Mit ‘Bernard Craw’ getaggte Artikel

Die Farben des Krieges

Donnerstag, 24. Mai 2012
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In diesem Blog-Eintrag beschreibt Bernard Craw einige grundsätzliche Überlegungen zum Schreiben von Military Science Fiction, wobei er speziell auf den für Juni geplanten zweiten Band der Andurienkriege, Zorn , eingeht.

Militärgeschichten für BattleTech zu schreiben ist weit weniger problematisch, als dasselbe vor einem historischen Hintergrund zu tun. Unbestritten ist, dass eine Handlung, bei der ein Krieg im Vordergrund steht, immer auch an Instinkte appelliert, die in der raubtierhaften Natur des Menschen wurzeln. Die Protagonisten werden nicht selten von ihrem Hass auf den Feind geleitet. Wenn dies in einem der Realität entnommenen Setting geschieht, ist es kaum zu vermeiden, sie auf die „verdammten Deutschen“ fluchen zu lassen oder auf die „barbarischen Russen“. Hier bietet die Fantastik, mithin auch BattleTech, die Möglichkeit, das diesbezügliche Potenzial des Lesers in eine ungefährliche Richtung zu lenken.

Der „philosophisch unterlegene Andurianer“ hat ebenso wenig ein reales Gegenstück wie der „wahnsinnige Maximilian Liao“. Hier kann sich der Leser während der Lektüre von den negativen Gefühlen der Protagonisten mitreißen lassen, in den Rausch des Schlachtfeldes eintauchen, ohne für das Zusammenleben in der echten Welt relativierende Einschränkungen vornehmen zu müssen. Deswegen ist es auch unbedenklich, wenn in Stackpoles Warrior-Trilogie die Capellaner die eindeutig bösen, die Kämpfer der Vereinigten Sonnen dagegen die strahlenden Helden sind. Letztlich sprechen wir hier von Weltraummärchen, und da darf das so sein.

Unabhängig von moralischen Überlegungen finde ich es jedoch reizvoller, einen Gegenstand von vielen Seiten zu betrachten. Dazu verwende ich gern unterschiedliche Perspektiven innerhalb eines Romans, und bei BattleTech lasse ich dabei alle involvierten Parteien zu Wort kommen. Ja, die Konföderation Capella ist eine Diktatur, ihr rigoroses Kastensystem widerspricht allem, was wir mit dem Begriff „Freiheit“ verbinden. Aber wenig im Universum ist völlig eindeutig, und Freiheit schließt auch immer die Möglichkeit ein, Fehler zu machen, sich falsch zu entscheiden.

Ich bin ein ausgesprochen freiheitsliebender Mensch, aber es fasziniert mich, gerade auch für Positionen, die nicht meine eigenen sind, literarischen Boden zu erkunden. Mag sein, dass eine Planwirtschaft nicht die ökonomische Schlagkraft einer Marktwirtschaft entwickeln kann, weil letztere die egoistischen Interessen der Beteiligten nicht mit dem Gemeinwohl synchronisiert. Andererseits wird ein zentral gesteuertes System den Wahnsinn unseres Individualverkehrs mit seinen Auswirkungen auf Umwelt und den unweigerlichen Menschenopfern an Verkehrstoten vermeiden können. Den capellanischen Großstädte auf Grand Base habe ich deswegen hocheffiziente öffentliche Verkehrswege gegeben, welche die andurianischen Eroberer staunen lassen. Tunnel mit mehrspurigen Laufbändern erlauben Fußgängern den schnellen Transport, klug geplante Arkologien verbinden als große, manchmal pyramidenartig angelegte Strukturen Grünanlagen mit Wohn- und Arbeitsbereichen – Kleinstädte, kompakt als Gebäudekomplexe realisiert. Aber romantische Schwärmerei ist auch hier nicht angebracht, wer das eine zeigt, sollte auch das andere nicht zudecken – das capellanischen Kastenwesen mit all seinen Härten, besonders für die wie Sklaven gehaltenen Servitoren, ist auch hier omnipräsent.

Ich hoffe, dass Zorn ein bunter, ein vielfältiger Roman geworden ist. Es gibt sie, die Guten und die Bösen und die sehr, sehr vielen normalen Menschen, die irgendwo zwischen den Extremen leben – und es gibt sie auf beiden Seiten.

Manchmal allerdings wird diese Betrachtungsweise schwer, dann nämlich, wenn mich als Autor die kulturelle Prägung des eigenen Heimatplaneten einholt. BattleTech wird vorwiegend in den USA entwickelt, und ich kann verstehen, dass man dort ein distanziertes, manchmal eben auch spielerisches Verhältnis zum dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte pflegt. Aber wenn man einer Eliteeinheit schwarze Uniformen gibt und ihnen weiße Totenschädel an die Kragenspiegel steckt, wird mir unwohl. Trotzdem – auf die Death Commandos wollte ich nicht verzichten. Zu faszinierend ist ihre Rolle im BattleTech-Universum, zu wichtig für den Kampf um Grand Base, der im Mittelpunkt von Zorn steht.

Das also war eine wirkliche Herausforderung im Schaffensprozess: Einerseits im fiktiven Universum zu denken, durch die Figuren, die Welt so wahrzunehmen, wie sie es tun, und sie so dem Leser zu vermitteln. Aber andererseits nicht zu vergessen, in welcher Welt dieser Leser lebt, sich davor zu hüten, etwas zu glorifizieren, das abstoßender nicht sein könnte. Und das ist auch die Lösung, die ich anbiete: Die Death Commandos sind genau das – abstoßend. Sie sind die Pathologie des Militärs, sadistische Kampfmaschinen, enthoben alles Edlen und – im positiven Sinne – Soldatischen. Wer das Böse im BattleTech-Universum sucht – hier soll er es finden.

