Archiv für Dezember 2010

DSA: Was passiert 2011?

Mittwoch, 22. Dezember 2010
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Weihnachten steht kurz bevor, schon bald ist das alte Jahr Geschichte. Daher wagen wir jetzt einen kleinen Blick in die Zukunft – aber nicht zu ausführlich, denn auch bei uns gilt Niobaras Unschärfethesis: Je genauer die Vorhersage, desto unschärfer wird die künftige Realität. Daher erheben wir für diesen Ausblick keine Vollständigkeit und verzichten auch auf genauere Festlegungen.

Bereits früh im Jahr dürfen wir das Hesinde-Vademecum begrüßen, welches sich bereits in den letzten Produktionsstufen befindet. Als Gebetbuch und Ratgeber in allen passenden Lebenslagen eines Geweihten besitzt es ein handliches A6-Format und wird mit einem hesindianisch grünen Kunstledereinband erscheinen.

Wege der Alchimie stellt die Aspekte der stofflichen Magie – Alchimie, Artefakterschaffung und Zauberzeichen – in den Mittelpunkt. Mit überarbeiteten Regeln und zahlreichen neuen Gegenständen, Elixieren, Glyphen und Zeichen wird es ein unverzichtbares Hilfsmittel für alle Zauberer-Spieler und Spielleiter.

Horte magischen Wissens ist der zweite Teil der Reihe der Aventurischen Magierakademien. In ihm finden sich die Beschreibungen der noch fehlenden Akademien Aventuriens, ihrer besonderen Persönlichkeiten und ihrer Geheimnisse.

Die grüne Reihe der Regionalbände findet in der zweiten Jahreshälfte mit Schattenlande ihr Ende. Schwarztobrien und Maraskan sind die beiden Themen des Bandes, der sich intensiv mit der Bedrohung durch die Heptarchen und dem göttergläubigen Widerstand gegen ihre Herrschaft befasst. Weitere Themen sind die pervertierte Natur und die Refugien der Aufrechten.

Die Setting-Box Tharun wird die sagenhafte Hohlwelt gleichen Namens präsentieren und in aller Ausführlichkeit darlegen. Der Klassiker aus den Schwertmeister-Boxen ersteht neu im zeitgemäßen Gewand, mit allerlei nützlichen Hilfsmitteln, Regelergänzungen und einem Abenteuerheft.

Auch in der Reihe der Abenteuer und Kampagnen befinden sich zahlreiche Projekte in Arbeit. Die Drachenchronik findet mit Drachendämmerung ihr Ende, die Quanionsqueste der Praios-Kirche wird in Lichtsucher zum Thema eines Kampagnenbandes werden. Mit den Kampagnen-Abenteuern Schleiertanz und Rabenblut legen wir einen Schwerpunkt auf die Landstriche Aranien bzw. Al’Anfa und Mit wehenden Bannern wird die Wildermark-Kampagne, die in Von Eigenen Gnaden begann, zu einem Abschluss geführt.

Zum Schluss haben wir uns noch ein ganz besonderes Kapitel aufgehoben: Uthuria – die unbekannte Welt im Süden Aventuriens. Kommendes Jahr bricht die Expedition zum Südkontinent auf und wird in drei umfangreichen und innovativen Kampagnenbänden eine neue Welt entdecken. Seid dabei und erreicht als Erste fremde, unbekannte Gestade.

Natürlich haben wir noch weitere Projekte in Arbeit, etwa den Organisationen-Band, das Aventurische Archiv 8, das Inrah-Erweiterungsbuch Kartenglück und Schicksalszeichen, die Horasreich-Anthologie Maskenspiele und einige andere Abenteuer. Wir wollen nicht alle Munition bereits jetzt verschießen (obwohl Silvester dafür natürlich der passende Zeitpunkt wäre), sondern halten Euch auch 2011 auf diesem Blog weiter auf dem Laufenden.

In diesem Sinne wünscht Euch die DSA-Redaktion ein gutes Verleben der Namenlosen Tage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Raumhafen Adamant – Ratschlag 18

Sonntag, 19. Dezember 2010
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

18

Narjanka versuchte den Gleiter abzufangen, aber die Antigrav-Düsen stotterten unkontrolliert und all seine Steuerbemühungen sorgten nur dafür, dass der Gleiter in eine Kreiselbewegung gebracht wurde, die sie herumwarf.

Der Boden kam immer näher und Narbatur erkannte entsetzt, dass sie mitten in ein Wohnhaus krachen würden. Bei einer der rasanten Drehungen sah er eine Jasa-Apokato-Familie an einem Tisch sitzen.

Er schloss die Augen, was das Schwindel- und Übelkeitsgefühl noch verstärkte, und konzentrierte sich. Sein Kopf pochte bereits unangenehm und jede weitere PSI-Anwendung würde ihm vermutlich die Migräne des Jahrhunderts verschaffen, aber sie hatten keine andere Chance. Selbst wenn die Sicherheitseinrichtungen des Gleiters ihr Leben retten würden, würde das Haus aus billigen Bauplatten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Er spürte eine Energiequelle, einen Schirm, unmittelbar neben der Bauhalle. Es war ein Biosiegel vor einem Lebensmittelladen, dafür gedacht, den Schmutz und die Insekten von den Auslagen fernzuhalten. Er drang in das Steuerrelais ein, erweiterte das Biosiegel und pumpte dann jedes Elektron Energie in die Emitter, derer er Habhaft werden konnte. Dann schlugen sie auf …  doch sie brachen nicht hart durch die Häuserwand, sondern prallten an dem Schutzschild ab, das er improvisiert hatte. Wie ein Gummiball wurden sie beiseite geworfen und dann wurde alles in Narbatur zusammengepresst, als der Gleiter auf dem Dach landete, weiterrutschte und die Antigrav-Halterungen die Energie gleichmäßig verteilten.

Es dauerte einige Augenblicke, bis das Kreiseln in seinem Kopf aufhörte. Er öffnete die Augen und fiel in diesem Moment aus dem Sitz auf das Innere des Daches. Narjanka polterte neben ihm zu Boden, doch als er sich umsah, fand er Tera nicht.

War sie aus dem Gleiter geschleudert worden? Doch dann sah er ihre schlanken Beine bereits vor dem Fenster des umgedrehten Gleiters. Sie beugte sich herunter und reichte ihm eine Hand, um ihn aus dem Wrack zu ziehen. Wie war sie so schnell da herausgekommen?

Er ließ sich von ihr helfen und richtete sich schwankend auf. Obwohl ihm kotzübel war, bemerkte er, dass Tera gar keine Probleme dieser Art zu haben schien. Sie sah sich aufmerksam um. Narbatur folgte ihrem Blick und verzog das Gesicht. Die Emitter an der Vorderfront des kleinen Ladens waren nur noch rauchende Trümmer, von der Energie, die er hindurchgepresst hatte völlig vernichtet. Auf der anderen Seite stieg dichter Rauch von der brennenden Halle auf und er hörte schon die Sirenen näher kommen.

In diesem Moment zerbarst das Tor der Halle und die Verbrecher preschten mit dem Frachtgleiter heraus, kamen ins Schlingern und räumten mit dem Hinterteil ihres Gefährts die komplette Auslage des Geschäftes ab. Exotische Früchte und Gemüsearten kullerten über den Boden oder wurden zu Matsch.

