Archiv für Februar 2011

Raumhafen Adamant – Ratschlag 27

Sonntag, 27. Februar 2011
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

27

Narbatur trat Tera das Lasergewehr im letzten Moment aus der Hand. Die Waffe überschlug sich, wurde von dem Blitz getroffen und zerbarst in Tausend winzige, glühende Funken, die wiederum gleißende Energiefinger anzogen. Narbatur spürte die Hitze der Explosion wie einen Schwall heißen Wassers im Gesicht und riss schützend einen Arm hoch. Das wird ein Sonnenbrand, dachte er und stützte die erschrockene Tera.

„Plan B also“, sagte Gosen, nachdem er sich vergewissert hatte, dass alle mit einem Schrecken davongekommen war. „Waffen weg!“

Milkam gehorchte sofort, aber Narbatur zögerte, bis Alpha an seiner Hose zupfte. Er blickte hinab und der Klon ahmte mit den kleinen Händen eine Explosionswolke nach. „Bumm!“

Narbatur seufzte und warf seine Waffe ebenfalls beiseite.

„Und jetzt?“, fragte Milkam.

„Schnappen wir ihn uns auf die altmodische Tour!“, gab Gosen vehement zurück und ließ die Faust in die Handfläche klatschen.

Der Kommandant machte einen Schritt über die Schwelle, in den Raum hinein, und sofort glitt ein Teppich blitzender Energie über den Boden auf sie zu. Gosen zog den Fuß zurück und die kleinen, schimmernden Blitze kletterten den Türrahmen hinauf, verwoben sich zu einem unsteten Gitter aus fingerdicken, zuckenden, tödlichen Lichtfäden.

„Das ist seltsam“, sagte Alpha und legte den Kopf schief.

Da fiel es Narbatur wie Schuppen von den Augen. „Das sind keine zufälligen Entladungen. Er steuert die Energie!“

Mal sehen, wie dir deine eigene Suppe schmeckt, dachte Narbatur und baute sich breitbeinig vor dem Durchgang auf, schloss die Augen und hob eine Hand, um seine psionischen Energien zu konzentrieren. Morgen, wenn es ein morgen gab, würde er sich dafür verfluchen, aber es half nichts. Er tauchte tief in sich ein und begann die Energie zu spüren, unglaubliche Mengen Energie. Er kam sich vor, als wolle er den Lauf eines Flusses mit einem Eimer umlenken.

„Macht euch bereit!“, sagte er und ballte die Faust, nutzte diese Geste, um seine Konzentration auszusenden, und in die Energie einzutauchen.

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Gosen warf Narbatur einen verwunderten Blick zu, aber dann sah er, wie der Fauststoß des Sicherheitsmannes eine unsichtbare Druckwelle durch die blitzende Barriere schob, die sich durch den Raum weiter fortsetzte. Wie ein Antigrav-Feld schob das psionische Talent des Mannes die Energie aus dem Weg, leitete sie um, bis sich ein Tunnel aus gleißendem Licht bildete. Immer wieder schlugen Blitze zwischen den Wänden über oder leckten aus der Decke und tanzten sekundenlang über den Boden, aber mehr durften sie wohl nicht erwarten. Und ein Seitenblick auf das angestrengte Gesicht des jungen Mannes machte klar, dass er ihnen nicht viel Zeit würde erkaufen können. „Los!“, rief er und stürmte in den Raum. Gamma war sofort an seiner Seite, flitzte mit einem quiekenden Kampfschrei neben ihm her.

Alpha schob Beta vor sich in den Raum, neben Milkam, über dessen metallenen Körper immer wieder etwas Kriechstrom floss. Dass sein Bruder aber auch immer so ängstlich war. Er sah sich gerade zu der Menschenfrau um, als ein lautes Klicken seinen Blick nach oben riss. Ein schweres Sicherheitsschott setzte sich in Bewegung.

„Tür!“, schrie Alpha und die Frau reagierte sofort. Sie wirbelte herum, schob Narbatur durch die Tür und sprang hinterher. Das riesige Schott sauste hinab und traf den Fuß der Frau, zerquetschte ihn zu einem Platten Stück Leder.

Beta schrie – die Frau nicht. Alpha sah sie beeindruckt an, aber da erhob sie sich und schlüpfte aus dem Stiefel, den das Schott erwischt hatte.

„Glück gehabt“, sagte sie leichthin und lief los.

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Gosen sah sich nicht um, als ein schweres Schott donnernd den einzigen Ausgang aus dem Raum versperrte. Alles zu seiner Zeit. Jetzt musste er erst einmal einem psionisch begabten Wurm den Schleim aus der Birne klopfen.