Und in Zorn werdet ihr es finden!


Die Invasionsflotte rückt an

Dienstag, 15. Mai 2012
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Zornso lautet der vielsagende Titel des kommenden BattleTech-Romans von Bernard Craw. In diesem Blog lässt euch der Autor Blut lecken und gibt einen ersten Einblick in die Geschehnisse.

Wer die Sprungpunkte kontrolliert, beherrscht den Zugang zu einem Sternensystem. In Präludium haben die 6th Defenders of Andurien Zenit und Nadir jener Sonne gesichert, um die Grand Base – die wichtigste Militärwelt der Konföderation Capella – kreist,. Nun führt Generalleutnant Mildred Humphreys eine der größten Flotten des Herzogtums gegen den Planeten.

Zorn ist der Titel des zweiten Bandes, der sich den Andurienkriegen widmet. Erlebe einen groß angelegten Feldzug aus nächster Nähe. Denn die Andurianer bieten nicht nur ein komplettes Mechregiment auf. Um auf dem Planeten landen zu können, müssen sie auch den Widerstand auf dem kalten Schlachtfeld im All brechen. Und um ihn zu halten, brauchen sie Heerscharen von Infanteristen. Doch die Capellaner sind nicht gewillt, die in der gesamten Inneren Sphäre gerühmten Earthwerks-Mechfabriken kampflos aufzugeben. Die in den weit verzweigten Stahlschluchten untergebrachten Anlagen werden nicht nur bis zur letzten Patrone, sondern auch bis zum letzten Blutstropfen verteidigt.

Eine weitere Herausforderung ist das Ausbildungsgelände der Death Commandos, das sich Hunderte Quadratkilometer um die Stadt des Todes herum erstreckt. Die Andurianer wollen es wegen seiner erheblichen psychologischen Bedeutung besetzen, müssen sich aber bald fragen, ob nicht vielleicht die Geister seiner früheren Herren bei der Abreise der capellanischen Eliteeinheit zurückgeblieben sind, um den Besatzern das Leben aus den Knochen zu saugen.

Auch Kriegerhaus Fujita ist kaum zu überwinden. Die fanatischen Kämpfer befinden sich auf heimatlichem Grund, kennen tausend Möglichkeiten, den Invasoren auszuweichen und ihnen empfindliche Schläge zu versetzen, wenn diese es am wenigsten erwarten.

Zu allem Übel muss sich Mildred der Tatsache stellen, dass ein Planet mit einer Milliardenbevölkerung nicht allein durch militärische Maßnahmen zu befrieden ist. Die neuen Untertanen müssen für das Herzogtum gewonnen werden. Wer unter capellanischer Herrschaft benachteiligt war, der wird die Befreiung durch die Andurianer sicher willkommen heißen – es sei denn, er verbirgt seine Mordabsichten hinter jenem Lächeln, das niemals von einem capellanischen Gesicht weicht.

Zorn schildert den gesamten Grand Base-Feldzug der Andurianer vom September 3030 bis zum April 3031. Wir treffen viele Bekannte aus Präludium wieder – darunter auch einige, die niemand mehr auf der Rechnung haben dürfte …


BattleTech auf der RPC: Teste dein Karma!

Dienstag, 24. April 2012
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In seinem BattleTech-Roman Karma schildert Bernard Craw den Überfall der 3rd Defenders of Andurien auf die capellanische Vakuumwelt Niomede-4. Dort stellen sich den Angreifern neben der aus Hermes II bestehenden planetaren Mechlanze auch die Veteranen des Kriegerhauses Kamata entgegen.

Auf der Role Play Convention am 5. und 6. Mai habt ihr die Gelegenheit, in zwei aus dem Buch entnommenen Szenarien gegen Bernard anzutreten.

Der Kampf im Labor von Wa-L-Sum bietet ein übersichtliches Schlachtfeld. Drei andurianische Locusts haben Befehl, die Forschungseinrichtungen zu zerstören, während zwei capellanische Hermes II einem genialen Forscher zur Flucht verhelfen wollen.

Bei der Schlacht um Bram-Ze ist eine komplette Höhlenstadt das Gefechtsfeld. Durch die massive Gesteinsdecke wird der Einsatz von Sprungdüsen zu einem Risiko, die knappen Sauerstoffreserven machen Brände zu einem Kriegsverbrechen und den ComStar-Tempel sollte besser nicht von einem verirrten Laserstrahl getroffen werden, denn mit dem mächtigen Orden will es sich niemand verscherzen.

Für beide Szenarien wurden von Matthias und Franziska Heß spezielle Karten erstellt. Der Erfolg wird anhand eines Punktesystems ermittelt, das die Zielsetzung der jeweiligen Parteien widerspiegelt. Derjenige Spieler, der am Ende der RPC die höchste Punktzahl in einem Szenario erzielen konnte, erhält eine signierte Ausfertigung der entsprechenden Karte. Bei Punktegleichstand gibt es einen Juryentscheid mit dem Hauptkriterium ›ehrenhaftes Verhalten auf dem Schlachtfeld‹, das Andurianer und Kriegerhäuser miteinander verbindet.