Tera lachte kurz auf und trat beiseite, weil nun Narjanka seine Sinne wieder beisammen hatte und mit wuchtigen Tritten die verbeulte Tür aus den Angeln riss. Die Fenster waren viel zu klein für ihn. Er wälzte sich heraus und erneut bemerkte Nabatur, wie ruhig und gefasst Tera war. Sogar Narjankas Hände zitterten leicht, obwohl der erfahrene und kampferprobte Haudegen wirklich schon viel Schlimmeres durchgemacht hatte.

Kurzentschlossen sammelte er seine letzten Kräfte und drang in ihren Geist ein, ohne Vorbereitung, ohne Vorwarnung und ohne sich selbst Zweifel daran zu erlauben. Die Deckidentität der Bauarbeiterin war gut gefügt und einen normalen PSI-Scan hätte sie damit vermutlich täuschen können, aber im Moment war sie abgelenkt, und so sah er, was sie wirklich war.

„Verdammt, Narbatur, musste das sein?“, fragte Tera wütend und hatte plötzlich zwei kleine Diffusorpistolen in den Händen, die eine auf ihn, die andere auf seinen schwer atmenden Kollegen gerichtet.

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„Das ist ein Saht?“, fragte Alpha entgeistert und nahm Gosen das TRAD mit dem Scan wieder ab, um es hin- und herzudrehen. „Jetzt wo du es sagst …“

„Ich dachte, das wären nur Gerüchte?“, fragte Beta und erschauderte sichtlich. „Ihr kriecht wirklich …“

Ein kleiner Roboterkörper schnarrte: „Nicht wir!“ Alpha erschloss sich durch logische Deduktion, dass dies Sareils neuer Körper sein musste, von dem Tschingri gesprochen hatte. Er war nur wenig größer als Alpha selbst.

„Die Ordnung des alten Weges“, seufzte Milkam und schüttelte den Kopf. „Dieser da kann noch nicht lange im Hirn des Diplomaten stecken. Wenn sie sich erstmal einige Tage lang angepasst haben, ahmen sie die sie umgebende Körpersequenz nach und sind praktisch nicht mehr zu scannen, wenn man nicht weiß, wonach man sucht.

„Pheromone“, sagte Alpha stolz, ließ das TRAD achtlos fallen und hielt den Scannerstift hoch. Als er sich der Aufmerksamkeit aller Anwesenden bewusst war, erklärte er, was es mit dem Gerät auf sich hatte.

„Einfach, aber genial“, lobte Milkam.

„Könnte ihr das alle?“, fragte Beta angeekelt. Sareils kantiger Kopf nickte, Milkam schüttelte den seinen und erklärte: „Man muss sich speziell darauf vorbereiten, die alte Nahrung zu sich nehmen und bestimmte Enzymketten aufbauen. Und natürlich muss man PSI beherrschen, um das Nervensystem übernehmen zu können.“ Er zuckte mit den Schultern und es trat eine peinliche Stille ein.

„Was sollen wir jetzt tun?“, wandte er sich fragend an Gosen.

„Erstattet Bericht bei der Planetensicherheit“, gab Gosen zurück, blickte erneut auf die Uhr und zog dann seine Uniformjacke gerade – was überflüssig war, weil sie schon so glatt war, wie ein vereister See. „Ich muss weg.“

Damit wirbelte er herum und ging im Stechschritt aus dem Raum.

Alpha warf Beta einen kurzen Blick zu, dann stürmten sie beide hinter dem Kommandanten her. Alpha hielt den Scanner vorgestreckt, bis sie Gosen einholten und er ihn beinahe versehentlich in den Oberschenkel des Fleutar stach.

Auf Betas fragenden Blick schüttelte er den Kopf. Gosen war kein Sahtwirt. Aber was war dann los mit ihm?

Aus dem Augenwinkel sah Alpha, dass auch die beiden Saht sich ihnen angeschlossen hatten, mit Gamma im Schlepptau. Sie folgten dem dahineilenden Gosen durch das chaotische Durcheinander des Ringes, in dem es mittlerweile vor Sternenratuniformen nur so wimmelte. Als sie den Ankunftsbereich beinahe erreicht hatten, drehte sich Gosen kurz drohend zu ihnen um, sagte dann aber doch nichts.

Alpha hielt jedoch die Hand hoch und seine drei Begleiter blieben bei ihm stehen, um Gosen etwas Freiraum zu lassen. Gemeinsam beobachteten sie, wie Gosen vor einer der Schleusen Habacht-Stellung annahm und salutierte, als ein anderer Fleutar herauskam. Er trug die graugrüne Uniform der Fleutar-Planetenflotte und drei goldene Dreiecke auf den Schulterklappen wiesen ihn als Flottenführer aus, dem zweithöchsten Rang der Truppe.

Seine Narbenwülste waren bereits zu einem graugelb verblasst und das kurz geschorene Haar war ebenfalls farblos geworden.

Der Mann trat zu Gosen, ließ den Blick an ihm hinabgleiten und schlug dann eine ansatzlose Rechte in das Gesicht des Stationskommandanten, die den erfahrenen Kämpfer überraschte und zu Boden schickte. Als er sich wieder aufrappelte und sich einen rötlichen Blutfaden von der Nase wischte, fragte er: „War das wirklich nötig, Vater?“

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„Was ist denn jetzt los?“, fragte Narjanka eher verwundert als erschrocken. Man konnte meinen, dass täglich schöne Bauarbeiterinnen Waffen auf den Hakhasu richteten. Nur dass sie keine Bauarbeiterin war.

„Sie ist eine Sternenratspionin“, erklärte Narbatur und hob langsam die Hände.

„Ah“, sagte sein Kollege, hob ebenfalls die Hände. „Das erklärt einiges. Aber warum richtet sie Waffen auf uns?“

„Vermutlich misstraut sie uns“, sagte Narbatur und zog mit zwei Fingern die Laserpistole aus dem Gürtel, die er in der Halle aufgelesen hatte.

„Kann ich verstehen. Ich würde dir auch nicht vertrauen.“

Narbatur konzentrierte sich ein weiters Mal, obwohl sein Kopf mittlerweile schon ein unablässiges Stakkato aus Schmerzimpulsen durch seinen Körper hämmerte. Er spürte die Waffen in ihrer Hand und mit einem Aufschrei sandte er seine letzte Kraft aus. Während er keuchend auf die Knie sank, sah er Narjanka vorspringen und zuschlagen.

Die Agentin feuerte, zielte dabei auf seine Knie, aber die Waffen gaben nur ein hohles Summen von sich. Doch dann war die Agentin nicht mehr da, wo die riesige Faust des Hakhasu landete. Sie tauchte unter dem Schlag durch und rammte Narjanka das Knie in die Seite. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war das so angenehm wie ein Angriff gegen ein Raumschiffschott. Doch ihr Angriff war nur eine Finte gewesen. Als sie sich jetzt unter den Armen Narjankas hinwegrollte, der nach ihr griff, sah Narbatur die Waffe seines Kollegen in ihren Händen. Sie kam hoch, legte an und schoss erneut. Der Strahl raste genau auf Narjankas Kopf zu.

