Archiv für Januar 2011

Raumhafen Adamant – Ratschlag 23

Montag, 31. Januar 2011
raumhafen-adamant-%e2%80%93-ratschlag-23

Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

23

Narbatur erwachte, weil ihn eine zarte Hand an der Schulter schüttelte. Er schlug die Augen auf und bereute es sogleich. Die hellen Schlieren der Grenzzeit glitten wie Speere in seine Augen und ließen sie tränen. Aber wenigstens waren die Kopfschmerzen auf ein erträgliches Maß zurückgegangen.

„Wie lange war ich weg?“, fragte er.

„Vier Stunden“, erklärte Narjanka. „Wir sind gleich am Ziel.“

Narbatur rieb sich die Augen. „Dieses Ding hat auch noch einen Grenzzeitantrieb?“

„Ja, beeindruckend, was? Vielleicht kaufe ich mir als nächstes auch so einen.“

Narbatur sah zweifelnd zu dem Hakhasu hinüber, der ein Stück Armaturenbrett herausgebrochen hatte, um in der für ihn engen Fahrgastzelle die Beine ein wenig ausstrecken zu können.

„Naja, in Erwachsenengröße“, schränkte er nun ein.

„Wir sind da“, sagte Tera und steckte ihre Diffusorpistolen, die sie gerade überprüft hatte, wieder in den Tarnhalfter und reichte Narjanka seine Laserpistole, die er mit einem Nicken entgegennahm.

Die Grenzzeitschlieren wurden breiter, flackerten, als der Geterium-Antrieb das Zhagur in Grenzzeitenergie umwandelte und einen Weg in den Normalraum bahnte. Schlagartig hatte Narbatur den Eindruck, nur noch dahinzukriechen. Vor ihnen erstreckte sich ein gewaltiger, riesiger Gasplanet, dessen rötliche Schwaden wie Rauch unter einer Lampe durcheinanderwirbelten.

In diesem Moment wurde Narbatur sich der rot blinkenden Anzeigen gewahr. Der Gasplanet zog sie an! Er übte einen gewaltigen Sog auf ihr Schiff aus und ließ es, obwohl der Antrieb deaktiviert war, beständig schneller werden.

„Halt da mal gegen“, sagte Narjanka und Narbatur nickte, schaltete den Raumantrieb wieder ein und zuckte zusammen, als die Batterie mit einem lauten Knall und einem gleißenden Funkenregen ihren Geist aufgab.

„Das ist nicht gut“, sagte Tera und senkte die Hände, mit denen sie ihren Kopf vor den Funken geschützt hatte. Sie warf einen Blick über die Schulter, auf die schmorende Batterie. „Das ist gar nicht gut.“

_________

Gosen ließ das Raumschiff einige Zentimeter über dem Boden schweben, während Miklam, Sareil und die Klone hineinkletterten.

„Wir machen einen kleinen Ausflug“, erklärte der Fleutar, im Pilotensitz herumgedreht, während die Klone sich bereits wieder anschnallten und Milkam das Lasergewehr in die Waffenhalterung zurücksteckte.

„Einige Ratsmitglieder sind von einem der Hirnfessersaht entführt worden.“

Milkam schüttelte den Kopf: „Ich finde, wir sollten sie nicht so nennen“, sagte er und dann erst sickerte zu ihm durch, was Gosen gerade gesagt hatte. „Du willst sie verfolgen?“

Gosen nickte grinsend. „Ist mein Job!“ Damit drehte er sich wieder um und wollte das Schiff starten. Doch er erstarrte, als eine blecherne Stimme, untermalt vom Summen einer sich aufladenden Druckkanone, verlangte: „Keine Bewegung.“

_________

„Ja!“, rief Narbatur erleichtert auf, als der Scanner wieder zum Leben erwachte, doch dann ging er wieder aus. Mittlerweile hatte der Sog des Gasplaneten sie völlig im Griff und riss sie mit wachsender Geschwindigkeit auf sich zu.

Tera, die im hinteren Bereich des Gleiters hockte, fluchte und rief: „Nichts zu machen!“

„Wie, nichts zu machen?“, fragte Narjanka.

„Die ist hin. Ich kann dir Steuerdüsen geben, aber mehr nicht“, sagte Tera. Der Gasplanet nahm nun schon das gesamte Cockpit ein.

„Die Steuerdüsen reichen aber nicht, um dem Sog zu entkommen“, sagte Narbatur, der sich sehr zusammenreißen musste, um ruhig zu bleiben.

„Was ist das da drüben?“, rief Narjanka.

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Milkam drehte sich um und sah verwundert auf Sareil, dessen kleiner Roboterkörper die doppelläufige Druckkanone kaum halten konnte. Seine Klammerhände waren gerade eben klein genug, um den Abzug zu erreichen. Wenn Sareil die Waffe abfeuerte, würde der Ruckstoß seinen Körper an der Schiffswand zerschmettern. Aber der Schuss würde auch alle Passagiere in Stücke reißen!

„Sofort landen“, befahl Sareil.

Gosen wandte sich zu ihm um: „Hör auf mit dem Unfug, Sareil.“

„Landen! Oder ich schieße!“

Gosen warf Milkam einen Blick zu, der spürte, dass sein Bruder es ernst meinte. Darum nickte er unmerklich. Der Fleutar schnaubte wütend und landete das Raumschiff, schaltete den Antrieb aber nicht ab.

„Alle raus!“, forderte Sareil.

Milkam trat einen Schritt näher, was seinen Geburtsmitling veranlasste, die Waffe zu ihm herumzuschwenken.

„Was soll das, Sareil?“

Die blecherne Stimme knarzte einen Laut, den Milkam erst etwas später als Lachen erkannte. „Ich habe etwas erkannt, Milkam. Ich habe erkannt, was für einer unwürdigen Sklaverei wir uns unterwerfen, indem wir mechanische Prothesen anlegen.“

„Sareil. Was sagst du denn da? Girbal …“

„Girbal war ein alter Narr. Er glaubte an Frieden und Einigkeit. Aber so funktioniert das Universum nicht.“

Sareil schwenkte wieder auf Gosen um, der sich langsam aus dem Sitz geschlichen hatte und nun wieder erstarrte.