Beide Szenarien können jeweils in weniger als einer Stunde gespielt werden. Wer teilnehmen möchte, meldet sich am Ulisses-Stand auf der RPC für eines oder beide Szenarien an. Ausgefochten werden die Schlachten dann auf dem Tabletopgelände T3G, das von Brückenkopf.de organisiert wird. Je nach Anzahl der Interessenten werden mehrere Spielrunden pro Szenario angeboten. Das Spielmaterial wird von Ulisses gestellt, Regelkenntnisse sind nicht erforderlich bzw. können während des Spiels vermittelt werden. Die Kenntnis des Romans Karma ist nicht notwendig, um die Szenarien zu spielen, da alle Sonderregeln und Siegbedingungen explizit erläutert werden.

Präludium: Sezessionsfieber

Mittwoch, 25. Januar 2012
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Die leisen Töne prägen Präludium. Bevor die Herrscher die Regimenter der Stahlkolosse in Marsch setzen, treffen sie sich in Salons, an Fürstenhöfen und auf rauschenden Null-g-Bällen. Bei diesen Anlässen werden Bündnisse geschlossen und Feldzüge vorbereitet. Zwei Wörter werden stets geflüstert: »Andurien« und »Unabhängigkeit«.

Stolz sind die Andurianer, und frei wollen sie sein. Frei von Generalhauptmann Marik und der Gängelung der Liga, vor allem aber frei von der Bedrohung durch den Erzfeind, die Konföderation Capella. Wenn die großen Sternenreiche nach den Gefechten des Vierten Nachfolgekriegs am Boden liegen, mag sich beides erreichen lassen, doch Herzogin Catherine Humphreys weiß, dass dazu gründliche Vorbereitung nötig ist.

In Präludium wird man sehen, wie BattleMechs feuerspeiend durch die Straßen stampfen und Rauminfanteristen in der Schwerelosigkeit kämpfen. Vor allem aber wird ein seltener Blick hinter den Vorhang der Macht gewährt, wo der Humphreys-Clan seinen Einfluss in der Liga und darüber hinaus nutzt, um  das Aufscheinen zu lassen, wofür alle Humphreys leben: die Glorie Anduriens über den rauchenden Trümmern der Konföderation Capella.

Präludium_Leseprobe

Präludium: Der weite Weg zur Front

Freitag, 13. Januar 2012
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PräludiumBattleTech lädt ein in ein Universum, in dem es zwar rau zugeht, das aber vor allem staunen lässt mit seinen riesigen Sternenreichen, den Ränken der großen Häuser, seiner Sehnsucht nach einem lange verlorenen Zeitalter technologischer und kultureller Blüte, natürlich auch mit den MechPiloten, die als Ritter der Schlachtfelder die Kriege des 31. Jahrhunderts entscheiden.

Als 2007 Karma erschien, war ich diesen Geschichten verfallen. Ich las viele der alten Romane und auch das damals neueste Quellenbuch: Brush Wars, eine Darstellung der kleineren Konflikte, die sich um den von Michael Stackpole in der Warrior-Trilogie so herausragend beschriebenen Vierten Nachfolgekrieg ranken. Ich zog es aus dem Regal, weil ich bei Karma in Absprache mit dem Fachlektorat einen Überfall des Herzogtums Andurien auf eine Welt der Konföderation Capella beschrieben hatte. Ein Kapitel in Brush Wars widmet sich dem bedeutendsten Konflikt zwischen den beiden Nationen, dem Vierten Andurienkrieg, der eigentlich zwei Kriege umfasst – daher auch die Überschrift ›The Andurien Wars‹, ›Die Andurienkriege‹. Als ich von den Intrigen und Verstrickungen des Humphreys-Clans las, der das Herzogtum beherrscht und in der Liga auf Unabhängigkeit und den Tod des Erzfeinds hinarbeitet, von der Rolle der canopischen Plutokratie erfuhr, den jahrelangen Kämpfen um strategisch wichtige Planeten, davon, wie der Konflikt außer Kontrolle gerät und immer weitere Kreise zieht – da war es um mich geschehen, da musste ich die Geschichte einfach erzählen. Vom Verlag kam zu dieser Zeit bereits der Hinweis, dass eine Verlängerung der BattleTech-Lizenz ungewiss sei, aber das konnte mich nicht bremsen. Mein primäres Ziel war nicht die Veröffentlichung. Ich wollte die Schicksale hinter den (fiktiven) Fakten erkunden. Ich wollte erforschen, wer Catherine Humphreys war und welches persönliche Drama hinter der Beziehung ihres Sohns Richard zu Emma Centrella stand. Auch die Konföderation Capella ließ mir keine Ruhe. Schon in Karma hatte ich mich mit ihrem Kastensystem beschäftigt, jetzt wollte ich wissen, wie es auf ihren Hauptwelten darum bestellt war, wie der radikale Maoismus dieses Nachfolgerstaats damit zusammenpasste. Und ich erlag dem dunklen Glanz der finstersten Einheit, die das BattleTech-Universum kennt: der Haus Liao mit Leib und Seele verschriebenen Death Commandos. Gemeinsam mit Jen Xiao, meiner Hauptfigur aus Karma, wollte ich sie kennenlernen, herausfinden, wie die Ausbildung in dieser Eliteeinheit ablief.