Cheliax – mit der Hölle im Bunde

Freitag, 17. Dezember 2010
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Es herrschen Ordnung und Recht im Imperium Cheliax. Was mehr könnte man sich als Bewohner dieser Nation wünschen als Ruhe und Ordnung. Für Abenteurer hört sich das fast schon langweilig an. Doch der Preis, der für diese trügerische Ruhe bezahlt wurde und noch wird, ist hoch! Nur ein Adelshaus schaffte es, einen langen Bürgerkrieg zu beenden und den Thron zu besteigen – das dreifach verfluchte Haus Thrune. Doch um dies zu schaffen, ging man einen Pakt mit den Teufeln ein, erhob die Anbetung von Teufeln, insbesondere Asmodeus, zur Staatsreligion und erzwang somit endlich Frieden.

Heute versuchen Adlige wie gemeines Volk, durch Anschuldigungen Mitbürger in Misskredit zu bringen, um selbst vielleicht eine bessere Stellung zu erhalten. Misstrauen und Angst beherrschen die Städte und Dörfer des Imperiums. Doch es gibt noch Jene, die sich gegen die imperiale Obrigkeit auflehnen. Jene, die das alte Cheliax, welches einst die führende Nation Golarions war, in Ehren halten, und zurück haben wollen. Jene, die Westkrone immer noch als Hauptstadt ansehen und nicht Egorian. Jene, die die imperiale Obrigkeit bekämpfen – öffentlich wie auch im Untergrund.

In diesem Handbuch finden sich Infos zu den beiden Städten Westkrone und Egorian. Außerdem wird die große Geschichte wie auch die momentane Lage von Cheliax beschrieben. Wesenszüge, neue Talente, magische Gegenstände und Zauber liefern cheliax-typische neue Regeln, die es ermöglichen, chelische Charaktere zu entwickeln. Einige NSC, die Gegner oder Verbündete sein können, runden den Band ab.

Schon beim ersten Lesen des Bandes wird klar, dass es in Cheliax unzählige Möglichkeiten gibt, Abenteuer zu erleben. Die Stimmung, die aufkommt ist sehr bedrückend. Man fühlt sich ein wenig wie in George Orwells Roman 1984 – Big Brother is watching you!

Verstöße gegen geltende Regeln (die von Teufelsanbetern gemacht wurden, um die Gesellschaft im Zaum zu halten) werden hart bestraft, oft mit dem Tode. Die berüchtigten und unbestechlichen Höllenritter überwachen die Einhaltung der Ordnung. Niemand traut dem Anderen, Nachbarn reden kaum miteinander. Öffentlich heißt man die neue Regierungsform gut – und manche meinen es sogar ernst und erklären jenen Außenstehenden, die sie als Diener der Teufel beschimpfen, dass nicht die Chelaxianer der Hölle dienen, sondern die Teufel den Chelaxianern.

Doch im Untergrund macht sich der Widerstand breit, und der Vorhang ist geöffnet für ein großes Abenteuer.
Cheliax im F-Shop bestellen

Das Pathfinder-Übersetzerteam wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen uns 2011 wieder. Bis dahin wünschen wir viel Spaß mit unserem kleinen Weihnachtsgeschenk, einem Ratgeber für Einsteiger zur Charakter-Erstellung.

Tom Ganz

Pathfinder: Almanach der Verliesbewohner

Mittwoch, 15. Dezember 2010
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Kürzlich erschien der Almanach der Verliesbewohner – Anlass für uns, euch den Band etwas näher vorzustellen.

Viele von euch kennen bereits den Almanach der klassischen Monster oder den Almanach der Drachen und sind so bereits mit dem Aufbau des Bandes vertraut. Auch dieses Mal werden zehn Monster deutlich detaillierter beschrieben, als dies der knappe Raum im Monsterhandbuch erlaubt.

Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf Verliesmonstern, und die ausgewählten Monster werden dafür sorgen, dass das nächste Verliesabenteuer deutlich abwechslungsreicher verlaufen wird, als gewohnt: Neben bizarren Monstern à la Mimik, Rostmonster oder Seiler finden sich auch bewährte Angstgegner wie Eulenbären oder Landhaie ein. Und “Angstgegner” ist ernst gemeint: Sind Eulenbären in eurer Kampagne zu Standardgegnern geworden? Wie wäre es dann mit Orks, die sich auf Kriegseulenbären reitend auf die Abenteurer stürzen? Kriegseulenbären sind eine besonders wilde (und unberechenbare) Züchtung mit Herausforderungsgrad 7, die von Orks gerne im Kampf eingesetzt werden – leider ist diese Variante auch besonders unberechenbar und kann sich auch mal gegen die eigene Seite wenden, was ihren Nutzwert aus Orksicht aber nicht schmälert.

Spätestens seit dem ersten Finstermondtal-Abenteuermodul sollten Gallertwürfel ihren Ruf als langweilige, stupide Standardgegner abgelegt haben. Wie wäre es mit einigen Talenten, die Schlicken eine noch prominentere Rolle in euren Verliesen verschaffen können? Als da wären “Unverdaulichkeit” oder die Fähigkeit, Schlicke mit magischen oder übernatürlichen Fähigkeiten auszurüsten (“Schlickflüsterer”). Auch der Zauber “Fleisch zu Schlick” kann für böse Überraschungen sorgen und nebenbei auch dafür, dass Gallertwürfel niemals ganz ausgerottet werden können. :) Auf Abenteurerseite führt eine nützliche Ausrüstungsliste Gegenstände auf, die im Gepäck keines Schlickjägers fehlen sollten.

Für jedes der zehn Monster wird ihr Ursprung, ihre Geschichte, ihre Lebensweise und ihr Blick auf’s Leben dargestellt – ok, im Falle des Gallertwürfel letzteres wohl weniger. ;) Darüber hinaus werden Varianten zu jedem Monster dargestellt, die für Abwechslung und manche böse Überraschung im Spiel sorgen dürften. V.a. aber wird auch darauf eingegangen, welche Rolle diese Monster im Spiel übernehmen können und wo sie auf Golarion anzutreffen sind.

Auf der Paizo-Seite erhielt die englische Ausgabe des Bandes nur Höchstwertungen. Das Lob reicht von “Boshafte Anregungen springen einem aus den Seiten entgegen”, über “Inspirierend und spaßig” bis “Peppe dein Verlies sofort auf!”.

Eine für Spielleiter sehr praktische Hilfe und für uns im Übersetzungsteam einer der Bände, die wir unbedingt übersetzen wollten.

Raumhafen Adamant – Ratschlag 17

Sonntag, 12. Dezember 2010
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

17

Alpha lief wie ein eingesperrter Namahar auf und ab und murmelte vor sich hin.

Beta reichte Gamma einen weiteren Baustein, den dieser mit äußerster Konzentration auf einen Stapel lud, dessen Ende er schon jetzt nur auf einem Stuhl stehend erreichen konnte.

„Wir müssen an diese Daten herankommen. Mit diesem Kerl stimmt etwas nicht, Diplomat hin oder her!“

Beta seufzte, reichte den nächsten Stein hoch und sprang dann zurück, als der Stapel in sich zusammenfiel.