„Es gilt das Recht des Stärkeren. Und ich will einer von den Starken sein. Sieh mich doch an … ich muss in so einem Schrotthaufen hocken, obwohl ich mir jeden gesunden Körper nehmen könnte.“

„Das meinst du doch nicht Ernst“, sagte Milkam ungläubig.

„Raus jetzt!“, bellte Sareil und begann die Klammer langsam zu schließen und damit den Abzug zu ziehen.

„Du musst mich schon erschießen“, sagte Gosen und kam langsam auf Sareil zu, „bevor ich dir mein Schiff gebe.“

„Kannst du haben, Fleutar!“, sagte Sareil und drückte ab.

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Narbatur kniff die Augen zusammen und sah einen kleinen, schwarzen Punkt vor dem Rot des Planeten.

„Sieht aus wie eine alte Förderstation“, sagte Tera.

„Unsere beste Chance“, beschloss Narbatur und aktivierte die Steuerdüsen, um in die Richtung zu halten. Der Sog des Planeten war mittlerweile so stark, dass sie wie an einem Faden seitlich auf ihn zuflogen, obwohl er allen verfügbaren Schub einsetzte.

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Milkam hob die Hand und konzentrierte sich. Kurz bevor die Klammer sich soweit geschlossen hatte, dass die Waffe auslöste, griff er mit unsichtbaren Fingern nach dem großen Hauptschalter an der Seite des kantigen Roboterkörpers und schaltete seinen Bruder regelrecht aus.

Die Lichter in den runden Augen erstarben und die aus Vierecken bestehende Form sank in sich zusammen.

Gosen sprang sofort vor, entriss dem kleinen Roboter die Waffe, trat ihn um und legte die beiden großen Läufe auf das flache Gesicht.

„Nein!“, rief Milkam und fiel Gosen in den Arm.

„Stimmt“, sagte der und steckte die Waffe in die Halterung im Schiff. „Damit würde ich mir nur den Boden ruinieren. Stattdessen zog er seine Thermomachete und hackte den Kopf des kleinen Roboters ab, um ihn dann aufzuheben.

„Kleiner Mistkerl!“, zischte der Fleutar und schüttelte den Kopf dann kräftig.

„Das reicht“, mahnte Milkam, der selbst nicht übel Lust hatte, seinem verräterischen Bruder, der im Inneren des Kopfes in Nährflüssigkeit schwamm, ein paar Hiebe zu verpassen. Wie hatte er dem Mistkerl jemals vertrauen können?

Gosen nickte und warf Milkam den Kopf zu. „Du bist für ihn verantwortlich!“

Er nickte betrübt und bog einen Sensor des Kopfes so um, dass er ihn an eine Öffnung seines eigenen Körpers klicken konnte. Dann blickte er zu den Klonen hinüber. Sie sahen, alle drei nebeneinander angeschnallt, mit großen Augen zu ihm hinüber. Er hob verlegen die Hand und Gamma winkte begeistert zurück.

„So, jetzt schnappen wir uns die Hirnfressersaht!“, verkündete Gosen und ließ das Schiff starten.

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„Weiter nach rechts“, rief Narjanka und wedelte mit den riesigen Pranken seitlich, als könne der Luftzug das Schiff bewegen. „Nach rechts!“

Narbatur verkniff sich einen Kommentar. Er holte alles aus den Düsen heraus, was sie hergaben, aber es würde nicht reichen! Die Station war riesig, auch wenn der Planet sie klein erscheinen ließ, aber das nützte ihnen nichts, denn sie würden wenige Kilometer an dem äußersten Ausleger vorbeisegeln, um dann im Kern des Gasplaneten gekocht oder zerquetscht zu werden. Vermutlich beides.

Die Station wirkte wie eine Wanze, die am vorderen Ende eines diskusförmigen Körpers dem Planeten acht dünne Beine entgegenstreckte. Aus diesen Beinen sickerte ein steter Flammenstrom, mit dem sich die Station offensichtlich über dem Planeten an Ort und Stelle hielt. Die dunklen, vernachlässigten Strukturen machten aber nicht den Eindruck, als wäre die Station noch in Betrieb.

„Rechts!“, rief Narjanka erneut und lehnte sich zur Seite.

„Ich versuch’s ja!“, stöhnte Narbatur, dessen Nerven auch langsam versagten.

„Wir bräuchten einen läppischen Kilometer“, sagte Tera, die stumm mit den Fingern abgemessen und gerechnet hatte. „Einen Kilometer!“

„Das ist einer zuviel“, beschwerte sich Narjanka und grub seine Finger wortwörtlich in den Sitz.

Der Ausleger der Station war nun fast neben ihnen, wirkte aus der Nähe wie ein schwarzgrauer Ast. In wenigen Sekunden würden sie ihn passiert haben – und dann war es aus mit ihnen.

„Re-hechts!“, flehte Narjanka.

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Alpha tätschelte Milkams metallischem Körper die Schulter. Der Saht saß vornübergebeugt, den Kopf mit seinem Bruder darin im Schoß, und grübelte vor sich hin. Alpha ging nach vorne zu Gosen, um neben ihm auf den Copilotensitz zu klettern. Der Kommandant warf ihm einen ernsten Blick zu, sagte aber nichts.

„Was machen wir, wenn wir da sind, wo immer auch da ist?“, fragte Alpha und sah nach draußen auf die nebligen Schlieren der Grenzzeit.

„Wir befreien die Geiseln, fliegen zurück und enttarnen all die Hirnfresser.“

„Klingt nach einem guten Plan.“

Gosen sah ihn erneut an: „Habt ihr den Hirnfresserscanner noch?“

„HFS …  gefällt mir“, sagte Alpha und nickte. „Beta hat ihn.“

„Gut. Wir dürfen keinem vertrauen, vielleicht haben sie die Ratsmitglieder doch schon infiziert.“

Alpha fiel etwas ein und er rutschte vom Sitz und nickte Beta zu, der nervös über Gammas Haar strich. Ihr Bruder war über die ganze Aufregung eingeschlafen und hatte den Kopf auf Betas Schulter gelegt. Im Schlaf murmelte er leise und dann schmatze er, als esse er etwas.