Er hatte den Jasa Apokato erreicht, der ihn um gut zwei Köpfe überragte, dabei aber deutlich dünner war. Er trug die Uniform eines Adamant-Sicherheitsmannes, und das machte Gosen noch wütender. Er sprang, stieß sich an einem Generatorsockel ab und flog auf den Mann zu. Der machte keine Anstalten, sich zu wehren, weswegen ihn schon der erste Schwinger zu Boden riss. Gosen landete kniend auf seiner Brust und schlug erneut zu. Der Kopf des Ermittlers wurde herumgerissen.

Gamma zog das Hosenbein des Mannes hoch und biss ihm in die Wade, was keuchende Laute des Schmerzes bei dem Gegner hervorrief.

Nein, dachte Gosen mit wachsendem Unbehagen. Das ist ein Lachen!

Etwas neben seinem Ohr fing an, schrille, kurze Piepstöne auszustoßen. Er drehte den Kopf und sah auf eine automatische Energiekopplung, deren Timer gerade auf Null umschaltete. Die Relais wurden umgelegt und das laute Summen der Energiespeicher wurde zu einem ohrenbetäubenden Brüllen. Der Energiekern verschluckte den letzten Rest Zhagur wie ein Mensch einen Drink auf SchanSol und das Innere der Speicher glühte auf.

„Verdammt!“, stöhnte Gosen und schloss die Augen.

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Milkam lief hinter Gosen her, warf dabei aber immer wieder skeptische Blicke auf das Dach aus lichtgewordener Energie. Wenn ihn einer von diesen Blitzen traf, würde sein Körper sich augenblicklich ausschalten. In diesem Moment brüllten die Speicher auf und eine Welle gleißender Energie sprang auf ihn über, so heiß und tödlich, dass seine Hand verdampfte, als der Strom seinen Körper traf.

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Narbatur war sich nur entfernt der jungen Frau bewusst, die ihn stützte. Er konzentrierte sich ganz darauf, die wütende Energie von seinen Gefährten fernzuhalten. Sein Kopf drohte mit jedem weiteren Blitz, der sich seiner Kontrolle entziehen wollte, zu platzen. Er fing eine Sturmflut in einem Plastikbeutel auf, aber noch gelang es ihm. Da spürte er, noch bevor seine anderen Sinne es wahrnahmen, das Aufpeitschen der Energie, das Anschwellen des Stroms zu einer Sintflut. Und dann schlugen die Blitze ein.

„Nein!“, schrie er, tauchte so tief in sein Inneres, wie nie zuvor, so tief, dass er nicht sicher war, ob er jemals wieder würde zurückkehren können, und warf sein ureigenstes Selbst gegen die Kräfte an.

Und doch reichte es nicht. Strom erfüllte den Raum, umhüllte seine Freunde und dann auch ihn. Schmerz peitschte durch seinen Körper und seine Muskeln verkrampften sich. Ich habe versagt, dachte er noch, dann … nichts mehr.

Neues aus Dunklen Zeiten

Samstag, 26. Februar 2011
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Heute können wir euch ein kleines Gimmick für die Box Die Dunklen Zeiten – Imperien in Trümmern präsentieren:

DSA-Autor und Dunkle Zeiten-Fan Marc Jenneßen hat unter eifriger Mithilfe fleißiger Forenuser Medienempfehlungen für die Zeit nach der Ersten Dämonenschlacht gesammelt. Diese haben wir im Layout der Box gesetzt und bieten sie ab sofort zum Download an. Die Datei könnt ihr unter folgendem Link herunterladen:

Dunkle-Zeiten-Medienempfehlungen

Danke an Marc und seine fleißigen Helferlein für die Mühe! Hoffentlich findet dort mancher Dunkle Zeiten-Spielleiter Anregungen für spannende Abenteuer.

Myranor Kreativ-Wettbewerb

Freitag, 25. Februar 2011
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Der Uhrwerk-Verlag veranstaltet einen großen Kreativ-Wettbewerb mit tollen Preisen. Hier ist die Ausschreibung.

Der Schlangenschädel: Wettlauf wohin?

Mittwoch, 23. Februar 2011
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An dieser Stelle seien alle (potenziellen) Spieler des APs gewarnt: Es wird viel über den Inhalt des Bands verraten. Es besteht akute Spoilergefahr. Weiterlesen auf eigenes Risiko!

Die Charaktere haben es geschafft, sich gegen Kannibalen, uneinsichtige Mitreisende und vielleicht auch den eigenen gruppeninternen Konflikt durchzusetzen und das unwirtliche Eiland zu verlassen. Doch die Kunde ihres sagenhaften Fundes war schneller als sie. Kaum in der ehemaligen chelischen Kolonie angekommen, buhlen schon allerlei Interessengruppen um ihre Mithilfe. Und mit wem will man es sich nun eher verderben? Mit der sargavischen Regierung? Mit den Fesselpiraten, die inoffiziell als eigentliche Strippenzieher berüchtigt sind? Mit den Kundschaftern, die im Vergleich dazu wie Unschuldslämmer wirken? Oder mit ihren Konkurrenten, dem Aspis-Konsortium, die dafür bekannt sind, gar nicht zimperlich zu sein? Oder? Stimmt, da gibt’s noch die Assassinen der Roten Mantis, aber die dürften doch Verständnis für diese schwierige Entscheidung haben… Nein?