Brush Wars blieb der Hauptbezugspunkt meiner Recherche, aber ich forschte auch an anderer Stelle. Regelwerke, Quellenbücher, Fanseiten im Netz – nichts war vor mir sicher. Rückblickend weiß ich eine weise Entscheidung der BattleTech-Redaktion noch mehr zu schätzen als damals: Alle Quellen zum Universum sind Ingame-Material. Das bedeutet, dass sie als Texte von fiktiven Personen gelten, die in diesem Universum leben. Im Falle von Brush Wars sind das zumeist Adepten von ComStar, jener merkwürdigen Religion, die der fortgeschrittenen Technologie huldigt, um mit ihrer Hilfe die Menschheit in ein neues Goldenes Zeitalter zu führen. Nun weiß ComStar viel, aber nicht alles, und nicht alles, was bekannt ist, wird auch unverfälscht berichtet – eine gezielte Falschinformation hier und da ist nicht auszuschließen. So wird in Brush Wars über Richard Humphreys’ Motive spekuliert – aber gesichert ist die dort vorgeschlagene Interpretation nicht. Das gibt dem Romanautor Platz zum Atmen. Ich habe diesen Umstand in der Tradition der bedeutenden BattleTech-Romanciers so gehandhabt, dass ich in aller Regel die Angaben der Quellenbücher übernommen habe, aber in gut begründeten Ausnahmen, wenn die Dramaturgie es erforderte, davon abwich.

Ich schrieb drauflos, und parallel dazu wuchsen die Möglichkeiten. Die Faszination der Geschichte übte einen immer stärkeren Sog auf mich aus. Ich machte mir Notizen zu Handlungssträngen, ganzen Romanen, die Aspekte der Andurienkriege beleuchten sollten. Szenen entstanden nicht chronologisch, sondern thematisch und wurden immer wieder neu geordnet. Damals verwendete ich dazu noch keine Schreibsoftware, sondern ein Zeichenprogramm. Jedes wesentliche Handlungselement bekam ein Kästchen, die logische Abfolge entwickelte sich anhand verbindender Pfeile und eine gleiche Farbe kennzeichnete, was im selben Roman landen sollte.

Auf diese Weise hatte ich Mitte 2008 die Rohfassungen zweier Romane fertig, Präludium und Zorn. Der Verlag teilte mir mit, dass man sich bezüglich einer Verlängerung der BattleTech-Lizenz nicht handelseinig geworden sei. Damit war eine Veröffentlichung vorläufig ausgeschlossen. Dennoch bereute ich keine Minute, die ich in die Arbeit an meinen Manuskripten gesteckt hatte. Ich hatte viel gelernt, nicht nur über BattleTech, sondern auch über das Konzipieren groß angelegter Geschichten. Das kam mir später bei Das Schwarze Auge zu Gute, erst für die Isenborn-Tetralogie, dann für den Zyklus Die Türme von Taladur. Vor allem aber hatte ich eine fantastische Geschichte entdeckt.
Jahre später drehte der Wind in eine günstige Richtung. Ich hatte meinen Kontakt zu Fanpro immer wieder genutzt, um mein Interesse an weiteren BattleTech-Romanen zu betonen, aber erst als Ulisses in den Romanmarkt einstieg, kam wieder Bewegung in die Sache. Ich glaube, ich war unter den Ersten, die davon erfuhren, dass es auch mit Battletech weitergehen sollte, und noch während ich den Telefonhörer in der Hand hatte, war Präludium auf meinem Bildschirm.

Die Geschichte begeisterte mich noch immer, auch wenn ich mit meiner inzwischen gewachsenen schriftstellerischen Erfahrung viele Passagen fand, die ich verbesserte. Ich hoffe, dass auch dort draußen der Enthusiasmus für die Schlachtfelder des 31. Jahrhunderts ungebrochen ist, sodass es eine Fanbasis gibt, die die Freude an den Geschichten um die Andurienkriege teilen wird. Wenn mich meine Eindrücke von Cons und aus Foren nicht täuschen, besteht hier glücklicherweise kein Grund zur Sorge.

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Präludium: Priester des Todes

Mittwoch, 28. Dezember 2011
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Jen Xiao wurde in den Kämpfen auf Niomede-4 zum Helden geschmiedet. Der Stern von Sax prangt an seiner Brust, als er das Landungsschiff auf Grand Base verlässt. Aber in der Einheit, in der er nun als Rekrut dient, ist sein Ruhm nichts Besonderes. Nur die besten Soldaten der Konföderation Capella werden in die Ausbildungskader der Death Commandos berufen. Trotzdem hält kaum jemand die Strapazen durch, um am Ende den weißen Totenkopf vor grünem Dreieck tragen zu dürfen. Den Grund dafür lernt Jen schnell.

Ein gutes Schwert geht durch heißes Feuer. Auch die Rekruten werden gnadenlos über den Amboss gezogen. Es reicht nicht, einen Mech steuern zu können, um zur Elite der Konföderationsarmee gezählt zu werden. Die Death Commandos sind MechKrieger, ja, aber sie sind auch Leibwächter, Assassinen, Einzelkämpfer. Brutalität ist Ausbildungsmethode, Verluste werden erwartet. Nicht von ungefähr haben es aus den besten Kämpfern von mehr als hundert Welten nur drei Dutzend Krieger geschafft, die nachtschwarzen BattleMechs der Death Commandos steuern zu dürfen. Ihre Namen wagt man kaum zu flüstern. Sie sind der Tod, der zwischen den Sternen wandelt.

Nur eines verachten die Offiziere noch mehr als Schwäche: mangelnde Hingabe an das Licht des Himmels, den Kanzler der Konföderation Capella. Jen muss beweisen, dass er bereit ist, der Ideologie der Death Commandos zu folgen – auch um den Preis seiner Seele!

Sie haben es leichter: Ihr Preis beträgt lediglich zehn Euro. Dafür können Sie Jen in Präludium bei seiner Ausbildung begleiten.