„Manno“, maulte Gamma. „Ich hab doch gesagt, wir müssen die festkleben.“

„Das ist aber gefudelt“, mahnte Beta und reichte Gamma ein TRAD mit einem integrierten Malprogramm. „Hier, mal was!“

Gamma trat noch einmal trotzig in den Trümmerstapel und sprang dann auf das große Bett, das sie sich teilten. Beta trat zu Alpha und sagte leise: „Ich habe vielleicht eine Idee, wie wir die Daten bekommen könnten.“

Alpha wirbelte herum, packte Beta an den Schultern und schüttelte ihn. „Wie?“

„Aua“, beschwerte er sich und machte sich los. „Beruhige dich erstmal wieder!“

Alpha atmete tief durch und entschuldigte sich. „Das macht mich ganz kribbelig. Habe ich einen Fehler gemacht oder steckt da etwas anderes dahinter?“

„Die Scannersysteme sind doch Zollgeräte und nur in zweiter Linie Sicherheitsgeräte. Das bedeutet, dass sie vermutlich an das zentrale Datennetzwerk angeschlossen sind, und das wiederum heißt, dass …“

Alpha nahm den Gedanken auf: „Tschingri sich einklinken und sie herunterladen kann!“

Beta nickte. „Wenn sie Lust dazu hat.“

„Fragen wir sie.“ Alpha lief zur in die Wand eingelassenen Konsole, steckte die Erweiterung ein, die ihre Gespräche mit der KI verschlüsselten und aktivierte die Begrüßungsroutine. Es dauerte keine zwei Sekunden, dann antwortete Tschingri: „Hallo Jungs, was liegt an?“

Alpha öffnete den Mund, aber Beta trat ihn unauffällig und mischte sich ein: „Och, so dies und das. Aber wie geht es dir? Alles in Ordnung?“

„Ich habe Sareil das Leben gerettet, sonst nichts Besonderes“, sagte die KI und in ihrer gesichtslosen Stimme lag Stolz.

„Ehrlich?“, fragte Beta aufrichtig verwundert.

„Ja, Bombe!“, gab die KI zurück. Alpha musste sich die Hand in den Mund stecken, um nicht mit seiner Frage herauszuplatzen. Er wimmerte leise dabei.

Tschingri lachte: „Was wollt ihr wirklich, Jungs?“

Beta seufzte und nickte Alpha zu, der mit einem Plöppen die Hand aus dem Mund zog und ihr Anliegen hervorschnatterte.

Tschingri dachte einen Augenblick darüber nach und seufzte dann. „Na gut, aber nur, weil in der letzten Zeit allerhand seltsame Dinge auf dem Raumhafen passiert sind!“

„Dankedankedanke!“, frohlockte Alpha und zeigte Beta den gehobenen Daumen.

Es dauerte keine Minute, dann meldete sich Tschingri mit den Daten wieder. Beta lief es kurz kalt über den Rücken, als er sich vorstellte, was die künstliche Intelligenz für einen Schaden an den Systemen der Station anrichten könnte, wenn sie das wollte. Aber Gosen vertraute ihr, also würden sie es auch tun.

Alpha rief die Daten mit zitternden Händen auf und studierte sie. Beta sah ihm über die Schulter. Es war keine Aufnahme eines medizinischen Scanners, aber sie konnten die Systeme des Körpers gut erkennen.

„Da“, sagte Alpha nach einer Weile und wies auf einen unförmigen Schatten im Kopf des Mannes. „Das ist ein Tumor!“

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Narbatur hörte seinen eigenen Schrei über das dumpfe Fauchen des Feuers und die wilden Schüsse kaum, aber er war sicher, dass er schrie. Seine Augen zuckten im dunklen Rauch umher, da stieß mit einem Mal etwas Großes auf sie zu, tauchte ab und dann krachten sie schmerzhaft auf das Dach von Narjankas Gleiter. Sein Kollege startete durch, brach an anderer Stelle durch das Dach und gewann an Höhe.

Dann hielt er inne, damit seine beiden Passagiere durch das sich langsam öffnende Verdeck hineingleiten konnten.

„Du blöder Vollidiot!“, schalte der Hakhasu, kaum dass Narbatur in den Sitz geglitten war.

„Hoppla“, sagte Narbatur und hob entschuldigend die Hände. „Ist ein bisschen schief gegangen.“

„Kommt dir dieser Kerl bekannt vor?“ Narjanka hielt ihm eine Fahndungszeichnung vor, die einen älteren Fleutar mit kreisrunden Narbenwülsten im Gesicht zeigte. „Das ist Taugroms Rechtsverdreher. Warum?“

„Gosen will, dass wir ihn finden und in die Mangel nehmen.“

„Halleluja!“, freute sich Narbatur und verdrängte jeden Gedanken daran, wie sie dieses Schlachtfeld da schräg unter ihnen erklären sollten.

Eine dumpfe Explosion erschütterte die Halle und Trümmer wurden durch das zerstörte Dach in die Luft geschleudert. Ein brennendes Fass traf den Gleiter knapp hinter der Fahrgastzelle, zerbarst in eine Feuerwolke und riss den halben Antrieb vom Rumpf. Warnsignale und rote Leuchten erwachten zum Leben. Der Gleiter ging laut jaulend und funkensprühend in einen unkontrollierten Sinkflug über – man hätte es auch einen Absturz nennen können. Und über all dem lag Narjankas dröhnender Schrei: „Nicht schon wieder!“

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Milkam klopfte kurz und trat dann in Gosens Büro, ohne eine Antwort abzuwarten. Der Kommandant saß hinter seinem Schreibtisch, aber es war weder ein Bildschirm eingeschaltet, noch hatte er ein TRAD in der Hand. Stattdessen starrte er aus zusammengekniffenen Augen ins Leere. Es dauerte eine volle Sekunde, bis er Milkam bemerkte, was ebenfalls sehr merkwürdig war.

„Ja, Milkam“, sagte Gosen und schüttelte leicht den Kopf, wie um unliebsame Gedanken zu vertreiben. „Was gibt es?“

Ein leises Quietschen kam näher und dann betrat auch Sareil das Büro. Sein rechtes Bein verhakte sich bei jedem zweiten oder dritten Schritt im Kniegelenk.

Milkam trat an den Schreibtisch und reichte dem Fleutar das TRAD mit den Namen darauf. „Das ist der Inhalt der verschlüsselten Liste. Mehr konnte Mo’krat nicht retten.“

Gosen überflog sie, aber bevor er zu einem Ergebnis kommen konnte, flog die Tür erneut auf und Gamma kam hereingestürzt. „Papa!“, rief er und stürmte zu Gosen, um ihm auf den Schoß zu klettern, aber der Kommandant hielt ihn mit dem Fuß ab und sagte: „Du hast doch Stubenarrest!“

Die andere beiden Klonbrüder folgten auf dem Fuße und Alpha sprang auf einen Stuhl, von dort auf den Schreibtisch und lief zu Gosen hinüber: „Ein Tumor!“

Gosen hob beide Augenbrauen.

„Dein Freund, der Diplomat, der sondert Saht-Pheromone ab, aber er nimmt keine Drogen, und er hat einen Tumor.“

Gosen verstand offensichtlich kein Wort, aber Milkam hatte das Gefühl, als hätte man ihn samt und sonders in geeiste Salzsäure getauscht.

„Ein Tumor?“, fragte er und nahm dem Klon das TRAD aus der Hand, auf dem ein diffuser Scan zu sehen war. Seine Befürchtungen bewahrheiteten sich. Das war kein Tumor!