Erst einmal sind die Abenteuer in Eleder, der Hauptstadt Sargavas, die von Rassenkonflikten gezeichnet ist. Warum sollten die Sargaver auch auf ihre angestammten Vorrechte aus Kolonialzeit verzichten, nur weil die chelische Armee nicht gleich jeden Widerstand niederknüppelt? Doch wenn die Abenteurer einen Weg ins Landesinnere in die Wildnis des Mwangibeckens zu ihrem geheimen Ziel finden wollen, so werden sie einheimische Unterstützung benötigen. Auch wenn es hemmungsloses Anbiedern an eine fremde Gottheit erfordert…

Unterwegs warten dann neben den immer präsenten Konkurrenten einige landestypische Überraschungen wie kannibalische Dschungelfeenwesen, eine aufgegebene Geistermine, die von Angehörigen des Kindgottes belagerte Stadt Kalabuto und eine von merkwürdigen Einwohnern bevölkerte Ruinenstadt inmitten des Dschungels, die einen unverzichtbaren Hinweis auf den weiteren Weg zum Ziel enthält…

Ergänzend zum Abenteuer wird der Glauben der Gottheit Gozreh in einem der vielgepriesenen Götterartikel der AP-Reihe näher vorgestellt und selbstverständlich wird die Hauptstadt Sargavas, in der sich die Charaktere aufhalten, in einem Artikel detailliert beschrieben. Die Chroniken der Kundschafter werden fortgeführt und natürlich dürfen wieder nicht die landestypischen neuen Monster fehlen, die samt Zufallsbegegnungstabellen und dem Monsterhandbuch-typischen Artwork auf jeweils einer Doppelseite vorgestellt werden. Wie wäre es mit Bilokos, menschenfressenden Feenwesen? Wie mit mit einem Blutnebelmoskitoschwarm und seinem kleinen Mitbringsel, der Schlafkrankheit? Oder der “Personifizierten Raserei”?

Im nächsten Teil geht es weiter mit Teil 3 und der Stadt der Sieben Speere.

Schlangenschädel 2: Wettlauf ins Verderben ist im Handel erhältlich.

Hans Joachim Alpers gestorben

Montag, 21. Februar 2011
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In der Nacht vom 16. auf den 17.  Februar 2011 verstarb mit Hans Joachim „Hajo“ Alpers eine der bekanntesten Persönlichkeiten in der deutschen SF- und Phantastik-Szene. Der Mitbegründer von Fantasy Productions und einer der Urväter von „Das Schwarze Auge“ ging im Alter von 67 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit von uns.
Hajo hat auch außerhalb der Rollenspielszene viele Aktivitäten verfolgt. So war er Autor, Herausgeber, Anthologist, Literarischer Agent, Verfasser von Hörspielen, Kritiker und fast zwei Jahrzehnte lang Herausgeber des wohl einflussreichsten deutschsprachigen SF-Fanzines, der „Science Fiction Times“.

Von 1978 bis 1980 gab er die Taschenbuchreihe “Knaur Science Fiction” heraus, danach bis 1986 die Reihe “Moewig Science Fiction”. Zusammen mit Ronald M. Hahn gab er eine erste „Bestandsaufnahme“ der deutschen SF „Science Fiction aus Deutschland“ (1973) heraus, in den achtziger Jahren dann zusammen mit Werner Fuchs eine Anthologienserie im Hohenheim Verlag, welche die Entwicklung der anglo-amerikanischen SF chronologisch darstellte. Insgesamt zeichnete er für mindestens 50 Anthologien verantwortlich.
1967 veröffentlichte er unter dem Titel “Erde ohne Menschen” als Jürgen Andreas seine erste Kurzgeschichtensammlung, später folgten Heftromane – teils unter Pseudonymen wie Mischa Morrison oder P. T. Vieton – und Dutzende von Jugendbüchern, meist in Zusammenarbeit mit Ronald M. Hahn. In den neunziger Jahren verfasste Hajo sehr erfolgreich Romane mit Rollenspielhintergrund, unter anderem seine Shadowrun-Trilogie „Deutschland in den Schatten“ und die DSA-Trilogie „Die Piraten des Südmeers“.
Als Kritiker machte  er sich vor allem durch seine Rezensionen in „SFT“ und später im Magazin „Wunderwelten“ einen Namen. Für viele galt er neben Franz Rottensteiner als der deutschsprachige SF-Rezensent schlechthin – immer geistreich, überaus lesbar und nie überkandidelt oder abgehoben. Hajo wurde mehrfach mit dem Kurd-Laßwitz-Preis geehrt.
Vor einigen Jahren musste er sich einer schweren Operation unterziehen, bei der ein Tumor hinter dem Auge entfernt wurde. Offenbar waren es Spätfolgen dieser Erkrankung, die nun zu seinem Tod führten. Die deutsche Phantastik hat einen ihrer prominentesten und umtriebigsten Köpfe verloren und wir alle werden Hajo schmerzlich vermissen.