Türme im Nebel (Taladur 1) im Versand

Mittwoch, 07. Dezember 2011
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Seit heute befindet sich Türme im Nebel, der erste Teil der spektakulären neuen Romanreihe Die Türme von Taladur im Versand und wird den Leser in Intrigen, romantische Verwicklungen und zahlreiche Degengefechte mitnehmen. Bernard Craw, Redakteur der Reihe und Autor des ersten Bandes, verrät in diesem Blogartikel einiges über die Reihe und seine Arbeitsweise.

Bedauerlicherweise hat eine verfeindete Familia es geschafft, Hand an die Druckdaten zu legen und einen Fehler in den Stadtplan einzuschmuggeln. Im Anschluss an den Artikel ist die korrigierte Fassung der Karte zu finden.

Dass jeder Schriftsteller seine eigene Art zu schreiben hat, ist eine Binsenweisheit. Manche Kollegen liegen auf dem Bett, verschränken die Hände hinter dem Kopf und erzählen mit innerer Stimme die gesamte Geschichte. Erst wenn sie am Ende angekommen sind, schalten sie den Computer ein und öffnen die Textverarbeitung. Andere wissen beim Schreiben des ersten Kapitels noch nicht, was im zweiten geschehen wird. Manche machen ein sehr feines Gerüst, bei dem jede geplante Szene eine Beschreibung hat, so lang wie ein Klappentext. Andere haben nur eine Überschrift für jedes Kapitel und zu den Figuren nicht mehr als die Namen festgelegt. Wenn man zu sechst an einer gemeinsamen Geschichte arbeitet, erfordert die Kontinuität zwischen den Einzelbänden, viele Dinge so zu fixieren, dass sie den anderen Beteiligten klar sind. Wenn Daroca im ersten Band als Schönheit gilt, der die Männerherzen zufliegen, sollte sie sich im vierten nicht durch eine besondere Dichte der Warzen auf ihrer Nase auszeichnen, und wenn Unata und Vertoso als sich angiftende Rivalen gezeigt werden, dann muss zumindest eine Erklärung geboten werden, wenn später erwähnt wird, dass sie sich an jedem Rohalstag zum netten Plausch beim gemeinsamen Ausritt in die Weinberge treffen.

Auch in anderer Hinsicht sind viele verschiedene Arbeitsweisen in der Schriftstellerei möglich und in unserem Projekt vertreten. Es gibt die Möglichkeit, eine Geschichte von innen nach außen aufzubauen – ein Thema zu wählen, grobe Orientierungspflöcke einzuschlagen, ein abstraktes Handlungsraster anzulegen, dieses schrittweise anzureichern. Wer das tut, der genießt am Ende der aufwendigen Konzeptionsphase die Freiheit, die Szenen in beliebiger Reihenfolge zu schreiben, denn sie sind fest definiert.

Es ist eine valide Methode.

Ich hatte noch nie Spaß daran.

Ich wandere durch eine Geschichte. Zum Großteil schreibe ich die Szenen in der Reihenfolge, in der sie auch später im fertigen Manuskript stehen werden. Es gibt Ausnahmen, nachträgliche Einfügungen. Das ist so, als würde ich mir selbst die Geschichte erzählen (es fühlt sich für mich tatsächlich so an – ich bin mein erster Leser) und hätte dann eine Frage: »Wie kam es eigentlich dazu, dass Raulo und Zelonso …?« Diese wird dann mit einem charmanten (in meiner eigenen Vorstellung bin ich immer almadanisch charmant) »Gerade wollte ich noch erwähnen, dass …« beantwortet.

Für mich gibt es eine einfache und unspektakuläre Möglichkeit, um festzustellen, ob ich bereit bin, einen Stoff anzugehen. Ich versuche, mir vorzustellen, wie es am Ort der Handlung aussieht, wie es wäre, dort zu sein, in diesem Fall: durch die Straßen Taladurs zu wandern. Wenn mir das gelingt – wenn ich das Hämmern der fleißigen Handwerker hören kann, wenn ich spüre, wie mir die Waden vom vielen Treppensteigen schmerzen, wenn ich den Blick mit Staunen an einem der wuchtigen Streittürme emporgleiten lasse, wenn ich mich an eine Hauswand drücke, um der rasenden Kutsche eines Magnaten Platz zu machen, wenn ich schmunzele, weil eine schöne Domñatella kichernd vorbeihastet, um ihrem Liebsten ein neckisches Versteckspiel zu liefern oder wenn ich vorsichtig zur Seite schaue, um den offensichtlich übel gelaunten Lilienrock mit der Hand am Degen nicht zu reizen – dann bin ich angekommen, und dann muss ich nur noch aufschreiben, was passiert, als sähe ich einen Film vor dem inneren Auge.

Beim letzten Mal sind wir einigen Angehörigen der edelsten Familias der Stadt begegnet, bevor wir uns in der Taberna am Gongplatz einen kühlen Wein gegönnt haben. Vielleicht sind wir dabei etwas zu rasch an denen vorbeigegangen, die es in der Stadt viel zahlreicher gibt: den Fellachen, den einfachen Bürgern. Die Geschicke der Stadt bestimmen jene, deren Wappen den Palacio Torreda zieren, doch solange man die hohen Herren nicht reizt, kann jeder in Almada ein angenehmes Leben führen. Auch das Volk weiß seine Feste zu feiern, und oftmals geht es dabei lustiger zu als auf den gezwungenen Bällen der Nobleza. Man nehme nur die steifen Tänze, die Maestro Peglesto den jungen Adelssprösslingen mit der Rute einbläut, und vergleiche sie mit dem wilden Herumtollen zu den Tönen der Vihuela im Blauen Schiff am Hafen von San Cardasso!