Alpha ließ sich neben Milkam auf dem Boden nieder und fragte: „Kann man die Hirnfresser eigentlich entfernen?“

Milkam nickte. „Ist eine komplexe Operation, aber solange man den Saht betäubt und verhindert, dass er sich dagegen wehrt, kann man es schaffen. Mit etwas Glück sogar ohne Folgeschäden.“

Alpha nickte. Immerhin etwas.

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Narbatur nahm dem Hakhasu seine Waffe ab, zog alle Energie von den Düsen ab und leitete sie in das Biosiegel um. Ihm blieb keine Zeit, zu überprüfen, ob der spezialisierte Schutzschild noch funktionierte. Der Ausleger der Station war jetzt fast unmittelbar neben ihnen, keine hundert Meter entfernt. Er hob die Waffe und schoss.

Message in a Bottle

Freitag, 28. Januar 2011
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In diesem Artikel wollen wir einen näheren Blick auf den Abenteuerpfad (AP) “Schlangenschädel” werfen. Gleichzeitig wollen wir den Spagat wagen, euch nicht zu viel über die Handlung des Abenteuers zu verraten.

Die Spielercharaktere finden sich mit einigen anderen Mitreisenden nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel wieder. Weder wissen sie, wie es dazu kam, noch kennen sie ihre Mitreisenden allzu genau oder die Insel auf die es sie verschlagen hat.

Mit der Zeit müssen sie jedoch feststellen: Die Insel ist nicht die wirtlichste, die Einwohner nicht die freundlichsten und ihre Mitreisenden nicht immer der gleichen Meinung wie sie. Hinzu kommt: Wie kommt man wieder von dieser Insel? Wer oder was steckt hinter dem Schiffbruch? Und was  hat es mit den mysteriösen Entdeckungen auf sich, die sie auf der Insel machen?

Neben dem Abenteuer selbst bietet der Band den für Abenteuerpfade typischen Aufbau, den ihr in den nächsten Monaten näher kennenlernen werdet: Auf das Vorwort, das oft amüsante Einblicke in die Entstehung des Bandes wirft, folgt das Abenteuer, das gut die Hälfte der 96 Seiten einnimmt. Daran schließt sich in diesem Fall ein Artikel zum Thema “Schiffbruch” an, der einige Zusatzregeln einführt, die im Abenteuer nützlich sind. Jeder AP-Band enthält unter dem Titel “Die Chroniken der Kundschafter” einen Teil einer Kurzgeschichte, die über den Verlauf des APs erzählt wird. In diesem Fall sind die Chroniken der Kundschafter besonders interessant, wird hier doch ein wichtiger Teil der Vorgeschichte des APs erzählt. Welcher und mit welcher Verbindung zum AP, wird allerdings erst im späteren Verlauf des APs so richtig deutlich.  Worum es in dem gesamten AP geht, wird in einem zweiseitigen Kampagenenüberblick beschrieben. Dadurch wird klarer, in welche Richtung der AP steuert und welche NSC später noch von Bedeutung sein werden. Habe ich etwas vergessen?

Achja, das Bestiarium! Auf zwölf Seiten werden neue Monster vorgestellt, die thematisch zur Handlung des Abenteuers passen und das Leben für die SC zusätzlich noch etwas interessanter machen können…

Zu guter Letzt die vorgefertigten Charaktere. Zwar bietet der zu Beginn des APs kostenlos verfügbare Spielerleitfaden zahlreiche Tipps, wie man eigene SC passend zum AP gestaltet, aber für diejenigen, die lieber mit vorgefertigten SCs spielen, gibt es diese auf der letzten Seite des APs. Sie werden übrigens mit jedem AP-Band weiterentwickelt, so dass man im Verlauf der sechs Bände mitverfolgen kann, wie diese Beispielcharaktere immer weitere Fähigkeiten hinzugewinnen.

Und was lässt sich zur optischen Gestaltung des APs sagen?

Es ist das Aushängeschild von Paizo und das merkt man! Für jeden Band wird vollständig neues Artwork verwendet, angefangen von NSCs, über Landschafts- und Gebäudegraphiken, bis hin zu den Monstern im Bestiarium. :) Abgesehen davon wird alle sechs Bände mit dem Beginn eines neuen APs die vollständige Bandgestaltung angepasst. Aber bis dahin sind es ja noch einige Bände… ;)

Das ist nur ein erster, kurzer Überblick über den Inhalt des ersten Bandes. Mehr Platz bietet das Blog leider nicht.

Im nächsten Eintrag geben wir einen kleinen Überblick über die Begleitbände des APs, um zu erklären, welcher Band welche Themen bietet.

“Legend of the Five Rings”-Abenteuerwettbewerb

Donnerstag, 27. Januar 2011
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In Kooperation mit dem Rollenspiel Almanach (www.rollenspiel-almanach.de) veranstaltet der Uhrwerk Verlag den ersten deutschen “Legend of the Five Rings”-Abenteuerwettbewerb.

Die Regeln:

  • Das Abenteuer muss einen Umfang von 100.000 Zeichen (± 10.000 Zeichen), inkl. Leerzeichen haben.
  • Das Abenteuer darf den Metaplot von L5R nicht beeinflussen oder abändern. Z.B. darf im Abenteuer nicht der Kaiser umgebracht, oder die Schattenlande befriedet werden ;)
  • Das Abgabedatum für die Abenteuer ist der 30. April 2011.
  • Das Abenteuer muss in elektronischer Form (.rtf, .doc, .txt oder .pdf Datei) an folgende Emailadresse geschickt werden: L5R@uhrwerk-verlag.de
  • Die Abenteuer werden dann von einer unabhängigen Jury bewertet, deren Zusammensetzung noch bekannt gegeben wird.
  • Die Gewinner werden gegen Ende Juni bekannt gegeben.
  • Die besten fünf Abenteuer werden in einer oder mehreren Publikationen veröffentlicht.