Das Team von Ulisses Spiele

Raumhafen Adamant – Ratschlag 26

Montag, 21. Februar 2011
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

26

Narbatur sah sich um und fand einen alten Stahlträger, den Narjanka als Krücke benutzen konnte. Mithilfe des Saht Milkam schaffte er es, den schwer atmenden Hakhasu auf die Beine zu stellen.

„Sieh du zu, dass die Ratsmitglieder so schnell wie möglich hier wegkommen!“, wies er seinen Kollegen an.

„Geben Sie jetzt hier die Befehle, Sicherheitsmann Segler?“, fragte Gosens raue Stimme hinter Narbatur. Er drehte sich um und sah dem Kommandanten in die Augen.

Keine Schwäche zeigen, dachte er und nickte. „Irgendjemand muss es ja tun.“

Gosen sah ihn einen Augenblick schweigend an, dann lachte er auf und blaffte Narjanka an: „Worauf warten Sie, Sicherheitsmann? Befolgen Sie die Befehle.“

Dann war der Kommandant wieder verschwunden, sammelte Waffen ein und trieb seine Begleiter zu einem Frachtgleiter am Eingang zu einem vergleichsweise kleinen Gang. Der Saht neben ihnen machte sich ebenfalls auf den Weg zum Kommandanten.

„Ich habe diese Würmer noch nie gemocht“, sagte Narjanka und sah aus, als wolle er ausspucken. „Gehen wir.“

Narbatur schüttelte den Kopf. „Das hier ist noch nicht vorbei. Wir müssen diesen Mistkerl erwischen.“

„Aber die Station stürzt ab. In ein paar Minuten wird sie in den Gasplaneten hinabrasen und zerquetscht werden.“

„Ein Grund mehr, die Beine in die Hand zu nehmen.“

Narjanka musterte ihn eindringlich und legte ihm dann die Hand auf die Schulter. „Pass auf dich auf Kleiner. Du nervst zwar, aber ich habe mich an dich gewöhnt.“

„Ja, ich mag dich auch“, gab Narbatur zurück, umarmte den verdutzten Hakhasu kurz und lief dann zu Gosen, der den Gleiter bereits startete.

„Los, ihr Sesselfurzer. Kommt in die Hufe, oder ich mache euch Beine!“, drähnte Narjankas Bass durch die Halle.

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Beta warf einen sehnsüchtigen Blick auf die Beamten, die benommen zu anderen Gleitern geführt wurden, sich gegenseitig stützten und in wenigen Augenblicken den Transporter besteigen und diese Todesfalle verlassen würden. Wie gerne würde er mit ihnen gehen, ein Mal, ein einziges Mal nicht mitten ins Verderben rennen, sondern davor weg. Aber ein Blick auf Alpha, der beinahe vorfreudig in das Halbdunkel starrte, in dem sich irgendwo der Energiekern der Station verbergen musste, machte ihm klar, dass er seine Brüder nicht davon würde überzeugen können. Und allein lassen würde er sie ganz sicher nicht.

„Alle an Bord?“, fragte Gosen und schwang sich hinter das Steuer des kantigen, großen Gleiters. Beta sah sich um. Milkam, die Menschenfrau namens Tera und der Sicherheitsmann namens Narbatur hockten auf der Ladefläche des Gleiters, jeder ein Gewehr in den Händen.

In der Fahrgastzelle saßen die drei Klone und Gosen. Nicht eben eine Armee, dachte er und die Angst wurde wieder größer. Wer wusste, wie viele dieser Kugelwesen der falsche Sonderermittler noch bei sich hatte.

„Wird schon“, sagte Gosen und tätschelte einmal die Köpfe der Klonreihe ab. „Haltet euch nur im Hintergrund.“

Dann fuhr er los. Der Antrieb des Gleiters war offensichtlich nicht mehr sonderlich gut in Schuss, denn das Fahrzeug schwankte wie ein Schiff auf offener See und die Scheinwerfer flackerten immer wieder bedenklich.

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Milkam schrie auf und hätte die Menschenfrau ihm nicht im letzten Augenblick die Hand hingestreckt, wäre er rücklings vom Gleiter gefallen.

„Danke. Das Ding bockt ja wie ein schwangerer K’britâr“, kommentierte er, was die Frau lachen und den Mann schmunzeln ließ.

„Und wie sind Sie zu unserem kleinen Abenteuertrupp gestoßen?“, fragte er sie, um nicht über Sareil und seinen erneuten Verrat nachdenken zu müssen.