Auch als Bürgerlicher kann man es zu etwas bringen. Erstaunlich, mit welchem Respekt viele junge Magnaten die Kräuterhändlerin Nuerta Escarelli grüßen. Liegt es nur daran, dass sie als Heilerin in die Streittürme gerufen wird? Aber sogar Doloresa Amazetti, die von Ärzten nichts mehr wissen will, seit diese erfolglos versuchten, den entstellenden Unhold aus ihrem Gesicht zu entfernen, begegnet ihr freundlich. Nun ja, jedenfalls auf eine Weise, die man bei Doloresa als Freundlichkeit gelten lassen muss.

Nuerta ist Dom Cavazaros Klientin. Er hat ihrer Familie geholfen, in Taladur Fuß zu fassen – dass sie nicht hier geboren wurde, sondern dem wandernden Volk der Zahori entstammt, sieht jeder, der nicht so blind ist wie Lerico Tandori. Überhaupt sorgt der Dom stets gut für jene, die sich ihm anvertrauen. Doch man muss darauf achten, was man sich wünscht. Laurenzios Mutter etwa weint sich häufig in den Schlaf. Sie weiß: Für ihren Sohn ist das Studium an der Magierakademie zu Punin ein großes Glück, das ohne das Gold des Patrons niemals möglich gewesen wäre – aber ohne sein Lachen ist ihr kleines Haus so schrecklich leer …

Doch wir wollen nicht trübsinnig werden! Freuen wir uns lieber auf Wengrex’ Abschiedsfeier. Der unternehmungslustige Zwerg konnte das Herz der schönen Angrella nicht erwärmen, aber er denkt gar nicht daran, trübsinnig in seinen Humpen zu starren. Er wird hinausziehen in die Welt, der alte Lumino hat den besten Tag dafür geweissagt, und zuvor treffen wir uns alle noch einmal im Teatro. Nicht für ein ernstes Stück, sondern zu Musik und Tanz. Das sollte niemand verpassen!

Bernard Craw

Weitere Informationen zur Taladur-Reihe liefert die Taladur-Homepage.


Präludium: Eine Sehnsucht nach Krieg

Freitag, 02. Dezember 2011
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Voraussichtlich Ende Januar 2012 erscheint mit Präludium aus der Feder von Bernard Craw der erste Teil der Battletech-Romanreihe Andurien-Kriege. Hier verrät der Autor erste Inhalte dieser spannenden neuen Serie.

Man braucht Geduld, will man ein großes Ziel erreichen.

Die Liga Freier Welten ist der Vielfältigste der Nachfolgerstaaten. Die Vertreter mächtiger Sternenbünde wie des Großherzogtums Oriente oder des Fürstentums Regulus sitzen in seinem Parlament neben den Abgeordneten beinahe vergessener Systeme wie Thurrock oder Jiddah. Die ständigen Konflikte der Inneren Sphäre rechtfertigen das permanente Kriegsrecht, dass dem Generalhauptmann der Liga weitgehende Befugnisse einräumt. Seit Generationen wird dieses Amt von einer einzigen Familie bestückt, sodass ›der Marik‹ ein Synonym für seinen Inhaber geworden ist.

Doch es ist nicht leicht, Staatsoberhaupt eines so gewaltigen Reichs zu sein. Mit Folgsamkeit darf man nicht rechnen – vor allem nicht, was so stolze Völkerschaften wie die Andurianer betrifft.

Dame Catherine Humphreys ist Herzogin dieses wichtigen Machtblocks innerhalb der Liga. Ihre zwölf Systeme liegen weit entfernt von der Hauptwelt Atreus, und wenn sie das Wort ›Feind‹ gebraucht, weiß sie genau, von wem sie spricht. In den vergangenen Jahrhunderten hat es nie Frieden gegeben zwischen Andurien und der Konföderation Capella. Es ist kein Geheimnis, wie unzufrieden Dame Catherine mit der Unterstützung der Liga ist, und als der Marik dem Erzfeind auch noch die Hand schüttelt, um den Pakt von Kapteyn zu besiegeln, ist ihr endgültig klar, dass Andurien auf die Stärke der eigenen Regimenter vertrauen muss, um für die Capellaner eine Lösung zu finden – und zwar eine endgültige.

Das Blut der Humphreys ist so kalt wie ihre Heimat, der Eisplanet Xanthe. Sie neigen nicht zu hitzigen Schnellschüssen. Sie zielen sorgfältig. Jahrzehntelang spinnt der Clan sein Netz, im Parlament der Liga, auf den Bällen, wo sich die High Society trifft, in den Medien. Auch jenseits der Freien Welten gibt es Verbündete, die ihre Gier stillen wollen, wenn es soweit ist, der Konföderation Capella den Todesstoß zu versetzen.

Immerfort testen die Andurianer die Stärke des Feindes. Niomede, Scarborough – kleine Überfälle zwar, aber geeignet, die Reaktionsschnelligkeit der Capellaner auf die Probe zu stellen. Catherine hat Zeit. Sie weiß: Die großen Konflikte werden die Nachfolgerstaaten soweit schwächen, dass der Marik das Herzogtum nicht mehr an der Kette wird halten können, wenn die Konföderation Capella für den Gnadenschuss bereit ist.

Präludium erzählt die Geschichte des Herzogtums und seiner Herrscherfamilie in den entscheidenden Jahren 3015 bis 3030, in denen die Weichen für die Andurienkriege gestellt werden.

Die Türme von Taladur: Worte des Redakteurs + Seite online

Mittwoch, 02. November 2011
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Bernard Craw, Redakteur der Romanreihe Die Türme von Taladur und Autor des ersten Bandes der Reihe mit dem Titel Türme im Nebel, berichtet heute ein wenig von seiner Arbeit an der Reihe. Zeitgleich ist die Taladur-Homepage online gegangen, auf der wir erste Informationen zur Reihe liefern und die wir in den nächsten Wochen nach und nach erweitern werden.