Die Preise:

1. Platz: ein F-Shop Gutschein im Wert von 200 Euro

2. bis 5. Platz: ein F-Shop Gutschein im Wert von 100 Euro

Unter ALLEN anderen Teilnehmern wird als Trostpreis ein limitiertes Legend of the Five Rings Regelwerk verlost.


Neues aus Falkengrund

Mittwoch, 26. Januar 2011
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Zum Free RPG Day 2008 kehrte Paizo ein Jahr nach dem ersten Abenteuer in Golarion nach Falkengrund zurück und bescherte den Spielern mit Revenge of the Kobold King eine Neuauflage des epischen Kampfes mit Merlokrep aus D1 – Die Krone des Koboldkönigs.

Dieses Mal überfallen die Kobolde eines der Holzfällerlager am Finstermondwald und die Helden müssen versuchen, so viele Überlebende wie möglich zu retten und die Kobolde in ihr neues Versteck zu verfolgen. Dabei stoßen die Helden auf ein uraltes Geheimnis aus vergangener Zeit.

D1.5 – Die Rache des Koboldkönigs gibt es nun in deutscher Sprache  als Gratis-Download hier oder auf www.pathfinder-rpg.de für das Pathfinder Rollenspiel.

Die Pathfinder Module der Falkengrund-Sequenz sind damit vollständig und bieten Neueinsteigern und auch erfahrenen Spielleitern eine spannende Kampagne im Finstermondtal.

Siehe auch folgende Links:

http://blog.ulisses-spiele.de/2011/01/in-und-um-falkengrund-herum/

http://www.pathfinder-rpg.de/index.php?id=19 Falkengrunds letzte Hoffnung.

http://www.pathfinder-rpg.de/index.php?id=18 Titel: Falkengrund-Bonusmaterial.

http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/US51003 Almanach zum Finstermondtal

http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/US53001 D1: Die Krone des Koboldkönigs

http://www.f-shop.de/cgi-bin/f-shop/US53002 E1: Jahrmarkt der Tränen

Raumhafen Adamant – Ratschlag 22

Sonntag, 23. Januar 2011
raumhafen-adamant-%e2%80%93-ratschlag-22

Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

22

Der Schuss durchdrang Gosens Oberarm und verschmorte den Kies und Sand unter ihm zu heißem Glas. Gosen schrie vor Schmerz auf und ließ das Lasergewehr fallen. Aber das war nicht die erste Verletzung dieser Art, die er erhalten hatte, auch wenn er seine heilenden Naniten sehr vermisste.

Reiß dich zusammen, mahnte er sich, rollte aus dem Weg eines weiteren Schusses und sprang auf. Der dritte Laserschuss stanzte ein Loch in die Druckkanone, deren Ladekammer mit lautem Keuchen ihr Leben aushauchte.

Gosen grollte wütend, schätzte die Entfernung ab und drehte sich zweimal schnell im Kreis, um dann die schwere Waffe zu schleudern. Sie traf den Angreifer am Kopf und riss ihn von den Beinen.

Gosen rannte los, riss mit Links die Thermomachete vom Gürtel und sprang ab. Der Hieb traf auf das zur Abwehr erhobene Gewehr, schnitt glühend hindurch und blieb im Helm stecken. Für einen kurzen Augenblick erstarrte der Mann im Anzug. Dann merkte er, dass er noch lebte und fuhr mit leisem Sirren die langen Vibroklingen in den Unterarmen seines Anzugs aus.

„Oh Mist“, fluchte Gosen und versuchte die Machete wieder herauszuziehen, aber sie steckte fest.

_________

Narbatur wurde von dem Druck der Beschleunigung in den Sitz gedrückt. Die Nase des Gleiters zeigte direkt nach oben, hinter dem davonrasenden Transporter her, und unter ihm stiegen auch die Jäger, um ihm den Weg abzuschneiden.

Sein Kopf pochte schon nicht mehr, sondern wogte in einem Meer der Schmerzen und immer wieder musste er Tränen wegblinzeln.

Tera löste den Sicherheitsgurt und ließ sich über die Rückbank in den hinteren Bereich des Gleiters rollen.

„Was machst du da?“, rief Narbatur ihr entgeistert zu. Bei der Geschwindigkeit konnten die Gravitationsemitter sie nicht mehr halten, würde jede Kursänderung sie durch den Innenraum schleudern.

„Uns Zeit verschaffen“, sie riss die Verkleidung von den Elektroteilen und dem Generator, der das Lasergeschütz mit Energie versorgte, und fing an, scheinbar wahllos Kabel herauszureißen und neu zu verbinden.

„Narbatur, deinen Kommunikator“, verlangte sie.

„Was?“

„Nicht fragen, machen!“, blaffte sie ihn an.

Die Jäger wagten noch nicht, auf sie zu schießen, um den zivilen Luftverkehr nicht zu gefährden, aber sobald sie den Orbit verließen, wären sie Freiwild.

Er ließ seinen Kommunikator nach hinten fallen, Tera fing ihn, zerschmetterte ihn an einer Metallkante und las Bauteile aus dem Schrott.

„Bei drei schaltest du den Antrieb aus, drehst dich in der Luft und feuerst das Geschütz ab.“

„Was?“

Tera zog sich wieder auf den Sitz und sagte: „Eins!“

„Bist du wahnsinnig?“

Sie schnallte sich an: „Zwei!“

„Du wirst uns umbringen!“

„Drei!“

Narbatur fluchte, schaltete den Antrieb aus und nutzte die Steuerdüsen des Schiffes dazu, es um 180 Grad zu drehen. Die ballistische Energie trug das Schiff noch ein Stück weiter, dann wurde es langsamer und begann zu stürzen.

„Auf wen?“, fragte Narbatur.

