter zu gebrauchenden Titel.

In der Finalrunde standen drei Konkurrenten zur Wahl, die bereits mit einer dazu passenden Idee für eine Cover-Illustration präsentiert wurden, denn der Titel soll schließlich mit dem Coverbild eine Einheit bilden und daher gut illustrierbar sein. Die Wahl fiel schließlich auf Maskenspiele, welches auch der Vorschlag mit den meisten Einsendungen war. Obwohl der Begriff “Masken” in jüngerer Vergangenheit recht häufig schon verwendet worden ist, stellt er vielseitig die Facetten und Fassaden des Horasreiches dar, den Widerstreit von Status und Begierde, und dient gleichsam als Synonym für ausgelassene Feiern und heimtückische Intrige.

So symbolisiert Maskenspiele auch eine formidable Klammer für die in der Anthologie enthaltenen Abenteuer, bei denen vielfach der erste Schein trügt und die Helden Verborgenes zu Tage fördern müssen.

Ich bin zuversichtlich, dass wir mit Maskenspiele eine gute und zudem für das Horasreich repräsentative Wahl getroffen haben. Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer unserer Ausschreibung, der Gewinner wird in Kürze ermittelt und benachrichtigt werden. Zu guter Letzt möchte ich einen Alternativ-Vorschlag veröffentlichen, den wir leider nicht berücksichtigen konnten, er steht stellvertretend für alle Puderfässer und Streunerparadiese, die wir erhalten haben. Der dazugehörige Cover-Vorschlag von Franz Janson zeigt, dass auch der Humor nicht zu kurz gekommen ist (Illustration: Melanie Maier).

Großartige Resonanz auf Autorenwettbewerb!

Dienstag, 09. November 2010
grosartige-resonanz-auf-autorenwettbewerb

Am letzten Sonntag lief die Einreichfrist für den vor etwa einem Monat ausgeschriebenen Autorenwettbewerb ab – und die Menge der Einsendungen hat uns gleichermaßen überrascht und erfreut. Denn viele haben sich von der knappen Frist nicht schrecken lassen und so erreichten uns ganze 53 Einsendungen. Ein großes Lob dafür schon man an alle Teilnehmer.

Hier eine Liste aller Teilnehmer und ihrer Abenteuer:

  • Alexander Klee – Aus der Dunkelheit
  • Annette Juretzki – Krötengold
  • Askin-Hayat Dogan – Des Wandelbaren Schicksal
  • Benny Briesemeister – Vaterliebe
  • Bernard Klitzke – Wissen ist Macht
  • Bernd Göwe – Das Lied vom Widderkönig
  • Björn Zimmermann – Bergwacht
  • Bojana Kalanj und Bernhard Bornatowicz – Prinzessin Zuleika
  • Christian Fischer – Die Helden des Fürsten
  • Christoph Vogelsang – Verbrannte Erde
  • Clarissa Schnabel – Der Ghul von Svegan
  • Deniz Rogowski – Tunnelmonster
  • Dennis Rüter – Im Namen Zulhamids und Zulhamins
  • Dominic Hladek – Der Fluch des Sultans Abu l’Mayy
  • Fabian Talkenberg – Nachtschwarze Tiefen
  • Frank Polenz – Verlassene Hallen
  • Fried Rathing – Namenlose Kälte
  • Gudrun Schürer – Die entsprungene Braut
  • Gundel Schmidtbauer – Brunnen in der Tiefe
  • Hendrik Humberg – Wahnsinn der Seele
  • „Jadoran“ – Der Schlüssel zum Erfolg
  • Johannes Hennersperger – Höhle mit Ausgang
  • Julian Klippert – Gedankenspiele
  • Julian Zebisch – Verbotene Kunst
  • Kai Brauckmann – Schatten des Berges
  • Lutz Licht – Auf der Suche nach einem Heiligen
  • Marc-André Karpienski und Markus Lütkemeyer – Turm über Kopf
  • Mark Rammelmüller – Neu-Dere
  • Markus Weisenhorn – In den Ruinen von Yash’Hualay
  • „Merlin Emrys“ – Die Travienhorthöhle
  • Michael Berens – Bei Nacht und Nebel
  • Michael Rost – Das Vermächtnis der Kophtanim
  • Miriam Connely – Begraben unter Staub
  • Nicolas Shuttleworth – Durch den Brunnen
  • Nicole Euler – Gefährliche Träume
  • Niklas Forreiter – Die Wirkung des Perainiums
  • Norbert Steigenberger – Eine lange Nacht
  • Oscar Wetzel und Julia Lena Richter – Fluch des Goldes
  • Patrick Mahl – Der Tempel der drei Winde
  • Peter Knorr – Echsisches Erbe
  • René Schaal – Der Frost der Äonen
  • Robert Roth – In der Tiefe
  • Robin Mithoff – Unterm Eis
  • Roman Bering – Grab des Grauens
  • Rouven Stretz – Stumme Zeugen
  • Sebastian Rosada und Tobias Auerhahn – Brackwasser
  • Stefan Albiez – Das Wertvollste überhaupt
  • Stefan Tomaschitz – Brajans Licht, Tairachs Blut
  • Stefan Zeller – Transformationen
  • Stephan Schlößer – Was im Dunkeln lauert
  • Sven Lotz – Begraben
  • Thorsten Möller – Die Kammern des Schweigens
  • Tjorven Müller – Tsatuarias Erbe

Dazu noch zwei kleine Statistiken:

Zeichenzahlen: Knapp ein Viertel der Autoren hat die Zeichenzahl völlig ausgereizt, während eine fast ebenso große Zahl mit etwa der Hälfte des erlaubten Platzes auskam. Die übrige Hälfte hingegen landete zwischen 40.000 und 55.000 Zeichen und schien somit nicht unter größerer Platznot zu leiden.

Regionen: Sehr beliebt waren die Tulamidenlande, hier spielen 7 Abenteuer. Auch das Mittelreich wurde gut versorgt, hier spielen alleine 6 Abenteuer in den Nordmarken oder im Windhag, weitere 5 in Almada und ebenfalls 5 in den Schildlanden. Die übrigen Provinzen konnten immerhin noch 5 Abenteuer auf sich vereinen (2 in Albernia, je 1 in Tobrien, Gareth und im Kosch). Auch im Süden dürften sich Abenteurer in den Wettbewerbsbeiträgen tummeln, hier spielen 6 Abenteuer (davon 3 auf dem Festland und 3 in der Charyptik bzw. dem Südmeer). Alle übrigen Regionen waren weniger beliebt, hier konnten Thorwal und Maraskan immerhin noch zwei Abenteuer auf sich vereinen. Nur je ein Wettbewerbsbeitrag führt hingegen ins Horasreich, ins Svellttal, ins Bornland, in die Nordlande und ins Orkland – und einer sogar in den Limbus.

In jedem Fall sind die übrigen Jurymitglieder und ich sehr gespannt auf die konkreten Abenteuer. Viel Erfolg und Glück wünschen wir allen Teilnehmern!