Ganz falsch ist es nicht, wenn Schriftsteller ihre Arbeit in dem Bild beschreiben, sie seien die Götter ihrer Fantasiewelten. Schließlich kann man dort mit ein paar Tastendrücken alles geschehen lassen, mit anderen werden auch die einschneidendsten Ereignisse ewigem Vergessen überantwortet. Man ist Boron und Tsa in einem.

Ich bin allerdings eher eine Mischung aus Aves und Rahja. Für mich ist das Schreiben eine Reise in eine Geschichte, bei der mich oft das Gefühl beschleicht, dass es sie schon gab, bevor ich sie entdeckte. Und immer verliebe ich mich in diese Geschichten, in ihre Figuren, die Guten und Edelmütigen und ja, auch in die Ängstlichen und die Bösen. Gerade Letztere bieten wohl das größte Abenteurer, die Möglichkeit, in Gegenden zu wandern, in die sich niemand sonst traut. Und sie treiben die Geschichte. Ohne Borbarad keine Dämonenkrone, keine Splitter, keine Heptarchen, weniger Dämonenpaktierer, gegen die es zu bestehen gilt. Kein Cyron, keine Goblinhorden, die Isenborn bestürmen, kein Falk, der zum Helden wächst.

In Taladur ist es nicht so leicht wie in Isenborn, die Guten von den Bösen zu scheiden. Auch in Almada gibt es sie, aber öfter als anderswo verläuft die Grenze mitten durch das Herz der Figuren. Wenn in Tobrien gepanzerte Ritter Schlachtreihen bilden, werden in Taladur Fächer aufgeklappt. Man tuschelt über Liebschaften, über den Einfluss in einer Zunft, den Preis, für den der wertvolle Alaun den Besitzer wechseln soll. Und dieser Preis wird nicht immer in Gold entrichtet, manchmal ist er auch die Hand einer schönen Domñatella.

Beim Entwurf einer Geschichte, egal wie lang oder kurz sie ist, betrete ich in Gedanken schnell den Handlungsschauplatz. Wenn wir uns Taladur nähern, fallen als erstes die Streittürme der alteingesessenen Familias ins Auge. Sechzehn sind es an der Zahl. Wer sie bewohnt, lenkt die Geschicke der Taladuri. Zur Verteidigung der Stadt tragen die wuchtigen Bauten wenig bei. Das ist auch nicht ihr Sinn, um äußere Feinde sorgt man sich im Herzen Almadas wenig. Den Streit findet man innerhalb der Stadtmauern, ›Querella‹ ist das Wort dafür, und wenn dieses Biest von der Kette gelassen wird, muss sich jeder entscheiden auf wessen Seite er steht. Die großen Familias pflegen ihre Traditionen von Feindschaft oder Dankbarkeit. Man kennt sich seit Generationen, viele Schwüre wurden getauscht, doch am Ende ist die Familia alles, was zählt. Die Ernathesa und die Amazetti gehören zu den reichsten, kontrollieren sie doch die Alaunminen, wo der Schweiß Unglücklicher das wertvolle Salz aus dem Schiefer wäscht. Der Stolz der Tandori ist in ihre Ehrendegen geschmiedet, niemand befiehlt über mehr Klingen als sie, noch nicht einmal der zwergische Graf der Waldwacht, der in Taladur residiert, geschweige den Erresto Starazza mit seiner Wehr. Gerade einmal zehn Köpfe zählt die Stadtgarde, und daher muss sich ihr Capitan auf eben diese verlassen: die Köpfe. Man muss schlau sein, oft sogar gerissen, um letztlich der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Manches Mal führt der Weg in Praios’ Licht sogar über Pfade im Schatten bitterer Ungerechtigkeiten. Wer nicht bereit ist, sie zu gehen, mag mit reinem Gewissen sterben. Den Frieden in der Stadt wird er nicht erhalten können. Manche genießen auch das Dunkel. Dass Lumino Xetarros Seele schwarz wie das Auge eines Raben ist, wird niemand bestreiten, der in das Gesicht des alten Magiers gesehen hat. Er hört jedes Wort, das innerhalb der Stadt gesprochen wird, egal, wie leise es geflüstert sein mag, und so manche Zofe schlägt Schutzzeichen, wenn sie glaubt, er sähe es nicht. Fast scheint es, als wollten die Götter selbst seinem Geschlecht ein Ende bereiten, aber selbst ihnen beugt sich der Greis nicht. Von den Zahori kaufte er seinen ersten Sohn, den Meisterfechter Zahir, und zur Sicherheit besorgte er sich noch einen zweiten, Hesindio, die Schlange. Die Macht der Xetarro wird immer in den Schatten warten. Auch Dom Cavazaro kann warten. Niemand ist geduldiger, verständnisvoller als er. Jeder kann zu ihm kommen, arm oder reich, Herr oder Dame, Zwerg oder Mensch, er leiht jedem sein Ohr. Er hilft gern, doch seinen Preis kennt niemand. Wenn er um einen Gefallen bittet, sollte man ihn nicht verwehren …

Noch sind wir erst wenigen Bürgern Taladurs begegnet. Natürlich treffen die Adligen in den Gassen auch auf die Gemeinen, die in Schutz und Dienst der Familias stehen, die Weber und Schmiede, die Hirten und Winzer. Alle haben sie ihre eigenen Wünsche, ihre eigenen Träume, und manche dieser Träume führen sie auf Pfade, von denen niemand zurückkehrt, wie er gegangen ist.