„Oh nein“, sagte er und hielt Sareil den Scan hin, aber der machte einige Verrenkungen. Er wollte wohl mit den Schultern zucken, denn er war natürlich nicht ausgebildet in Saht-Anatomie. Geräte lagen ihm eher.

„Möchte mir jemand erklären, was hier los ist?“, fragte Gosen wütend und sah auf die Uhr an seiner Wand.

„Wie …“, setzte Milkam an, musste aber schlucken und neu ansetzen. „Wie heißt denn dieser Diplomat?“

„Reinhard September“, sagte Gosen verärgert. „Aber was hat das …“

Milkam hob die Hand, sah auf die Liste mit den entschlüsselten Namen und sagte erneut: „Oh nein.“

Gosen stand auf, blickte erneut auf die Uhr und verlangte: „Informationen! Sofort!“

Milkam versuchte seine rasenden Gedanken zu beruhigen, sammelte sich, und sagte: „Das ist kein Tumor in seinem Kopf.“

„Was ist es dann?“, wollte Alpha aufgeregt wissen.

Milkam sah zu Boden, konnte Gosens Blick nicht erwidern, und sagte es ihnen.

Ein Tag im Pathfinder-Übersetzerteam

Freitag, 10. Dezember 2010
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von Oliver von Spreckelsen

7:00 Uhr – Aufstehen, Schneeschippen (Grummel!)

7:30 Uhr – Duschen, Forum lesen, Frühstücken

8:00 Uhr – Fertige Layoutdatei von Wettlauf ins Verderben herunterladen und mit großen Augen öffnen.

8:30 Uhr – Panikanfall, um nicht den Bus zur Arbeit zu verpassen

8:36 Uhr – Rücklichtern nachstarren und zu Fuß zum Bahnhof gehen

8:50 Uhr – Ankunft am Bahnhof außer Atem

8:55 Uhr – Bahn kommt mit 8 Minuten Verspätung, Laptop aufklappen und starten

8:57 Uhr – Klassenkapitel zu den Expertenregeln nach dem Lektorat fürs Layout aufbereiten (Hexe ist fertig)

9:25 Uhr – Laptop zu, auf zur Arbeit

12:20 Uhr – Mittagspause: schnell das Glossar vom Almanach zum Mwangi-Becken durchgehen und mit unserem bisherigen Glossar abgleichen

13:00 Uhr – weiter arbeiten…

17:30 Uhr – Feierabend, auf zur Bahn

17:45 Uhr – Laptop auf, Forum lesen, Emails abgerufen, Glossar der Monster A-G vom Monsterhandbuch 2 ist da, wird gleich aufgearbeitet in den Übersetzerbereich gestellt, weiter am Klassenkapitel der Expertenregeln werkeln.

18:10 Uhr – Laptop zu, Bus wartet

18:25 Uhr – endlich zu Hause

19:00 Uhr – Telefonkonferenz beginnt: Status zu Übersetzungen, Lektoraten, Korrektoraten in der Gruppe kurz diskutieren, dann Glossar vom Almanach zum Mwangi-Becken angehen.

19:30 Uhr – Ehefrau bringt Tee, gebe dankend Küsschen

22:00 Uhr – immer noch Telefonkonferenz – 100 Begriffe geschafft!

22:10 Uhr – Böse Blicke von Ehefrau

23:00 Uhr – Telefonkonferenz artet nach 150 Begriffen zu lustigem Geschichtenerzählen aus.

23:13 Uhr – Müde fragende Stimme aus dem Nachbarzimmer – „Wir sind gleich fertig, Schatz!“

23:40 Uhr – Geschafft 190 Begriffe abgestimmt, längst schon Zeit fürs Bett, Ehefrau schläft schon

Hörbuch “Der Hofmagier” mit Abenteuer “Odem der Kälte”

Mittwoch, 08. Dezember 2010
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Der Hofmagier ist der erste Teil der Biographie des G.C.E. Galotta und basiert auf dem gleichnamigem Roman von Kathrin Ludwig und Mark Wachholz.

Im Jahr 975 BF holt Kaiser Reto einen aufstrebenden Weißmagier an seinen Hof: Gaius Cordovan Eslam Galotta. Doch der junge Magus muss schnell erfahren, dass er seine beeindruckenden magischen Fähigkeiten nicht nur für seine ungewöhnlichen Forschungen benötigt, sondern auch, um sich im Ränkespiel des Hofes zu behaupten, wo vor allem die Rolle der Alara Paligan, der Gemahlin von Kronprinz Hal, lange Zeit undurchschaubar ist.

Galotta wird von Reto beauftragt, ihm eine magische Waffe zu erschaffen. Der erste Schritt führt ihn in den legendenumrankten Reichsforst, wo er nach verborgen lebenden Elfen sucht. Bald darauf betreibt er Feldforschungen auf dem lebensfeindlichen Maraskan.

Das Hörbuch ist seit November im Handel.

Es enthält auf der siebten CD exklusives Bonus-Material: neben dem DSA-Basisregelwerk das Abenteuer Odem der Kälte von Daniel Simon Richter. Dieses Abenteuer wird ausschließlich auf der CD angeboten werden.

Odem der Kälte

ein DSA-Szenario zur RSH 4 Angroschs Kinder von Daniel Simon Richter

Spieler: 3-6 Spieler

Komplexität (Meister / Spieler): mittel / niedrig bis mittel

Erfahrung: (Helden): Einsteiger bis Erfahren

Anforderungen (Helden): Interaktion, Talenteinsatz, Kampffertigkeiten

Ort und Zeit: der Finsterkamm in der Grafschaft Heldentrutz im frühen Boron 1028 BF

Odem der Kälte spielt in der Grafschaft Heldentrutz im rauen Herzogtum Weiden. Ein kleines Dorf in den Höhen des Finsterkamms braucht Eure Hilfe: Immer wieder drangsalieren dämonische Reiter das Dorf. Brandschatzen und entführen Dörfler. Doch was steckt dahinter? Wird diese Wilde Hatz erneut zuschlagen? Welche uralten Geheimnisse verbergen sich noch in den dunklen Schluchten des unheimlichen Gebirges?

Nur Ihr könnt den Bewohnern von Avesruh helfen und das Dorf vor altem Übel schützen …

Raumhafen Adamant – Ratschlag 16

Sonntag, 05. Dezember 2010
raumhafen-adamant-%e2%80%93-ratschlag-16

Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

16

„Entschuldigung“, rief Alpha dem Mann hinterher, der sich verwundert zu ihm umsah und eine buschige, graue Augenbraue hob.

„Wir müssten sie mal ganz kurz untersuchen“, sagte er dreist und wollte den Scanner über den Mann fahren, aber er kam nur bis zum Knie, da schloss sich die große, kräftige Hand des Menschen um seinen Unterarm und die andere nahm ihm das Gerät weg.

„Was ist das? Eine Art Messgerät?“, sagte der Mann mit tiefer, erboster Stimme. „Ich lasse mich nicht scannen. Ich besitze diplomatische Immunität!“

„Nur ganz kurz“, versuchte Alpha ihn zu überreden, aber der Schmerz in seinem Arm wurde immer schlimmer.