„Egal!“, rief Tera und Narbatur feuerte einfach ins Leere. Ein Funkenregen explodierte im hinteren Bereich des Gleiters und die Schiffsysteme und alle Anzeigen gingen aus. Das Geschütz glühte auf und wurde von einer Verlagerungswelle zerrissen, die sich aus dem Lauf schob. Sie breitete sich aus, traf die Jäger der Planetensicherheit und auch ihre Systeme schalteten sich ab. Die Antriebe stotterten und dann fielen auch sie in Richtung Planetenoberfläche.

„Toll gemacht, jetzt stürzen wir alle zusammen ab“, keuchte Narjanka.

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Gosen warf sich nach hinten und entging so ganz knapp einem Hieb mit den vibrierenden Klingen am Unterarm des Angreifers. Er rollte sich rückwärts ab, drehte sich um und floh. Das überraschte den Gegner offenbar, denn er zögerte kurz, machte sich dann aber an die Verfolgung. Dummer Fehler, dachte Gosen grimmig, sprang ab und rollte sich über den steinigen Boden ab, um das fallengelassene Lasergewehr aufzuheben. Doch er landete auf seiner verletzten Schulter und als der stechende Schmerz und die Welle der Übelkeit vergangen waren, lag er auf dem Rücken am Boden und sah den Gegner auf dem Kopf stehend auf sich zulaufen.

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„Gnagnagna“, äffte Tera den Hakhasu nach, schnallte sich erneut ab und drehte sich um, um die Kabel wieder anders zu verbinden. Mit einem gequälten Fauchen sprang der Antrieb wieder an und Narbatur riss das Schiff herum, hielt auf den Transporter zu, der jetzt langsamer wurde. Sie sahen deutlich das pulsieren und wabern der ersten von drei Grenzzeitwellen.

„Sie wollen sich aus dem Staub machen“, sagte Tera.

„Ach was?“, sagte Narjanka spöttisch.

Wir dürfen sie nicht entkommen lassen, dachte er und schüttelte leicht den Kopf, was die Schmerzen in ein neues Spektrum der Qual explodieren ließ.

„Narjanka, du lenkst. Bring uns so nah heran, wie irgendmöglich!“

Der Hakhasu sah ihn verwundert an, umfasste dann aber das Steuer mit einer riesigen Hand. Narbatur schloss die Augen und in der Dunkelheit schwappten leuchtende Wolken, die bei jedem neuerlichen Schmerzimpuls aufgleißten.

Kann man sich mit PSI umbringen?, fragte er sich und verzog das Gesicht zu einem schmalen Lächeln. Gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

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Der Angreifer sprang vor und wollte Gosen die summenden Klingen in den Kopf rammen, aber der Fleutar rollte sich im letzten Moment über die gute Schulter zur Seite. Damit aber leider auch von dem Lasergewehr weg. Die Klingen gruben sich in den sandigen Untergrund und der Gegner riss sie sofort wieder heraus, um mit der anderen Hand nach Gosen zu schlagen.

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Narbatur öffnete die Augen wieder und heftete seinen Blick auf den Transporter, von dem nun die zweite Welle ausging. Hätten sie doch nur einen Sprungunterbrecher. Nicht ablenken lassen!

Sein Blick verengte sich auf das weiße Raumschiff, bis er nichts anderes mehr wahrnahm. Er sammelte Kraft, spürte, wie sein Kopf sich von innen mit eisigen Nadeln füllte, aber er biss die Zähne zusammen. Dann streckte er seine Sinne aus, ertastete das elektromagnetische Feld der Schiffssysteme, badete in den Impulsen, in den Nullen und Einsen der Datenströme. Dann fand er den Navigationscomputer, griff darauf zu, glitt in die Zieldaten.

Das Schiff sandte die dritte Welle aus und verschwand in der Grenzzeit.

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Gosen glitt zur Seite, knapp an den Klingen vorbei, die seine Uniform schredderten, umfasste den Unterarm und drückte, doch er war nicht stark genug, um gegen die hydraulische Kraft des Kampfanzuges anzukämpfen. Der Mann drückte den Kommandanten von sich und schlug erneut zu. Gosen ließ sich auf die Knie fallen und beugte sich nach hinten. Die Klingen sausten Millimeter über seinem Gesicht vorbei und eine der vibrierenden Schneiden zog dabei eine Schneise in seine Wange.

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„Verdammt!“, donnerte Narjanka, hieb auf das Armaturenbrett und hinterließ eine tiefe Delle darin.

Narbaturs Kopf schien nun von bösartigen, brennenden Insekten bevölkert zu sein. Seine Gliedmaßen zitterten unkontrolliert und er konnte unmöglich sprechen. Mit letzter Kraft griff er auf Narjankas Kommunikator zu und übermittelte das Letzte Bild, das er wahrgenommen hatte.

Das Gerät piepste und Narjanka sagte: „Narbatur, du Teufelskerl!“

Dann verschwand der Schmerz und wurde durch gnädige Dunkelheit ersetzt.

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Gosen riss den verletzten Arm mit einem Schmerzensschrei hoch, ergriff das Lasergewehr damit und rammte den Lauf in die Spalte zwischen Brust- und Unterleibplatte des Anzugs.

Der Mann schlug erneut zu, aber in dem Moment fasste Gosen mit der gesunden Hand um und zog den Abzug. Lichtstrahlen pulsierten in den Körper des Angreifers, ließen die Innenseite des verspiegelten Visiers aufleuchten, die klingenbewehrten Unterarme sackten hinab und der ganze Körper folgte.

Gosen wollte sich wegrollen, wurde aber unter dem schweren Anzug begraben, der ihn platt auf den Boden drückte. Die schulterplatte lag genau auf der Wunde an Gosens eigener Schulter und er schrie vor Wut und Schmerz, bis er sich darunter hervorgearbeitet hatte.

In diesem Moment erhielt er einen Anruf. Es war Sicherheitsmann Narjanka.