„Oh, ich war der Sache auf der Spur. Tera Gonzales, Sternenrat-Geheimdienst.“ Sie streckte ihm erneut die Hand hin und er schüttelte sie.

„Spannend“, sagte er und sah zu dem Sicherheitsmann hinüber, der die Frau wie ein verliebter Schuljunge ansah.

„Was hat er vor?“, fragte Milkam und diesmal antwortete Narbatur: „Da er keine Geiseln mitgenommen hat, wird er wohl ein Selbstmordkommando durchführen. Wir haben das bei einem anderen dieser Terroristen bereits erlebt. Er hat die Autodüsen ausgeschaltet, vielleicht hofft er, dass die Sternenratsmitglieder noch auf der Station sind, wenn sie vernichtet wird.“

„Warum erschießt er sie dann nicht einfach?“, fragte Tera.

Narbatur nickte und dann erstarrten seine Gesichtszüge. „Weil er alle, die davon wissen, mit in den Tod reißen will.“

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Gosen hörte das laute Pochen auf dem Dach der Fahrgastzelle und sah kurz über die Schulter. Narbatur stand und trommelte auf das Blech. „Es ist eine Falle“, rief er und wies nach vorne. „Eine Falle!“

Gosen lachte und sah wieder auf den Gang, der im flackernden Licht der Scheinwerfer hin- und herzuspringen schien.

„Natürlich ist es das“, rief er zurück und holte das letzte aus dem altersschwachen Antrieb heraus. Sie würden eben schlauer sein müssen, als der Sonderermittler.

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Narbatur seufzte und ließ sich wieder in die Hocke sinken. „War klar“, kommentierte er Gosens Verhalten. Was hatte er auch erwartet? Dass der Kommandant umdrehte und floh? Dafür war der potenzielle Gefangene zu wichtig, lockten zu viele Informationen.

Er überprüfte den klobigen Froster, den er einem toten Jiar abgenommen hatte. Die Waffe war funktionstüchtig und auch die Lasergewehre in den Händen seiner Begleiter waren geladen und bereit.

„Machen wir das Beste draus“, sagte er und schloss die Augen, versuchte sich ein wenig zu entspannen, Kraft zu sammeln, denn sein Bauchgefühl sagte ihm, dass sie sein PSI-Talent bitterlich brauchen würden.

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Gosen brachte den Gleiter schwankend vor einem Gittertor zum Stehen und stieg aus. Weniger Meter hinter dem Tor, das den gesamten Gang versperrte, befand sich eine verschlossene Tür, auf der zahlreiche Warnzeichen prangten, unter anderem der gelbe Blitz für Starkstrom.

„Ich kann das Tor knacken“, sagte Tera und sprang von der Ladefläche. „Dauert keine zwei Minuten.“

„Das sind zwei zuviel“, bescheid Gosen, zog eine Druckkanone aus der Fahrgastzelle, lud sie und feuerte. Das Tor wurde mit einem lauten Kreischen nach hinten weggerissen und der Druck reichte noch aus, um der Tür einen heftigen Schlag zu versetzen. Gosen warf einen enttäuschten Blick auf den Ladestatus der Waffe, zuckte mit den Schultern und warf sie beiseite. Dann zog er eine Thermomachete und trat durch die Überreste des Gitters an die Tür.

„Abrakadabra“, sagte er und tippte die Tür an, die daraufhin nach innen fiel. Sofort roch Narbatur Ozon, und das leise Knistern und laute Knallen von überschüssiger Energie hallte durch den Gang. Vorsichtig näherten sie sich dem Kommandanten, der in der Tür stand. Der Raum dahinter war erfüllt von einem gigantischen Geteriumgenerator, in dessen Tank jedoch nur noch eine Pfütze ungesund braunen Zhagurs schwappte, die zusehends kleiner wurde. Das war kein Wunder, denn der Generator produzierte Unmengen von Energie, die als Blitze und Funken über die Umwandler und Energiespeicher wanderten, von einer Spitze zur anderen überschlugen und immer wieder auch als Netz aus kleinen Blitzen bis zum Boden krochen.

„Er will den Generator überladen, die Station sprengen, damit wir die Gefangenen nicht rechtzeitig wegbringen können“, erkannte Tera.

In der Mitte dieses ohrenbetäubenden Lichterspiels stand der Sonderermittler, eine hochgewachsene, schlanke Gestalt. Er hatte Posten vor dem Steuerpult bezogen, dem einzigen Ort, an dem das Unglück noch zu verhindern wäre. Die Blitze züngelten immer wieder auch über ihn, wurden aber kurz vor seinem Körper von einem unsichtbaren Schild abgefangen und in den Boden geleitet.

„Freiwillige vor“, sagte Gosen und machte eine einladende Handbewegung zur Tür hindurch.