„Nein!“, sagte der Mann, warf den Pheromonscanner achtlos beiseite und beugte sich drohend über Alpha. „Ich weiß nicht, wem du gehörst oder für wen du arbeitest, Klon, aber versuch das nie wieder. Unerlaubte Scans verstoßen gegen die Gesetze des Sternenrats.“

„Streng genommen gilt hier das Recht des Konsortiums“, wandte Beta ein und versuchte den Griff des Mannes von Alphas Arm zu lösen. „Und Sie tun ihm weh!“

Der Mann schnalzte missbilligend mit der Zunge und ließ los. Alpha taumelte einen Schritt rückwärts, stolperte dann über den Antigrav-Koffer und zog Beta mit zu Boden.

„Rudelkitzeln!“, kreischte Gamma erfreut und warf sich auf seine Brüder, die gespreizten Finger im Anschlag.

„Haha, nicht jetzt, haha, Gamma, haha!“, wehrte sich Alpha und sprang wieder auf die Füße.

„Mit dem stimmt etwas nicht!“, rief er Beta zu, der japsend Gammas Hände abzuwehren versuchte. „Gamma! Hör auf!“, ermahnte er seinen Bruder scharf und der ließ von Beta ab, zog aber einen Flunsch. „Manno!“

Der Mann war unterdessen wieder unterwegs, offenbar zu einem der Shuttleanleger, wollte also vermutlich zum Planeten hinunter.

Alpha zog Beta auf die Beine und sagte: „Wenn wir doch nur einen Scan von ihm kriegen könnten.“

„Ich habe eine Idee!“, rief Beta und lief los.

„Was denn?“

„Wirst schon sehen!“

„Hui, Wettrennen“, rief Gamma und wetzte los.

Beta holte den Antigrav-Koffer des Mannes ein, der in diesem Augenblick einen Blick über die Schulter zurückwarf. Auf Alpha wirkte er besorgt, aber er hatte es nicht so mit den Gefühlen.

Beta sprang auf den Koffer, wie auf ein Reittier, schlang die Beine darum und warf sich zur Seite. Der Koffer versuchte die ungleiche Last abzufangen und fuhr in die andere Richtung. Nach zwei engen Kreisen hatte Beta unter dem entgeisterten Blick des Menschen den Dreh raus und steuerte den Koffer wie einen Gleiter über den Flur.

„He, wirst du da wohl runtergehen?“, rief der Mann erbost und ging eilig hinter seinem Koffer her. Zu laufen war ihm wohl zu peinlich, was ein Glück war, denn wirklich schnell war der Koffer nicht.

Als Alpha sah, wohin Beta unterwegs war, verstand er. Er überholte den fluchenden Mann, zog Gamma mit sich und schob ihn vor. „Lenk NehaLeke ab!“, rief er ihm zu und Gamma sah ihn kurz unverständig an, entdeckte dann aber die große SulSchamo-Sicherheitsfrau und jauchzte auf.

„Tante Leke!“, rief er der Frau zu, die gelangweilt an der Steuerkonsole des Zollscanners lehnte. Wenn der nächste Frachter anlegte, würde hier die Hölle los sein, aber im Moment hatte die Frau nichts zu tun.

„Gamma!“, rief sie mit donnernder Stimme und fing seinen Bruder auf, der sich ihr entgegenwarf, und wirbelte ihn herum, als sei er eine Puppe. Sie warf ihn in die Luft, bis er fast an die hohe Decke des Rings stieß, und Gamma lachte dabei so laut und herzlich, dass er kaum noch Luft bekam.

Alpha huschte unterdessen an der SulSchamo vorbei, die schon ohne Ablenkung selten etwas unter anderthalb Meter Höhe bemerkte, und aktivierte das Scannersystem. Beta zog im Inneren der großen Schleuse enge Kreise und wirkte schon ziemlich grünblau im Gesicht.

Da betrat der Mensch die Schleuse endlich. „Runter von meinem Koffer, du unverschämtes …“

Seine weiteren Worte hörte Alpha nicht mehr, denn er schloss die Schleuse, deren Tor mit einem lauten Krachen herunterfiel. Schnell konzentrierte er den Scanimpuls auf den Menschen und aktivierte das Gerät. Daten wurden erfasst und auf ein Display überspielt … das in diesem Moment von einer grüngelben Hand ausgeschaltet wurde. Die dazugehörige andere Hand packte Alpha am Ohr und zog ihn vom dem Hocker herunter, drehte ihn um. Vor ihm stand Gosen und sah streng auf ihn hinab.

„Ach, nicht schon wieder“, schimpfte Alpha und verzog das Gesicht, als Gosen ihn noch ein wenig stärker am Ohr zog und zur Seite führte.

„Das ist doch wohl mein Text“, sagte Gosen mühsam beherrscht. „Sicherheitsfrau NehaLeke“, grollte er. Die SulSchamo kam herbeigeeilt, was bei ihr wirkte wie ein Gletscherrutschen. „Möchten Sie mir erklären, warum diese Klone Botschafter Lehmann in eine Frachtschleuse einsperren und ihn illegal scannen konnten, obwohl Sie Wachdienst hatten?“

„Ich …“ Die SulSchamo dachte einen Augenblick nach. „Ist das eine Fangfrage?“

Gosen seufzte. „Schaffen Sie mir die drei Nervensägen aus den Augen. Gamma, du hast drei Tage Stubenarrest, und ich würde vorschlagen, dass deine Brüder in der Zeit bei dir bleiben.“

„Das ist leider …“, wollte Alpha einwenden, aber Gosen beugte sich vor und hob eine Augenbraue. „Sicher, gute Idee. Ein bisschen lesen, ausruhen. Hervorragend!“

Beta kam mit einem zufriedenen Lächeln auf ihn zugelaufen, sah Gosen und wurde schlagartig langsamer. Kurz glaubte Alpha, er wolle sich an dem Kommandanten vorbeischleichen, aber dann gesellte er sich zu seinen Brüdern.

„Ich weiß wirklich nicht, was in letzter Zeit mit euch los ist“, sagte Gosen ernst und schüttelte den Kopf. Kurz strich er Gamma über den Kopf und fügte hinzu: „Und dass ihr den Kleinen immer mitreinziehen müsst!“

Alphas erster Impuls war, Gosen auf die identische Größe aller Klone hinzuweisen, aber dann begriff er, was der Fleutar meinte, und schämte sich ein bisschen.

Gosen ging auf den Menschen zu, der mit hochrotem Gesicht aus der Schleuse trat, nun wieder von seinem Koffer verfolgt, der jedoch etwas Schlagseite hatte.

„Reinhard“, begrüßte der Kommandant den Diplomaten. „Schön, dich wiederzusehen.“

Alpha schluckte schwer. Da hatten sie sich ja grad den Richtigen ausgesucht.

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Milkam überflog die Liste, die Mo’krat vor der Selbstzerstörung hatte bewahren können, und runzelte die Stirn. Es waren ausschließlich Namen, die hier verzeichnet waren, die meisten durch die Fragmentierung unvollständig. Aber einige waren zu erkennen, und Mo’krat pfiff eine sorgenvolle Melodie, während der Computer die Liste mit dazugehörigen Arbeitsstellen und Lebensläufen ergänzte.