„Kommandant Gosen“, rief der Mann aufgeregt. „Sonderermittler Kkim hat Ratsmitglieder entführt. Er ist in die Grenzzeit eingetreten, aber der Kleine … Sicherheitsmann Segler meine ich, hat die Zieldaten auslesen können.“ Es folgte eine Datenübermittlung mit Grenzzeitkoordinaten. „Sollen wir …“

In diesem Moment brach die Verbindung ab. Gosen blickte verwundert auf seinen Kommunikator – kein Netz. Die Terroristen mussten auch das Kommunikationsnetz infiltriert und ausgeschaltet haben. Das würde eine nette Panik geben.

Gosen seufzte, lief zu seinem Schiff, stieß den ohnmächtigen Menschen aus dem Weg und stieg ein. Er würde die anderen auflesen und dann hinterherspringen. Ohne Kommunikation konnte er keine Verstärkung holen, ganz zu schweigen davon, dass die Erklärungen viel zu lange dauern würden. Ich muss mal wieder selbst ran, dachte er und ein vorfreudiges Lächeln umspielte seine Lippen, als er das nun wieder funktionsfähige Schiff startete und die Kebil-Transporter fliehen sah.

Die Bilder von Wege der Alchimie

Freitag, 21. Januar 2011
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Wege der Alchimie wird schon bald im Laden stehen, da wollen wir noch rechtzeitig einen Blick auf die Illustrationen werfen, die das Äußere und Innere des Bandes zieren.

Das Cover – von Marcus Koch

Das großartige Cover wurde von Marcus Koch gemalt, der auch schon für die Drakensang-Bände und die beiden Farbcover für die Dunklen Zeiten verantwortlich war.

Ich kann versprechen, dass wir auch in Zukunft weitere Cover von Marcus sehen werden.

Eva Dünzinger

Auch für diesen Band hat die DSA-Veteranin wieder extrem schöne Bilder abgeliefert. Sie zeichnet sich darüber hinaus für die Anfertigung neuer Runen und Glyphen verantwortlich, die sich stilistisch perfekt einfügen.

Björn Lensig

Nach längerer Zeit hat auch Björn wieder Bilder zu einem DSA beigesteuert. Den Spielern anderer Rollenspielsystem ist er vielleicht als der Illustrator der deutschen Version von Barbarians of Lemuria (ebenfalls bei Ulisses erschienen) bekannt.

Melanie Maier

Mittlerweile ist Melanie eine feste Größe bei den DSA Illustratoren. Auch in Wege der Alchimie hat sie wieder exzellenter Arbeit geleistet und eine Vielzahl von Artefakten, aber auch den sehenswerten Schmuckbalken illustriert.

Patrick Soeder

Nach diversen Bildern für die Myranor-Linie und einem Bild für Im Bann des Nordlichts hat Patrick jetzt auch hier mehrere Bilder beigetragen.

Wer sich durch diesen kleinen Einblick hat überzeugen lassen, kann Wege der Alchimie hier vorbestellen. Neben der regulären Ausgabe für 35,- Euro wird es auch eine limitierte Fassung für 60,- Euro geben.

Spielerleitfaden “Der Schlangenschädel”

Donnerstag, 20. Januar 2011
spielerleitfaden-der-schlangenschadel

Das Pathfinder-Übersetzerteam hat ganze Arbeit geleistet und präsentiert jetzt als Einstimmung auf den kommenden Abenteuerpfad den dazugehörigen Spielerleitfaden. Mit ihm könnt Ihr Eure Spielrunde schon einmal gründlich vorbereiten. Der Leitfaden gibt Tipps zu allen Klassen und empfiehlt bestimmte Fertigkeiten, Zauber oder Talente, die sich für das Spielen des Abenteuerpfades anbieten.

Mit den Wesenszügen könnt Ihr Eure SCs schließlich gezielt mit Motivationen und Hintergründen ausstatten, die ihnen den Einstieg in das erste Abenteuer Seelen für die Schmugglerinsel erleichtern.

Spielerleitfaden

Besucht auch die Website für weitere News und Downloads.

Endlich! Der erste deutsche Abenteuerpfad!

Mittwoch, 19. Januar 2011
endlich-der-erste-deutsche-abenteuerpfad

Lange habt ihr uns (das Übersetzerteam) und Ulisses-Spiele darum gebeten, gar verlangt, doch endlich einen Abenteuerpfad zu übersetzen. Schließlich handelt es sich dabei nicht um irgendeine Produktreihe, sondern das Flaggschiffprodukt von Paizo, durch das der Verlag seine Bekanntheit erlangte.

Jetzt ist es endlich soweit und schon diesen Monat erscheint der erste Teil des Schlangenschädel-Abenteuerpfades.

Solch ein Produkt zu stemmen bedeutet eine große Verpflichtung und Verantwortung, und erfordert viel Mühe und Zeit. Denn ist die Übersetzung erst einmal angelaufen, hat im Monatsrhythmus ein Folgeband zu erscheinen. Zu Anfang der Übersetzungsarbeit von Pathfinder wäre das sicherlich nicht gegangen. Aber jetzt ist das Team gut eingespielt und die Abläufe sind erprobt.

Lange haben wir überlegt, welcher AP es sein soll. Klar: Rise of the Runelords (Das Erwachen der Runenfürsten) ist ein Höhepunkt unter den APs und von vielen Fans geliebt – ist es doch der erste in Golarion angesiedelte Abenteuerpfad überhaupt. Council of Thieves (Rat der Diebe) und Kingmaker (Königsmacher) als erste Abenteuerpfade, die von dem neuen Pathfinder Regelsystem Gebrauch machten, waren natürlich in der engeren Wahl. Und die anderen drei Abenteuerpfade Curse of the Crimson Throne (Der Fluch des Scharlachthrons), Second Darkness (Die Zweite Finsternis) und Legacy of Fire (Das Vermächtnis des Feuers) waren ebenfalls sehr interessant.