„Ich erledige das“, sagte Tera, trat vor, hob das Lasergewehr und schoss. Alpha rief entsetzt: „Nein!“, doch es war schon zu spät. Die Waffe summte auf, doch statt einen Laserstrahl abzufeuern, zog die Energie der Waffe einen unterarmdicken, gleißenden Blitzstrahl aus einem Energiespeicher hervor, der mit einem lauten Knall auf Tera überschlug.

Schlangenschädel: Die Karten (1)

Freitag, 18. Februar 2011
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Zur Unterstützung des Abenteuerpfades Schlangenschädel bieten wir Euch die ersten nützlichen Karten zum Download an. Enthalten sind eine Spielleiterkarte zum Buch 1 ‘Seelen für die Schmugglerinsel’ und eine Spielerkarte von Sargava. Viel Spaß!

Kartendownload

Das Aventurische Archiv 8

Mittwoch, 16. Februar 2011
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Es ist soweit, das neue Aventurische Archiv ist fertig gesetzt und in Druck. Nachdem im letzten Archiv schon das Ende Borbarads absehbar war, kann man in der neu erscheinenden Ausgabe 8 alles über die Botentexte zum Untergang des Dämonenmeisters lesen.

Im Aventurischen Archiv 8 werden die Inhalte der Aventurischen Boten 74 bis 77 behandelt, die den Erscheinungszeitraum Firun 1021 BF (28 Hal) bis Travia 1022 BF (29 Hal) abdecken. Das umfasst alle  Boten von September 1998 bis März 1999 und schließt die Berichterstattung um die Rückkehr des Dämonenmeisters im Boten ab.

Wissenswerte Artikel über die zeitgleiche Entwicklung im Mittelreich, das von Borbarads Rückkehr am stärksten betroffen war, sowie die Reaktionen im restlichen Aventurien informieren den interessierten Leser.

Außerdem gibt es wieder Einblicke in den Salamander, die exklusiv im Aventurischen Boten erscheinende Quartalsschrift für Magier, und erlauben es, den Einfluss des Krieges auf die Magiergilden zu verfolgen.

Doch nach der Krise ist ja bekanntlich (und mal frei zitiert) immer auch vor der Krise und so steht die nächste auch schon ins aventurische Haus. Borbarads Erben lassen sich weder bitten, noch lange auf sich warten und überziehen den Kontinent direkt nach des Sphärenschänders rühmlichen Ende mit Angst und neuen Schrecken. Bereits am Ende des Aventurischen Archivs 8 lassen sich erste Vorzeichen erahnen, was da noch alles kommen wird. Man darf also gespannt sein, wie die weitere Entwicklung Aventuriens aussehen wird.

Natürlich wird die im Archiv VII begonnenen Zeitleiste des Schicksalsjahres 1021 BF lückenlos fortgeführt, so dass man auf einen oder zwei Blicke die Ereignisse des gesamten Jahres erfassen kann. Ein wichtiges Hilfsmittel für jeden Meister, der seine Spielrunde in die Kampagne um die Sieben Gezeichneten und die Zeit nach Borbarad führen will.

Ach ja, da das Aventurische Archiv VIII nahezu lückenlos mit Informationen zu dem Finale der Kampagne gefüllt ist, sollte der Meister den Inhalt nur dosiert weitergeben bzw. lesen lassen.

JUST News 3 ist erschienen

Dienstag, 15. Februar 2011
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Die neueste Ausgabe der JUST News liefert, wonach sich Heitz-Fans überall auf der Welt die Finger lecken: exklusives Material aus der Tastatur des Meisters selbst. Und da wir gar nicht genug Fliegen mit einer Vibroklappe erschlagen können, bietet die #3 gleichzeitig allen Justifiers-Freunden den so häufig erwünschten tieferen Einblick in die Hintergründe des Universums. Markus Heitz berichtet ausführlich über einen der moralisch (noch) fragwürdigeren Konzerne: United Industries – bekannt aus Markus‘ Kurzgeschichten und berüchtigt im ganzen bekannten Weltall. Ein Muss für jeden Justifiers-Fan!

Raumhafen Adamant – Ratschlag 25

Montag, 14. Februar 2011
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Ratschlag ist eine Fortsetzungsgeschichte von André Wiesler aus dem Raumhafen-Adamant-Universum und spielt vor dem Hintergrund des RAD-Rollenspiels. Sie stellt ein Sequel des RAD-Romans Die vergessene Schlacht dar und wird wöchentlich in diesem Blog fortgesetzt. Die vorhergehenden Episoden können hier eingesehen werden.

25

Narbatur versuchte den Kopf ein wenig von der Waffe wegzubewegen, aber sofort erklang ein tadelndes Zischen in Form von grünem, nach vergorenem Obst riechenden Gas aus der Vorderseite des Jiar.

Also lies er sich, von drei unangenehm warmen Pseudopodien gehalten, voranführen.

Tera erging es nicht anders, und der laut in seiner Muttersprache fluchende Narjanka wurde von zwei weiteren Jiar am Genick hinterhergeschleift, weil sein mehrfach gebrochenes Bein ihn nicht mehr trug.