„Sehe ich das richtig“, sagte Sareil und drehte mühsam den unbeweglichen Kopf noch etwas weiter, um Milkam anzusehen. „Das sind alles Leute, die auf Adamant arbeiten? Und die meisten von ihnen in den Park-Hotels und dem Purpur-Sitzungszentrum?“

„Genau“, sagte Mo’krat. „Genau da, wo …“

„… in Kürze die Ratssitzung stattfinden wird und die Ratsmitglieder wohnen“, vervollständigte Milkam seinen Satz.

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Die Wolke aus destruktivem Schall, Holzsplittern und giftiger Flüssigkeit traf auf Narbatur und Tera, als sie hart auf dem Boden landeten. Doch statt sie in Stücke zu reißen glitt sie über sie hinweg und krachte in den Kistenstapel hinter ihnen. Ein mattgelbes Kraftfeld, das von Teras Armband ausging, hatte den Angriff abgewehrt.

Narbatur warf ihr einen verwunderten Blick zu. Das war Militärtechnologie! Wie kam die Bauarbeiterin da ran?

„Willst du weiterkuscheln, oder sollen wir verschwinden?“, fragte Tera spöttisch, während das Kraftfeld flackerte und dann verschwand, als die Energie des kleinen Generators aufgebraucht war. Narbatur schnaubte und sprang auf die Beine, wollte der Menschenfrau galant aufhelfen, aber die war bereits hochgeschnellt und rannte von den feuernden Wachen weg in das Kistenlabyrinth. Narbatur folgte ihr eilig, da schlugen erste Laserschüsse hinter ihnen ein.

„Seid ihr wahnsinnig? Die Fässer!“, hörte er eine schrille Stimme kreischen, aber es war schon zu spät. Die von dem Schalldruckgewehr aufgewirbelte Flüssigkeit entzündete sich mit einem ohrenbetäubenden Knall und schleuderte die anderen Fässer durch die Halle. Hitze schlug Narbatur in den Rücken und die Druckwelle riss ihn erneut zu Boden. Er rollte sich ab, krachte dabei aber in eine der Kisten und schrie auf, als etwas in seiner Schulter knackte.

Tera hatte es noch weiter geschleudert und sie kletterte eben aus einer mit Verpackungswatte gefüllten Kiste. Glück muss man haben, dachte Narbatur neidisch und kämpfte sich auf die Beine, um sich umzusehen.

Einige Grilbenier und Menschen verfolgten sie mit Schaum vor dem Mund und wild feuernd. Offenbar hatten diese Leute von der eigenen Drogenware genascht.

Der K’schigote stand weit im Hintergrund und versuchte die Mukfeli mit Elektroschocks dazu zu bringen, sich ebenfalls an die Verfolgung zu machen, aber die halbintelligenten Wesen schreckten vor dem Feuer zurück.

In diesem Augenblick explodierte am anderen Ende der Halle ein weiteres Fass und schleuderte brennende Flüssigkeit über Kisten und andere Fässer, die ebenfalls in Kürze explodieren würden. Schon jetzt war die Halle eine Feuerfalle. Hinter ihnen die Wachen, der Weg zum Fenster von der Feuersbrunst abgeschnitten. Das sieht nicht gut aus, sorgte er sich.

Tera stieß ihn an und wies auf einen hohen Kistenstapel im hinteren Bereich der Halle. „Da rauf!“

Die Kistenpyramide reichte bis fast unter das mit Glasscheiben versetzte Flachdach. Narbatur nickte und sie rannten weiter.

Ein Laserschuss stanzte ein Loch in Narbaturs Jacke und zog einen sengenden Streifen aus Schmerz an seiner Rippe entlang. „Verdammt“, schrie er und lief schneller.

Endlich hatten sie den Stapel erreicht, liefen herum, um ihn zwischen sich und die Wachen zu bringen, und machten sich an den Aufstieg. In dem Moment gab es eine erneute Explosion und die Feuersbrunst riss ein großes Loch in die Basis des Stapels. Die Kisten, auf denen sie kletterten, gerieten ins Wanken.

Narbatur fluchte und nahm all seine Konzentration zusammen, verdrängte die Schmerzen, die Angst, und schob alles, was ihm an geistiger Kraft noch blieb, in seine Muskeln. Sie krampften kurz, doch dann spürte er den heißen Strom, der ihm übermenschliche Kräfte verlieh.

Er stieß sich ab, flog von Kiste zu Kiste und packte Tera unzeremoniell um die Hüfte, um sie mit sich zu reißen. Der Stapel begann zu kippen und ein weiters Fass ging hoch, sauste wie eine Rakete knapp an ihnen vorbei und krachte durch die Decke. Glasscherben regneten auf sie herab, aber Narbatur hielt nicht inne. Er riss den schmerzenden Arm hoch, um seine Augen zu schützen und sprang ab, als die Kiste gerade unter ihm wegbrach.

Mit einem Aufschrei streckte er sich und bekam einen der Dachbalken zu fassen. Unter ihnen stürzte der Stapel in einer Wolke aus Feuer und Splittern zusammen. Der dichte Rauch wurde vom Loch im Dach wie in einem Kamin angezogen, kratzte in Narbaturs Kehle und biss in seine tränenden Augen. Aber er sorgte auch dafür, dass die Wachen sie nicht aufs Korn nehmen konnten.

„Kletter … hoch“, presste Narbatur hervor, dessen verrenkter Arm wie von flüssigem Feuer erfüllt schien. Tera drehte sich in seinem Griff und zog sich an seinem Rücken hoch. Unter ihnen loderte das Feuer auf und die aufsteigende Hitze ließ ihre Kleidung flattern. In diesem Moment krachte es laut im Balken und als Narbatur entsetzt hinaufsah brach er ab und stürzte mit ihnen zusammen nach unten weg.

Die stählerne Stirn – der Bilstein-Konvent 2010

Freitag, 03. Dezember 2010
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Auch in diesem Jahr ist der All-Aventurischen Konvent, die große Jahresabschluss-Veranstaltung des offiziellen aventurischen Briefspiel-Projekts und anderer DSA-Aktiver erfolgreich zuende gegangen.

Anlass der Veranstaltung war in diesem Jahr ein mittelreichischer Reichskongress, so wie im Aventurischen Boten 144 auf Seite A8 zu lesen war. Die Einladung Kaiserin Rohajas erging an den Adel des Mittelreiches, sich im Ingerimm 1033 BF zu Perricum einzufinden, um dort Rat wider Haffax zu halten und das Reich weiter zu konsolidieren.

Am Freitagabend stand zum ersten Mal ein LARP-Turnier auf dem Programm, bei dem sich die Teilnehmer – teilweise in voller Rüstung – darum stritten, den Titel des ‘Retters der Tugend’ zu erringen. Eine durchaus beeindruckende Versammlung von aventurischen Recken, deren Wettkampf spannend anzuschauen war.

Der Samstag stand zu Beginn im Zeichen der Tischspielrunden. Beinahe 20 Spielleiter hatten in Absprache mit der Con-Orga kleinere Szenarien erdacht, die entweder gezielt das Freeform-Geschehen am Abend vorbereiteten oder den Spielern perricumsches beziehungsweise nebachotisches Flair nahe brachten, und die ein oder andere Überraschung für die Helden beinhalteten.