Letztendlich haben wir uns für den aktuellen Schlangenschädel-Abenteuerpfad entschieden, da dieser von allen Elementen, die Fantasy-Rollenspiel ausmachen, etwas bietet: Verlassene Inseln, Kannibalen, Stadtabenteuer, Dschungel, Ruinen untergegangener Zivilisationen, wilde Eingeborenenstämme, konkurrierende andere Gruppen, exotische Monster und vor allem – unermessliche Schätze.

Wir denken, dass dieser Abenteuerpfad für jeden etwas bereit hält und somit den optimalen Start in diese Produktreihe darstellt. In den kommenden Wochen werden wir euch die neue Produktreihe der Abenteuerpfade und besonders den aktuellen Abenteuerpfad “Der Schlangenschädel” näherbringen.

Den Anfang wird eine Vorstellung des Auftaktbandes “Seelen für die Schmugglerinsel” machen.

Raumhafen Adamant – Ratschlag 21

Sonntag, 16. Januar 2011
raumhafen-adamant-%e2%80%93-ratschlag-21

Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

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Gosen nutzte die Deckung des Waldes und schob sich an die Landungsstelle der Gegner heran. Sie waren nicht schwer auszumachen. Die grilbenischen Kampfanzüge waren zwar eleganter als andere Fabrikate, aber auch sie waren mit ihren Gyros und Panzerplatten nicht für den dichten Wald gemacht. Der Feind machte einen Lärm wie ein amoklaufender K’britâr. Äste krachten, Blätter raschelten und das Zischen der Hydraulik hatte alle Tiere zum Verstummen gebracht.

Gosen lugte um den Stamm eines riesigen Baumes herum und sah zwei der Gegner in enger Formation durch den Wald streifen. Sie hatten sich, wie zu erwarten, in Zweierpatrouillen aufgeteilt, um das Suchgebiet zu maximieren.

Der kurze Blick reichte Gosen, um das Alter der Anzüge nach oben zu korrigieren. Der eine hatte sogar noch einen Hydraulikgenerator auf dem Rücken, der zischend den nötigen Druck durch Schläuche pumpte.

Ein boshaftes Grinsen breitete sich auf seinen Lippen aus, als er sich eine Strategie zurechtlegte.

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Narbatur lenkte den Gleiter durch die engen, überfüllten Straßen, wenige Meter über den Dächern der mit Rädern oder Luftkissen versehenen Verkehrsteilnehmer und wich hier einer Leuchtreklame, da einem in der Luft geparkten Gleiter aus.

„Das ist Irrsinn!“, rief Narjanka.

Narbatur behielt den Umgebungssensor im Blick und ließ den Gleiter über den Flügel rollen, um einem aufsteigenden Shuttle auszuweichen. Er hatte die Jäger mit seinem Manöver überrascht, was sie aber nicht daran hinderte, jetzt hinter ihm in die Straßenschlucht zu tauchen. Und es war nur eine Frage der Zeit, bis weitere Jäger zu der Jagd stoßen würden.

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Gosen verharrte gegen den Stamm gelehnt, bis die beiden Gegner an ihm vorbeigestapft waren, der eine rechts, der andere links vom Baum. Dann sprang er vor, hieb mit der Thermomachete, die rot glühend auffauchte, die Schläuche auf dem Rücken des einen durch, dessen Anzug daraufhin mit einem Zischen in sich zusammensackte. Kein Wunder, dass diese Anzüge nur wenige Jahre in Gebrauch gewesen waren.

Der andere Angreifer wirbelte herum, aber Gosen rollte sich ab, nutzte seinen Gefährten als Deckung und aktivierte die Druckkanone.

Als der andere seinen Kameraden umlaufen hatte, um ein freies Schussfeld zu haben, zeigte die Druckkanone mit einem Piepen den vollendeten Ladevorgang an. Gosen riss sie hoch und feuerte. Der Druckstrahl löste sich donnernd aus der Waffe, der Rückstoß riss ihn von den Füßen und warf ihn auf den feuchten Waldboden. Er sprang auf die Beine und sah zufrieden auf seinen Gegner hinab, der wie eine alte Büchse zusammengedrückt am Baum lehnte. Er trat dem in seinem Anzug gefangenen anderen Feind gegen die Brust, um ihn auf den Bauch zu werfen, damit er sich nicht befreien konnte und lief wieder los. Vier im Sinn, dachte er und lachte leise auf.

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„Festhalten“, sagte Narbatur ruhig. Er war so konzentriert, dass er seine Kopfschmerzen fast nicht mehr wahrnahm. Er wusste, dass er seinen Körper bis zum Äußersten antrieb und war nicht scharf auf die Rechnung, aber es musste sein. Der Sternenrat war die eine, große, stabilisierende Kraft im bekannten Weltraum und er würde nicht zulassen, dass ihn jemand sabotierte.

Er riss das Steuer herum, flog eine enge Kurve und feuerte mit der Laserkanone auf einen unförmigen Umwandlungskasten, um dann direkt wieder abzudrehen, auf den alten Kurs.

Diese Geräte waren beim Bau von Versammlung genutzt worden, um die immensen Strombedürfnisse zu sichern. Sie sollten eigentlich provisorisch sein, aber man hatte immer noch nicht alle ausgetauscht.

Zum Glück, dachte Narbatur, als der Kasten in einer Feuerwolke explodierte und einen dichten Funkenvorhang in die Luft sandte. Die Straßen so nah am Zentrum waren geräumt und Wesenleer. Noch mal zum Glück!

Sein Manöver zwang die Jäger, aufzusteigen, wollten sie nicht blind fliegen, und so gewann er etwas Zeit.

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Gosen hatte die nächsten beiden Gegner rasch eingeholt. Sie standen vor einem Mammutbaum und sahen sich nervös immer wieder um. Er würde nur unter Mühen an sie herankommen. Da fiel ihm auf, dass die braune Borke über den beiden grüne Sprenkel aufwies, die sich bewegten und immer wieder in einem Spalt im Stamm verschwanden. Er schmunzelte, hob die Druckkanone und schoss. Auf diese Entfernung würde er bei seinen Gegnern nichts ausrichten können. Aber das war auch nicht sein Ziel.