Sie erreichten eine große Werkhalle, in der noch einige große, ausgeschlachtete Maschinen wie riesige Tierkadaver emporragten. Davor lagen nebeneinander aufgereiht ein Dutzend Ratsmitglieder und noch einmal zwanzig Diplomaten und Assistenten. Einen schrecklichen Augenblick lang glaubte Narbatur, sie seien tot, aber dann sah er die blinkenden Transgressoren auf jeder Stirn. Man hatte sie ruhig gestellt. Dieses Schicksal würde ihnen auch drohen. Er warf Tera einen Blick zu, aber sie schüttelte kaum merklich den Kopf, legte dann den Kopf schief, als würde sie lauschen.

Narbatur tat wie ihm geheißen und hörte in einiger Entfernung das Zischen von Laserwaffen. Das musste Gosen sein.

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Die letzte lebende Kugel feuerte ihren Froster ab und ließ einen blauen, eisigen Strahl über den Gleiter wandern. Gosen sprang seitlich vom Dach in Deckung, aber Milkam wurde an Brust und Arm erwischt. Der Saht feuerte, doch seine Laserwaffe war im wahrsten Sinne des Wortes festgefroren und der Schuss verschwand im dunklen Tunnel.

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Beta unterdrückte ein Wimmern. Dieser übergroße Flummi vor ihnen würde sie jetzt in Eisstatuen verwandeln. Da sprang Gamma vor, hatte mit einem Mal die Laserpistole in der Hand und feuerte in schneller Folge drei Schüsse in den Leib des Gegners. Noch während der Ball auseinanderplatzte, ließ er die Pistole um den Finger wirbeln und steckte sie in seinen Gürtel.

Alpha starrte ihren Bruder von der anderen Seite ebenfalls fassungslos an. Gamma grinste breit und sagte: „Piratenmassaker!“

„Das Holospiel?“, fragte Beta entgeistert.

„Highscore“, rief Gamma stolz und riss die Arme hoch.

Als Gosen um das Heck des Gleiters hastete, stand der Ball plötzlich direkt vor ihm. Er konnte das Gewehr nicht in Anschlag bringen, also tat er das Nächstbeste. Er trat mir voller Wucht gegen das Wesen. Wie gehofft machte das Gas in seinem Innern es recht leicht, so dass der Tritt es weit vom Boden hob und nach hinten warf. Ein Frosterstrahl glitt durch die Luft auf Gosen zu, aber der zielte in aller Ruhe und schoss den Angreifer aus der Luft.

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Narbatur wurde zur Seite gerissen und er roch, wie sich die Jiar miteinander unterhielten. Faulige wechselten sich mit süßen und herben Duftnoten ab, während die Verbrecher besprachen, was sie tun sollten. Offensichtlich hatten auch sie die Schüsse nun gehört. Er sah, dass Tera sich wand, um einen besseren Stand zu bekommen, aber da hob ihr Wächter sie schlichtweg hoch und legte ihr die Waffe an den Hinterkopf. Auch ihm selbst wurde der Lauf wieder fest an die Schläfe gedrückt. Toll gemacht, dachte Narbatur. Wir haben ihnen noch mehr Geiseln geliefert.

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Milkam sah ungeduldig zu, wie Gosen seinen Körper mit dem Lasergewehr auf Reinigungseinstellung wieder auftaute. Kaum konnte er sich wieder richtig bewegen, sprang er vom Wagen und stürmte los.

„Das werden sie gehört haben!“, rief er Gosen zu, der nickte und ebenfalls loslief. „Ihr wartet hier!“, bellte er die Klone an.

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Beta sah den beiden Männern nach und atmete erleichtert auf. Er war einfach nicht für Konfliktsituationen gemacht!

Gamma rief: „Papa!“, sprang aus dem Fenster und rannte hinter Gosen her, wobei er die Waffe aus dem Gürtel zog und wild schwenkte.

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Milkam kam schlitternd zum Stehen, als sich ihm die Situation in der Halle offenbarte. Ein Hakhasu-Sicherheitsmann lag stöhnend auf dem Boden, umstellt von zwei dieser Kugelwesen, die ihre Waffen im Anschlag hatten. Eine Menschenfrau und ein Menschenmann dienten je einem weiteren Wesen als lebende Deckung.

„Waffe weg“, zischte eines der Wesen. Milkam sah Gosen aus dem Augenwinkel ebenfalls zum Stehen kommen.

„Waffe weg!“, wiederholte das Wesen und drückte dem Mann die Waffe noch fester an die Schläfe. Aus dieser Entfernung wäre die Vereisung des Hirns sofort tödlich. Also ließ Milkam die Waffe fallen.