Mit dem Wissen und den Ergebnissen der Spielrunden ausgestattet, begann für die Spieler am Samstag-Abend das der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung, die Versammlung des Adels vor Kaiserin Rohaja. Etliche Probleme aus dem Reich wurden an die Kaiserin herangetragen, stellvertretend seien hier nur die ‘Lodenbach-Affäre’ (die Belehnung der Wildermärker Baronie Lodenbach durch den Greifenfurter Meister der Mark, siehe Aventurischer Bote 141) oder die Überbringung der Nachricht, dass Selindian Hals Thronfolger in Punin das Licht der Welt erblickt hatte (siehe Aventurischer Bote 142 und Der Mondenkaiser). Doch auch Gesandte anderer Reiche waren zugegen, so die Mondsilberwesira Shahane ay Zedrakin, die dem Reich ein Bündnisangebot der Shahi Eleonara von Aranien anbot, was der Adel einhellig begrüßte.

Höhepunkt des Rates jedoch war das Zusammensetzen der ‘Tafel des Krieges’, eines jener uralten Steine der Geschichte, die über die ganze Markgrafschaft verstreut zu finden sind. Wackre Recken hatten eifrig im Verlaufe des Kongresses danach gesucht und die Bruchstücke auch gefunden hatten, bevor sie Agenten Haffax’ in die Hände fallen konnten.

Durch ein Orakel dieser Tafel bestärkt, hieß die Kaiserin darauf ihren Adel sich ungehend vorzubereiten und in der Wacht nicht zu zagen, bevor der Abend dann mit einer Aufführung der ‘Angbarer Puppenbühne’ und einer aventurischen Feier ausklang.

Der Sonntag stand dann unter dem Zeichen der irdischen Beratungen der Spieler, zum einen mit Workshops (hier seien nur der zu den Dunklen Zeiten mit Franz Janson und der zum neuen Almada mit Michael Masberg genannt) und mit den Provinzrunden des Briefspiel-Projekts, in denen die Kanzler und Spieler erste Ideen und Plots für das Geschehen innerhalb der einzelnen Provinzen für das kommende Jahr sammelten.

Was genau sich aventurisch auf dem Perricumer Reich-Kongress des Jahres 1033 BF abgespielt hat, könnt ihr im Aventurischen Boten 146 nachlesen, in dem es einen ausführlichen Artikel zu den Geschehen geben wird.

Des Weiteren können wir schon an dieser Stelle den Termin für die nächstjährige Bilstein verkünden: Der All-Aventurische Konvent 2011 findet vom 04. bis zum 06. November 2011 statt.

Und es finden sich bereits erste Bilder der Veranstaltung im Netz. Die Interessierten finden diese auf den Seiten des DSA-LARP-Projekts unter der url: http://dsa-larp.net/gallery/thumbnails.php?album=41.

Uta Enners, Stefan Küppers und Daniel Simon Richter

Das Pathfinder Spielleiterhandbuch

Mittwoch, 01. Dezember 2010
das-pathfinder-spielleiterhandbuch

„Unschätzbare Hinweise und Informationen für den Spielleiter.“ So wirbt Paizo für das Spielleiterhandbuch. Nun ist es endlich auch in deutscher Sprache erhältlich, und wir wollen Euch ein paar Informationen zu diesem ‘Brocken’ geben.

Das Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, wobei ich beim ersten Durchblättern des Buches sofort von Kapitel 9: NSC-Galerie, begeistert war. Auf deutlich über 50 Seiten finden sich Figuren über Figuren. Auf jeweils einer gut übersichtlichen Doppelseite gibt es drei NSC zu einem Thema. Angefangen mit Abenteurern, wo ein Kampfmagier, ein Monsterjäger und ein Grabräuber zu finden sind, über Kaufleute – einem Ladenbesitzer, einem reisenden Händler und einem Händlerfürsten – bis hin zur Stadtwache, wo uns eine einfache Wache, ein Wachtmeister sowie ein Wachhauptmann vorgestellt werden, ist alles zu finden.

Weitere NSC-Themen sind Arena, Dorfbewohner, Edelleute, Gelehrte, Gosse, Kampfschule, Kerker, Ketzer, Königshaus, Kreuzfahrer, Kriminelle (zweimal), Militär, Plündernde Horden, Räuber und Banditen, Reisende, Seher, Söldner, Stammesangehörige, Tempel, Unterhaltungskünstler, Wildnis und Wirtshaus. Wohlgemerkt, alle NSC sind mit kompletten Spielwerten vorhanden und können sofort im Spiel eingesetzt werden – ohne lange Vorbereitungszeit!

Aber das Buch bietet noch viel mehr!

So findet der Leser Informationen über die Pflichten eines Spielleiters, sei es als Gastgeber der Spielrunde oder als Vermittler, wenn innerhalb der Gruppe Unstimmigkeiten über Tabuthemen und Ähnliches vorkommen.

Das Buch beinhaltet Tipps dazu, wie man ein Spiel leitet, was dabei zu beachten ist, welche Werkzeuge ein Spielleiter nutzen kann. Solche Werkzeuge werden euch gleich in Form von ein paar Tabellen an die Hand gegeben. Tabellen die Ideen für die Handlung aufzeigen, Handlungsverstrickungen oder MacGuffins und Questgegenstände beinhalten. Eine Tabelle, die so ziemlich jeden kulturellen Titel zeigt, gibt es natürlich auch.

Das Buch gibt Hinweise und Tipps zu NSC jeder Couleur. Grundlagen der NSC, über das Leben eines solchen, Bösewichter und auch wieder viel Tabellen, die das Generieren eines NSC für den Spielleiter sehr einfach und vor allem schnell gestalten.

Es gibt ein ganzes Kapitel, welches sich mit Belohnungen für die Spielercharaktere befasst. Eines, das wertvolle Tipps zur Erschaffung einer eigenen Welt enthält, aber auch ein riesiges Kapitel, welches sich mit dem Abenteuer an sich beschäftigt. Dieses Kapitel beinhaltet besonders viele Tabellen. Nicht nur, dass man Begegnungstabellen für viele Umgebungen finden kann, nein, es gibt allein 7 Tabellen, die als Werkzeugkasten für Gewölbe zu verstehen sind. Themen dieser Tabellen sind u.a., mögliche Gewölbeorte, Gewölbearten, -eingänge, -räume, bis hin zu Tabellen die sich mit Gewölbeausstattung beschäftigen.

Dann gibt es noch ein weiteres Kapitel, wo neue Regeln vorgestellt werden. Hier finden sich Erklärungen zu Drogen und Abhängigkeiten, Gefahren, Geheimnisse und Ermittlungen, Glücksspiele, Katastrophen, Rätsel, Spukerscheinungen, Verfolgungsjagden, Vernunft und Wahnsinn sowie Wahrsagerei.

Das Spielleiterhandbuch enthält so viele Informationen und Tipps, dass es unmöglich ist, in einem einzigen Blogbeitrag einen kompletten Überblick zu liefern. Zugegeben, alte Hasen werden auf den ersten Seiten zwar einiges Altbekanntes, aber auch eine Fülle an neuen Informationen finden, die gerade Neueinsteigern aufzeigen, was zum Spielleiten und zum Rollenspiel alles dazugehört.

Wenn Ihr die Möglichkeit habt, schaut in das Buch hinein. Viele der Kapitel lassen sich auch gut für andere Rollenspielsysteme nutzen, aber vor allem für Pathfinder ist es eine echte Bereicherung fürs Spiel.