Er hörte das dumpfe Pochen, mit dem der Schuss den hohlen Baum traf und durchschüttelte. Die fingergroßen Insekten am und im Baum reagierten darauf, wie es Wraga-Braha auf jede Provokation taten: Sie verfärbten sich blutrot, stiegen in einem dichten Schwarm auf und stürzten sich auf das nächste, was sich bewegte. In diesem Fall die zu ihm herumwirbelnden Anzugträger. Im Nu waren sie von einer dichten, roten Wolke umgeben. Sicher, die Stachel würden ihre Anzüge nicht durchdringen, aber die Insekten würden in den nächsten Minuten nicht von ihnen ablassen, länger, wenn sie in Panik geraten und um sich schlagen sollten. Ihr seid erstmal beschäftigt, dachte Gosen und wandte sich in Richtung seines Raumschiffs. Bleiben zwei.

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Narbatur holte aus dem Gleiterantrieb heraus, was er konnte, und endlich kam der Purpurne-Sitzungssaal in Sicht. Er lag inmitten eines schmucken Parks mit Wasserspielen und war umgeben von den vier Parkhotels.

„Und jetzt?“, fragte Narjanka, dessen Muskeln sich rund und riesig unter der Uniform abzeichneten, weil er sich so im Sitz festkrallte.

„Verhindern wir die Ratssitzung“, sagte er und feuerte die Laserkanone ab.

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Wie erwartet hatten die letzten beiden Gegner mittlerweile das Raumschiff gefunden. Der eine war gerade dabei, das Schloss zu überbrücken, wofür er seinen Helm abgenommen hatte. Darunter kam ein bulliger Mensch zum Vorschein, den Gosen schon einmal gesehen hatte. Er arbeitete als Ober in einem der Parkhotels. Der andere sicherte derweil zum Waldrand hin. Eine Ablenkung musste her. Gosen sah sich suchend um und fand einen Klomschak-Baum. Seine großen, holzigen Früchte waren schwer und rund und damit ideale Geschosse. Er drehte drei von dem holzigen Stamm ab und lief weiter, bis er einen schlanken, biegsamen Baum fand. Schnell hatte er einen Ärmel von seinem Hemd gerissen und ein Katapult gebaut. Er zog es zurück und ließ zwei Klomschaks lossegeln. Kaum waren sie in der Luft, schrie er: „Deckung, Bomben!“

Die Wache warf sich sofort zu Boden. Der Mann am Schloss drehte sich verwundert herum und wurde von einer der harten Früchte am Kopf getroffen. Es gab einen hohlen Schlag und er sank in sich zusammen.

„Manchmal überrascht es mich selbst, wie gut ich bin“, rief Gosen vergnügt, der mit der Druckkanone in der einen und dem Lasergewehr in der anderen Hand auf die Wache zuschlenderte. „Waffe weg.“

Doch der Mann sprang auf die Beine, riss seine Waffe hoch und schoss. Der Lichtbolzen zischte knapp an Gosens Hüfte vorbei. Der zuckte mit den Schultern und schoss mit beiden Waffen zurück. Der Laserstrahl sauste in den Himmel, denn die Druckkanone riss ihn herum und nach hinten. Während er über den Boden rollte, dachte Gosen: Übermut tut selten gut.

Dann traf ihn der Laserschuss.

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Der armdicke Strahl des Lasergeschützes durchschlug eine große Tanne und traf dann einen unscheinbaren kleinen Bau neben dem größten der Parkhotels. Steine wurden verdampft und was nicht pulverisiert wurde, wurde von der Explosion in Stücke gerissen. Noch während Narbatur hochzog, schossen dunkelbraune Fontänen aus dem Boden und verteilten sich über die Hotelfront und den Park.

„Hast du da gerade die Abwasserfilterung weggeschossen?“, fragte Narjanka verblüfft.

„Klar“, sagte Narbatur nicht ohne Stolz. „Der Rat tagt doch nicht in einem beschissenen Haus. Gefahr gebannt. Und jetzt landen wir.“

„He, du Schlaukopf“, wandte Tera ein. „Bevor du zu sehr feierst, schau mal da rüber!“

Narbatur sah an ihrem Finger entlang und entdeckte einen Kebil-Transporter, dessen Heckklappe sich gerade schloss. Im Innern stand ein Jasa Apokato in der Uniform der Planetensicherheit.

„Ist das Kkim?“, fragte er verwundert.

Tera nickte. „Mit einer handvoll wichtiger Ratsmitglieder!“

Der Transporter startete und schoss steil in den Himmel. „Er will sie entführen!“, erkannte Narbatur.

„Vermutlich sein Plan B“, grollte Narjanka. „Und jetzt?“

Narbatur seufzte, war sich der Jäger deutlich bewusst, die sich von allen Seiten näherten und zog die Nase des Gleiters hoch. „Hinterher!“

JUST News 2 erschienen

Freitag, 14. Januar 2011
just-news-2-erschienen

Ein neues Jahr und es beginnt gleich sehr erfreulich für alle Justifiers-Fans, denn die JUST News ist erschienen und weiß mit sensationellen Artikeln aufzuwarten. Die JN2 steht ganz im Zeichen des Justifiers-Romans „Missing in Action“ von Christoph Hardebusch. Der Bestsellerautor hat nicht nur den neuen Konzern Stellar Explorations für uns beschrieben, sondern steuert zudem eine exklusive Justifiers-Kurzgeschichte bei.

Die Spieler können sich über neue Ausrüstung und den neuen Stierbeta freuen und der Erzähler erhält mit dem Intermezzo ein Werkzeug in die Hand, mit dem er noch größeren Einfluss auf den Verlauf der Mission nehmen kann.

Natürlich gibt es auch wieder ein Vorwort von Markus Heitz persönlich, der diesmal von der Comicumsetzung spricht. Passend dazu haben wir zwei Preview-Seiten des Comics für euch in der JN2. Also: JUST angeworfen und die News #2 runtergeladen:

www.justifiers-spiele.de