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Gosen presste die Lippen zusammen und kämpfte mit sich. Die beiden Wesen bei dem Hakhasu könnte er vermutlich ausschalten, bevor sie feuerten. Aber Narbatur und die fremde Menschenfrau wären dann hinüber. Also ließ er die Laserwaffe neben sich zu Boden gleiten, schob aber den Fuß unter den Trageriemen.

In diesem Moment kam Gamma in den Raum gestürmt, rief: „Tod den bösen Männern!“ und schoss ansatzlos auf die Frau. Der Schuss glitt zwischen ihrer Hüfte und ihrem Arm vorbei und brachte das Wesen zum Platzen.

Gosen riss das Bein hoch, schleuderte sich die Laserwaffe in die Hand und feuerte in schneller Folge auf die Wesen neben Narjanka.

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Milkam sah den Laserschuss des Klons losrasen und dachte nicht mehr nach. Er richtete seinen ganzen Willen auf die Waffe am Kopf des Menschen und riss den Arm hoch. Der Froster wurde nach oben weggeschleudert und der Schuss ging knapp am Kopf des Sicherheitsmannes vorbei. Einige Haarsträhnen wurden schockgefrostet und zersplitterten im Luftzug.

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Narbatur spürte erst das Aufwallen von PSI, dann eine eisige Kälte an seinem Kopf und war überzeugt, dass sein letztes Stündlein geschlagen hatte. Darum dauerte es einen Augenblick, bis er realisierte, dass er noch lebte – auch wenn das Kugelwesen ihn immer noch umklammert hielt. Er riss eine Hand frei, zog sein Dienstabzeichen vom Anzug und nutzte die kleine Nadel, die es hielt, dazu, mehrere Male in den Körper des Jiar zu stechen. Stinkendes Gas zischte hervor und das Wesen ließ ihn los, um die Pseudopodien auf die Löcher zu drücken und so zu verstopfen.

Narbatur warf sich zur Seite und rollte sich ab, so dass das Wesen nun schutzlos dastand. Es formte ein weiteres Scheinärmchen aus und versuchte, damit nach dem zu Boden gefallenen Froster zu greifen, aber da donnerte Gosen mit angelegter Waffe: „Schlechte Idee, Hüpfball!“

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Gosen blickte sich erneut um und vergewisserte sich, dass die Lage gesichert war. Narjanka wurde von Milkam versorgt, Gamma war entwaffnet, die Klone erstellten eine Liste der Geiseln und Narbatur sicherte die Halle, während die Frau den Gefangenen in Schach hielt. Eine Agentin des Sternenrats also …

Gosen sah sich um und hatte nach einigen Momenten gefunden, was er suchte: Eine alte Werkzeugkiste. Es war nicht mehr fiel drin, aber eine Rolle Klebeband reichte ihm.

Er ging zügig zu ihrem Gefangenen hinüber, dessen Haut zunehmend faltiger wurde. „Und?“

Sie schüttelte den Kopf.

Gosen lächelte. „Sehr gut!“

Er ging neben dem Wesen in die Knie, das ein wenig von ihm wegglitt, bis Tera missbilligend schnalzte.

„Also“, sagte Gosen und zog seine Thermomachete. „Wir wüssten gerne, wo Sonderermittler Kkim ist, der Jasa Apokato, der mit den Geiseln hier angekommen ist. Du hast die freie Wahl.“

Er hielt das Klebeband in der einen Hand hoch und ließ dann die Machete in der anderen Hand glühend auffauchen. Sehr schnell hoben sich Schuppen, um in gehauchtem Translingus zu berichten: „Er hat die Bruchlandung von den dreien da mitbekommen. Er sagte, er müsse Vorsichtsmaßnahmen treffen. Vermute, dass er zum Energiekern der Station unterwegs ist.“

Gosen hob drohend die Machete.

„Wirklich, das ist alles!“

Er nickte und warf dem Wesen das Klebeband zu, das dieses sofort eilig über die Löcher in seiner Haut klebte.

Gosen erhob sich. Die Menschenfrau fragte: „Ist das die neue Standardbefragungsmethode bei der Kebil-Sicherheit?“

Gosen lächelte sie breit an. „Ich bin privat hier.“

Die Agentin lachte leise.

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Milkam nickte zufrieden. Im Rahmen der Möglichkeiten war das zertrümmerte Bein des Hakhasu erst einmal gut versorgt. Der große Sicherheitsmann nickte ihm dankbar zu.

Der Mensch kam herüber, rief Gosen: „Gesichert“ zu und ging dann neben seinem Kollegen in die Hocke. „Zu dumm zum Antigrav-Rad fahren, hm?“

Der Hakhasu schnaubte nur.

„Halt die Ohren steif, wir sind hier gleich raus.“

Ein Ruck ging durch die Station. Milkam lauschte. Das laute Dröhnen der Autodüsen war verstummt.

„Was geht da vor sich?“, fragte der Mensch ihn.

„Die Station stürzt ab“, sagte Milkam.