Aber wir wollen uns nicht erschöpfen. Suchen wir uns einen Tisch in einer Taberna am Gongplatz, bestellen wir uns einen süßen Wein, lächeln wir in die glutvollen almadanischen Augen. Wir haben Zeit. Die Geschichte hat gerade erst begonnen.

Bernard Craw

Taladur in Sicht

Montag, 12. September 2011
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Im November erscheint Türme im Nebel aus der Feder des beliebten Das Schwarze Auge-Autors Bernard Craw, der erste Band der sechsteiligen Das Schwarze Auge-Romanreihe Die Türme von Taladur.

Aber schon im September wird man auf der RatCon 2011 einen Auszug aus diesem spannenden Roman und auch schon aus dem zweiten Teil, Die Last der Türme von André Wiesler, hören können:

Die Türme von Taladur

Lesung

Samstag 13:00 bis 14:00 Uhr

Große Terrasse

Die Aventurische Stadt Taladur ist ein Siedekessel der Intrigen und Machtspiele, was nicht verwundert, ringen hier doch verschiedene adelige Familien um Ansehen und Einfluss. Natürlich befleissigen sie sich dabei der typisch almadanischen Art, bei der eine spitze Zunge mehr Schaden anrichten kann, als eine Ballista und bei der das Lächeln einer schönen Frau langjährige Fehden auslöst.
In sechs Bänden wird die Geschichte um die Stadt der Streittürme geschildert, wobei jeder Roman von einem anderen Autor oder einer Autorin geschrieben wird. Gemeinsam haben sie nur: Sie haben in vorherigen Romanen bewiesen, dass sie Das Schwarze Auge kennen und lieben.
Bernard Craw (Band 1: Türme im Nebel), André Wiesler (Band 2: Die Last der Türme), Marco Findeisen (Band 3) Eevie Demirtel (Band 4) und Dorothea Bergermann (Band 5) lesen aus den bisher fertiggestellten Werken und stellen sich im Anschluss den Fragen des Publikums.

von und mit Dorothea Bergermann, Bernard Craw, Eevie Demirtel, Marco Findeisen und André Wiesler

Aber worum geht es bei der Reihe Die Türme von Taladur eigentlich? Lassen wir den Redakteur Craw zu Wort kommen:

Die Streittürme der Familias beherrschen Taladur, die Eisenstadt im Herzen Almadas. Zwar thront die Feste des zwergischen Grafen auf der höchsten Erhebung, doch die Geschicke der Bürger werden vom Erzenen Rat gelenkt. Als Ratsmeisterin Giuliana stirbt, flieht der unsichere Frieden wie ein scheues Pferd vor den Wölfen der edlen Geschlechter. Feindschaft, so wissen die Magnaten, ist wie Wein: Sie reift mit der Zeit. So erinnert man sich an alte Fehden, spinnt Intrigen hinter den Fächern, verschafft seinem Namen mit blankem Degen Respekt. Nicht nur sind einige Sitze im Erzenen Rat neu zu vergeben – vor allem der Thron des Ratsmeisters sucht jemanden, dessen Ehre ihn auszufüllen vermag.
Abseits der großen Familias wandelt man in anderen Träumen. Wo Gunstbeweise und wechselseitige Verpflichtungen alles sind, wird es schwer, Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben, wie es das Herz des Garde-Capitans verlangt. Wo jede Handlung auf die Familia zurückfällt, fühlt sich die Jugend ersticken. Wo der Adel jede Zunft kontrolliert, will der Handelsherr das Joch abschütteln und endlich aus eigener Kraft aufrecht stehen. Und wessen Ziele jenseits dessen liegen, was den Sterblichen zugedacht ist, der verfolgt sie bis in den Tod und darüber hinaus.

Doch die Almadaner kennen nicht nur Hass und Ehrgeiz. Wo stolze Caballeros in die Glutaugen junger Damen blicken, erwärmt sich manches Herz, auch wenn das Kalkül der Familia es in Fesseln zu legen sucht. Zärtliche Flammen haben in den Schatten der Streittürme einen schweren Stand – aber kein Almadaner ist in der Welt, um leicht und sicher zu leben. Ob im Hass oder in der Liebe: Was es wert ist, getan zu werden, das ist es auch wert, voll und ganz getan zu werden!

Wovon der erste Teil handelt, verrät der Klappentext:

Die Streittürme der alten Familias herrschen über Taladur, die Eisenstadt im Herzen Almadas. Nach Ratsmeisterin Giulianas überraschendem Tod beginnt das Spiel um die Macht. Noch bevor der Sarg die Gruft erreicht, werden Fächer aufgeklappt und Degen geschliffen, Intrigen gesponnen und Söldner angeworben. Wird es gelingen, die Wut von Giulianas Familia zu zähmen, bevor sie alles zerstört, was vor ihre Klingen kommt?

Unter jenen, die nach den höchsten Würden streben, finden sich auch die Ernathesa und die Amazetti, seit jeher Erzrivalen im Handel mit dem kostbaren Alaun. Gibt es jetzt, wo die Gedanken der Magnaten allein auf die Ausweitung ihres Einflusses gerichtet sind, noch Hoffnung für die Träume zweier Liebender aus jenen verfeindeten Familias?

Man darf sich also auf scharfe Säbel, spitze Worte und rasante Intrigen freuen.

Hier kann Türme im Nebel vorbestellt werden.

Über diese Neuigkeit kann hier diskutiert werden: http://www.ulisses-forum.de/showthread.php?t=10942